
Ein Wechselsilo ist ein transportabler Behälter zur Lagerung von pulverförmigen oder körnigen Schüttgütern. Typischerweise handelt es sich dabei um Baustoffe wie Trockenmörtel, die direkt auf der Baustelle verarbeitet werden. Das gelagerte Material wird aus dem Silo entnommen und unter dosierter Wasserzugabe zu einem gebrauchsfertigen Produkt wie Mauermörtel, Estrich oder Putz vermischt. Neben Baustoffen werden auch Nahrungs- und Futtermittel, Granulate und Pellets in Wechselsilos abgefüllt und transportiert.
Für den Transport stehen spezielle Lkw, sogenannte Silosteller, zur Verfügung. Diese sind auf bestimmte Silotypen abgestimmt oder für den flexiblen Umgang mit mehreren Bauformen konzipiert.
Wechselsilos können auf unterschiedliche Weise befüllt werden. Liegt das Silo auf dem Lkw, erfolgt die Befüllung üblicherweise über die seitlich angebrachte Öffnung. Kleinere Ausführungen lassen sich auch stehend von oben befüllen. Alternativ kann das Schüttgut auch mittels Druckluft über ein Füllrohr eingeblasen werden. Die Entleerung am Aufstellort erfolgt je nach Bauart nach unten oder zur Seite.
Für den Betrieb von Wechselsilos stehen verschiedene Zusatzeinrichtungen zur Verfügung. Dazu zählen unter anderem Vorrichtungen zum Füllen, Entnehmen, Auflockern, Mischen oder Pumpen des Materials sowie technische Systeme zur Überwachung der Atmosphäre im Silo, zur Explosionsunterdrückung und Brandbekämpfung.
Bis in die ersten Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg war es üblich, Zement in Säcken auf Baustellen zu liefern. Im Verlauf der 1950er Jahre setzte sich jedoch zunehmend das Verfahren durch, leere Silos zur Baustelle im sogenannten Behälterverkehr zu transportieren und vor Ort mit Zement zu befüllen. Die rasche Verbreitung dieses Verfahrens lässt sich exemplarisch an zwei Zahlen ablesen: Während 1950 lediglich 6 % des auf westdeutschen Baustellen benötigten Zements in Silos bereitgestellt wurde, lag der Anteil 1963 bereits bei 52 %.
Mitte der 1960er Jahre kamen industriell hergestellte Trockenmörtelprodukte für unterschiedliche Anwendungsbereiche hinzu. Um diese effizient bereitstellen zu können, entwickelten die Baustoffhersteller eigene, mobile Silosysteme für den Baustelleneinsatz. Parallel dazu entstanden bei verschiedenen Fahrzeugbauern spezielle Silosteller, die auch bereits befüllte Wechselsilos aufnehmen, transportieren und absetzen konnten.
Wechselsilos haben sich seitdem in vielen Branchen durchgesetzt und sind zum festen Bestandteil moderner Logistik- und Versorgungskonzepte geworden – insbesondere dort, wo pulverförmige oder körnige Schüttgüter flexibel gelagert und transportiert werden müssen.
Ein Wechselsilo besteht aus mehreren Bestandteilen. Am Beispiel eines sogenannten Dachhakensilos lassen sich die wesentlichen Bestandteile wie folgt beschreiben:
Im Laufe der Zeit haben die Hersteller verschiedene Typen von Wechselsilos entwickelt. Diese können anhand mehrerer Kriterien unterschieden werden:

An die Aufstellfläche von Wechselsilos werden besondere Anforderungen gestellt, um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten. Der Untergrund muss absolut eben, waagerecht und ausreichend tragfähig sein. Zudem ist ein ausreichender Abstand zu Baugruben oder Böschungen einzuhalten. Das Unterspülen des Standfußes, etwa durch abfließendes Regenwasser, ist zu verhindern. Zudem muss vor dem Standplatz eine ausreichend große, befestigte Rangier- und Stellfläche für das Auf- und Abladen sowie für das gegebenenfalls notwendige Nachbefüllen zur Verfügung stehen.