Wendischthun

Wendischthun war eine elbübergreifende Gemeinde im Landkreis Lüneburg in der preußischen Provinz Hannover, die aus dem rechtselbischen Dorf Alt Wendischthun und der linkselbischen Ansiedlung Neu Wendischthun bestand. Heute gehört das ehemalige Gemeindegebiet zur Stadt Bleckede im niedersächsischen Landkreis Lüneburg.

Geographie

Hofgebäude Wendischthuner Straße 45
Hofgebäude Neu Bleckeder Straße 11
Hofgebäude Neu Bleckeder Straße 14

Die Gemeinde Wendischthun lag elbaufwärts angrenzend an Bleckede. Bis 1928 hatte die Gemeinde eine Fläche von 8,74 km² und von 1928 bis 1945 eine Fläche von 5,54 km².

Der linkselbische Gemeindeteil Alt Wendischthun liegt heute am östlichen Rand der Bleckeder Kernstadt an der Wendischthuner Straße, am Elbweg und am Großen Marschweg. Der Gemeindeteil Neu Wendischthun ist ein Weiler an der Neu Bleckeder Straße im rechtselbischen Teil von Bleckede.

Geschichte

Wendischthun gehörte historisch zum Amt Bleckede des Kurfürstentums bzw. des Königreichs Hannover. 1867 fiel die Gemeinde Wendischthun mit dem gesamten Königreich Hannover an Preußen und gehörte dort seit 1885 zum Kreis Bleckede.

Nachdem im Oktober 1928 bereits die zwischen Bleckede und Alt Wendischthun liegenden Gemeinden von Estorff’scher Acker und Vorbleckede nach Bleckede eingemeindet worden waren, wurde am 1. Juli 1929 auch der linkselbische Teil der Gemeinde, also das Dorf Alt Wendischthun, aus der Gemeinde Wendischthun in den Flecken Bleckede umgegliedert. Die Restgemeinde mit Neu Wendischthun bestand unter dem Gemeindenamen Wendischthun bis 1932 im Kreis Bleckede und danach bis 1945 im Landkreis Lüneburg fort.

Im April 1945 erreichten britische Streitkräfte im Raum Bleckede die Elbe. Gemäß einer Vereinbarung der Siegermächte wurde die Elbe zur Grenze zwischen der britischen und der sowjetischen Besatzungszone. Das rechtselbische Neu Wendischthun wurde unter diesem Namen eine Gemeinde im Landkreis Hagenow im Land Mecklenburg bzw. ab 1949 in der DDR. 1993 wurde Neu Wendischthun nach Niedersachsen rückgegliedert und Teil der Stadt Bleckede.

Heute gehört Alt Wendischthun zur Bleckeder Kernstadt und Neu Wendischthun zur Bleckeder Ortschaft Bleckede-Wendischthun.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner Quelle
1871324
1885322
1895265
1905263
193396
193986

Die Gemeinde wurde 1929 deutlich verkleinert.

Baudenkmale

Bauten der ehemaligen Gemeinde, die heute unter Denkmalschutz stehen, sind in Alt Wendischthun das Zweiständer-Fachwerkhallenhaus Elbweg 11 und die Hofanlage Wendischthuner Straße 45. In Neu Wendischthun sind die beiden Hofanlagen Neu Bleckeder Straße 13 und 14, das Zweiständer-Fachwerkhallenhaus Neu Bleckeder Straße 11 und das Gefallenendenkmal an der Neu Bleckeder Straße Baudenkmale.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Volkszählung 1905
  2. ↑ Gemeindelexikon Provinz Hannover 1933
  3. ↑ Christoph Barthold Scharf: Der Politische Staat des Churfürstentum Braunschweig-Lüneburg. Johann Georg Berenberg, Lauenburg 1777 (google.de).
  4. ↑ Amtsblatt der Regierung Lüneburg 1929, S. 165
  5. ↑ Gemeindeverzeichnis des Deutschen Reichs 1939
  6. ↑ Volkszählung 1871
  7. ↑ Volkszählung 1885
  8. ↑ Volkszählung 1895
  9. 1 2 Michael Rademacher: Lueneburg. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.

Koordinaten: 53° 18′ N, 10° 46′ O