Werner Mothes – Sohn des Zwickauer Stadtverwaltungsinspektors Johannes Paul Mothes und seiner Frau Martha Helene – absolvierte bereits während seiner Schulzeit eine Lehre beim Zwickauer Holzbildhauer Schreier, danach besuchte er die kunstgewerbliche Abteilung der Zwickauer Ingenieurschule unter der Leitung des Malers Willibald Weingärtner.
Auf Empfehlung des Dresdner Malers Hans Christoph begann Werner Mothes spätestens im Mai 1928 als Kunststudent beim Bildhauer Georg Wrba an der Akademie der Bildenden Künste in Dresden. Mit Hans Christoph war Werner Mothes freundschaftlich verbunden. Ab Mitte des Jahres 1929 wohnte Werner Mothes in einem Zimmer der Wohnung von Hans Christoph und seiner Frau Erna Lincke, die ebenfalls Malerin war, in der Dresdner Ostbahnstraße. Hans Christoph, der nach dem Ersten Weltkrieg beim Maler Carl Lohse gelernt hatte, führte Werner Mothes und seinen Mitstudenten Erhard Hippold in den Freundeskreis der Familie der Malerin Rose Scheumann in Bischofswerda ein, dem zum Beispiel auch Ludwig Renn und das Ehepaar Helene und Hildebrand Gurlitt angehörten. Auch Beziehungen zum Maler Otto Griebel sowie zu den Tänzerinnen Mary Wigman und Valeska Gert sind nachweisbar. Für Mary Wigman fertigte Werner Mothes auch Theatermasken.
Neben seinen bildhauerischen Arbeiten hat Werner Mothes auch zahlreiche Skizzen, wohl Vorarbeiten zu seinen plastischen Arbeiten, hinterlassen. Eines seiner Hauptwerke, der „Sinnende Jüngling“, wurde 1931 in den Zwickauer Stadtparkanlagen am Schwanenteich aufgestellt, jedoch zu Beginn des Zweiten Weltkriegs zur Waffengewinnung wieder eingeschmolzen.
Werner Mothes starb einundzwanzigjährig am 19. Juni 1930 nach einer fast überstandenen Lungenentzündung an einer Lungenembolie. Viele seiner Arbeiten blieben nach seinem Tod beim Maler Hans Christoph, wo sie zusammen mit dessen künstlerischem Werk beim Luftangriff auf Dresden im Februar 1945 verbrannten.
Nachdenkende (Zweierfigurengruppe, 1927–1930, Gips, im Bestand der Kunstsammlungen Zwickau Max-Pechstein-Museum)
Schreitende (1927–1930, verschollen, nur als historische Fotografien erhalten)
Einsamer und Liebespaar (Dreierfigurengruppe, 1929, Holz, im Bestand der Kunstsammlungen Zwickau Max-Pechstein-Museum)
Zwei Männer und junge Frau (Dreierfigurengruppe, 1927–1930, Holz verschollen, nur als historische Fotografien erhalten)
Ich und die Frauen (Dreierfigurengruppe, 1927–1930, Holz, verschollen, nur als historische Fotografien erhalten)
Ausstellungen
September bis November 1930: Gedächtnis-Ausstellung von Plastiken und Skizzen des Bildhauers Werner Mothes. Kreis der Museumsfreunde Zwickau in Gemeinschaft mit dem König-Albert-Museum Zwickau (jetzt Kunstsammlungen Zwickau Max-Pechstein-Museum).
November / Dezember 1949: Gedächtnisschau des jung verstorbenen Zwickauer Plastikers Werner Mothes. Städtisches Museum Zwickau (jetzt Kunstsammlungen Zwickau Max-Pechstein-Museum).
Juni bis September 2023: Ein kurzes Künstlerleben. Der Bildhauer Werner Mothes (1909–1930) und seine Zeitgenossen. Kunstsammlungen Zwickau Max-Pechstein-Museum, Zwickau.
Beteiligung an Ausstellungen
Juni 1930: Plastikausstellung des Sächsischen Kunstvereins. Brühlsche Terrasse Dresden. Porträt seines Freundes Hans Christoph.
Januar 1931: Unbekannte junge Künstler. Galerie Junge Kunst, Josef Sandel. Dresden. Vertreten durch zwei Holzplastiken.
1934: Sächsische Kunstausstellung Dresden. Vertreten durch vier Plastiken.
April bis Juni 1954: Künstler aus Zwickau. Ausstellung anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Städtischen Museums. Städtisches Museum Zwickau (jetzt Kunstsammlungen Zwickau Max-Pechstein-Museum). Vertreten durch mit 14 Arbeiten.
Literatur
Mothes, Werner. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts.Band6, Nachträge H–Z. E. A. Seemann, Leipzig 1962, S.286 (Textarchiv– Internet Archive– Leseprobe).
Ein kurzes Künstlerleben – der Bildhauer Werner Mothes 1909 – 1930. Thomas Mothes, Mitteldeutscher Verlag, Halle 2023. ISBN 978-3-96311-781-7
↑Thomas Mothes:Ein kurzes Künstlerleben – der Bildhauer Werner Mothes 1909 – 1930. 1. Auflage. Mitteldeutscher Verlag, Halle 2023, ISBN 978-3-96311-781-7.
↑Selbstbildnis, auf skd-online-collection.skd.museum, abgerufen am 13. Oktober 2023
↑Anonymus:Werner Mothes-Ausstellung. Die erste Veranstaltung der Museumsfreunde. In: Zwickauer Tageblatt und Anzeiger. Band69, Nr.223. Zwickau 24.September 1930, S.10.
↑Anonymus:Mothes-Ausstellung. Die Eröffnungsfeier. In: Zwickauer Tageblatt und Anzeiger. Band69, Nr.228. Zwickau 30.September 1930, S.9.
↑O. Sarmatzki:Mothes-Gedächtnis-Ausstellung des Kreises der Museumsfreunde im Städtischen Museum. In: Sächsisches Volksblatt. Band29, Nr.227, 29.September 1930.
↑P:Ausstellung Werner Mothes im König-Albert-Museum zu Zwickau. In: Zwickauer Zeitung. Band128, Nr.227. Zwickau 29.September 1939, S.3–4.
↑Anonymus:Gedächtnisausstellung Werner Mothes in Zwickau. In: Zittauer Nachrichten und Anzeiger. 14.September 1930.
↑W. Holzhausen:Werner Mothes. Zum Werk des Frühvollendeten in der Galerie Sandel. In: Dresdner Anzeiger. 28.Juni 1931.