Wero arbeitet auf Grundlage der europäischen Echtzeitüberweisungen von Konto zu Konto. Es unterstützt Zahlungen zwischen Privatpersonen, im Onlinehandel und lokal per QR-Code. Weitere Funktionalitäten wie beispielsweise NFC-Zahlungen, Abonnements und Käuferschutz befinden sich im Aufbau. Bisher ist Wero in Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg und den Niederlanden verfügbar. Das Kunstwort setzt sich zusammen aus englischwe‚wir‘ und Euro.
Geschichte
Ausgangslage
Als Vorläufer von Wero gelten die nationalen Zahlungsdienste Giropay (DE), Paylib (FR), iDEAL (NL) und Payconiq (BE, LU). Während beispielsweise iDEAL sehr erfolgreich war, konnte sich Giropay in Deutschland aufgrund der für die Kunden und Händler gleichermaßen komplizierten und aufwendigen Einrichtung nicht durchsetzen. Giropay hatte 2023 noch einen Marktanteil von 0,4 Prozent und soll aufgrund hoher Fixkosten nicht mehr rentabel gewesen sein. Beschlossen wurde, den Zahlungsdienst zusammen mit dem Anbieter Paydirekt Ende 2024 einzustellen und den neuen Zahlungsdienst Wero in mehreren Etappen schrittweise aufzubauen.
Wero sollte unkomplizierter gestaltet werden als Giropay. Für Privatkunden wurde daher vorgesehen, Wero direkt in die Banking-Apps der Kunden zu integrieren. Ein wesentliches Ziel der EPI ist außerdem, mobile Zahlungen nach europäischen Datenschutzrichtlinien ohne zwischengeschaltete außereuropäische Dienstleister direkt zwischen den Konten der teilnehmenden Banken in Europa zu ermöglichen. Dies soll die Marktmacht US-amerikanischer Zahlungsdienstleister begrenzen.
Als zentraler Erfolgsfaktor wird die relativ geringe Höhe der Händlergebühren angesehen.
Die EPI wurde anfangs von 32 Finanzdienstleistern unterstützt. Einige südeuropäische Länder, wie Italien und Spanien, zogen sich zwischen 2020 und 2024 aus der Initiative zurück und schufen die Alternative EuroPA.
Zum Marktstart von Wero Anfang 2024 gehörten der EPI noch 16 von ursprünglich 32 Finanzdienstleistern an.
Belgien, Deutschland und Frankreich
Der HVV-Fahrkartenautomat mit WERO-Zahlungsfunktion, vorgestellt auf der InnoTrans 2026
Die EPI startete im Dezember 2023 auf Basis der fertig entwickelten Bezahllösung SCT-Inst SEPA mit einem Pilotbetrieb zwischen der Sparkasse Elbe-Elster und der französischen Banque Populaire. Der Start erfolgte am 2.Juli 2024, zunächst als Wettbewerber für PayPal Freunde und Familie. Ende 2024 wurden sämtliche Paydirekt-Konten gekündigt. Die EPI hat gleichzeitig als Nachfolger die „digitale Geldbörse“ Wero Wallet mit Handy-zu-Handy-Zahlungen in Belgien, Deutschland und Frankreich eingeführt.
Beginnen sollte die Einführung in Deutschland mit einer begrenzten Anzahl an Banken (Sparkassen und VR-Banken) und einer Reihe von Online-Händlern, von denen allerdings nur Eventim im Online-Shop Wero zeitnah eingeführt hat. Daneben haben etwa 200 deutsche Gemeinden Wero als Zahlungsmethode aktiviert oder arbeiten an der Einführung. Seit 2026 gibt es in Deutschland erste Läden, die Wero-Zahlungen über QR-Codes anbieten. 2026 haben Lidl, Decathlon und DM und Orange Zahlungen über Wero im Onlinehandel eingeführt. Viele Banken haben Wero zum Start in ihre Banking-Apps integriert. Zusätzlich hat die EPI aber auch eine eigene Mobile App entwickelt, sodass nach Aussage des Anbieters fast alle Bankkunden in diesen Ländern Wero mit großer Wahrscheinlichkeit nutzen konnten. Die App erschien am 25. November 2024 für Kunden der Postbank und schrittweise für weitere Banken. Sie sollte mit Twint (Schweiz) bzw. MobilePay (Dänemark) vergleichbar sein.
Im Juli 2026 kannten in Deutschland 39Prozent der Befragten Wero. Nur Knapp 7Prozent hatten Wero schon benutzt, wobei etwa 14Prozent Wero bereits in ihrem Konto aktiviert hatten.
Luxemburg
2023 übernahm der Wero-Betreiber EPI den luxemburgischen Bezahldienst Payconiq. 2026 erfolgte für die Kunden die tatsächliche Umstellung der Technologie von Payconiq auf Wero.
Lokale Payconiq-QR-Codes sollen noch bis Anfang 2027 von Wero akzeptiert werden, danach ist vorgesehen, dass neue Wero-Codes generiert werden müssen.
Es wurde erwartet, dass die Anzahl der Händler, die Wero akzeptieren, im Laufe des Oktober 2026 von ca. 600 auf über 2000 ansteigt. Auch im Onlinehandel sollte Wero noch 2026 eingeführt werden.
Niederlande
Die 16 größeren Banken in den Niederlanden, die auch das Bezahlsystem iDEAL unterstützten, migrieren dieses ab Januar 2026 schrittweise bis Ende 2027 zu Wero. Im September 2026 hat bunq als erste Bank in den Niederlanden Wero für Privatkunden aktiviert. Mit der Übernahme von iDEAL werden etwa 15Millionen niederländische Kunden zu Wero übertragen. Im niederländischen Onlinehandel startete Wero im Oktober 2026.
Entwicklung der Nutzerzahlen
Die Nutzerzahlen stiegen in den drei Startländern Frankreich, Deutschland und Belgien zwischen November 2024 und September 2026 von 14Millionen auf 60Millionen registrierte Nutzer.
In Frankreich und Belgien konnten zum Start von Wero 26 Millionen Nutzer von Paylib und 4,1 Millionen von Payconiq übernommen werden. Dies hat zu einer schnellen Verbreitung in diesen Ländern geführt. Im Juni 2026 hatten knapp 40 Millionen Franzosen Wero aktiviert. In Deutschland war die Kundenbasis im Mai 2026 mit 8 Millionen noch vergleichsweise klein. Die langsamere Verbreitung hier wird unter anderem auf die vergleichsweise starke Verbreitung von PayPal und die Schwäche des Wero-Vorläufers Giropay zurückgeführt, sowie das Fehlen einiger wichtiger Banken.
In einer YouGov-Umfrage von Anfang 2026 gaben in Frankreich 19% der befragten Personen an, bevorzugt Wero für Zahlungen zwischen Privatpersonen (P2P) zu nutzen. In Deutschland lag Wero mit 4% weit hinter PayPal mit 56%.
Kritik
Nutzung von Amazon Web Services
Im April 2026 hat die EPI eingestanden, für den Betrieb von Wero teilweise Amazon Web Services zu nutzen. Allerdings wird angegeben, dass alle Daten verschlüsselt und nur auf europäischen Servern gespeichert werden. Außerdem strebt die EPI eine Verringerung dieser Abhängigkeit an.
Datenschutz
Für eine Überweisung mit Wero benötigt man weder Namen noch IBAN. Da Wero Echtzeitüberweisungen nutzt, tauchen Name und IBAN des Überweisungspartners aber im Kontoverlauf des jeweils anderen auf. Die Sparkassen schätzen das direkte Missbrauchspotenzial dieser Daten als gering ein.
Funktionalität
Wero wird den Kunden direkt von ihrer Bank bereitgestellt und basiert auf Echtzeitüberweisungen (SCT Inst). Da das Geld von Wero lediglich durchgereicht und nicht zwischengeparkt wird, greifen die regulären Einlagensicherungssysteme der beteiligten Banken. Die Plattform ist entweder über die Banking-Apps der unterstützenden Banken verfügbar oder über eine separate Wero-App, welche für Android und iOS erhältlich ist. Personen, die kein Smartphone oder Tablet mit mobilem Banking nutzen, sind ausgeschlossen.
Im Gegensatz zu einer normalen Überweisung wird keine IBAN und kein Name des Empfängers benötigt. Wero unterstützt stattdessen E-Mail-Adressen, Mobilfunknummern oder QR-Codes. Zahlungen sind grundsätzlich auf 100.000€ begrenzt.
Privat Geld senden (Konto zu Konto, P2P) Private Nutzer können sich untereinander kostenlos Geld senden. Die Funktion Geld senden kann auch von Solo-Selbstständigen (bspw. Nachhilfelehrer, Freelancer) genutzt werden. Nutzer können sowohl Geld senden als auch anfordern und auch Beträge unter mehreren Personen aufteilen.
Online-Handel Wero unterstützt Zahlungen in Online-Shops. Auf Smartphones werden Kunden hierfür direkt in ihre Banking-App weitergeleitet. Beim Online-Shopping auf PCs und Laptops wird ein QR-Code angezeigt, welcher mit der Banking-App gescannt und freigegeben werden muss. Neben einmaligen Zahlungen unterstützt Wero auch Abonnements. Händler müssen für Zahlungen mit Wero eine Gebühr entrichten, welche allerdings deutlich niedriger ausfallen soll als bei Konkurrenten wie PayPal.
Zahlungen im stationärem Handel (POS) Wero unterstützt stationäre Zahlungen per QR-Code an der Ladenkasse. Hierfür wurde 2024 und 2025 ein Pilotprojekt durchgeführt. NFC-basierte Zahlungen sind für 2027 geplant. Etwa bis zum Jahre 2029 soll die Bezahllösung für den Handel flächendeckend in Europa verfügbar sein.
Zahlungsmodalitäten und Value-Added-Services Für die Zukunft sind die Einbindung in Kundenbindungsprogramme und weiteren Value-Added-Services, Käuferschutz, und weitergehende Zahlungsmodalitäten wie Ratenzahlung, die Verwaltung von wiederkehrenden sowie Ereignisabhängigen Zahlungen geplant. Wero setzt dabei als reine Softwarelösung auf der vorhandenen Hardware und bestehenden Systeme der Händler auf, was den Integrationsaufwand erheblich reduziert.
Kosten
Für Wero entstehen Kosten, die Händler im Internet und im stationären Handel für die Abwicklung der Zahlung vom privaten Verbraucher entrichten müssen. So berichtete das Nachrichtenportal Heise online im Mai 2025, dass die Höhe des sogenannten „Disagios“ (Gebühr) durch die jeweilige Bank selbst bestimmt werde, die Hannoversche Volksbank beispielsweise aber 0,65Prozent des Umsatzes berechne und keine weiteren „Sockelbeträge“ oder Fixkosten erhebe. Heise online fasste im Mai 2025 die Gebührensituation bei Onlinekäufen so zusammen: Die Gebühren lägen bei Wero „etwas unterhalb der Kosten gängiger Kredit- und Debitkarten und deutlich unterhalb PayPals“.
Reichweite
Derzeit ist Wero in Frankreich, Belgien, Deutschland, Luxemburg und den Niederlanden verfügbar. Das ermöglicht grenzüberschreitenden Zahlungen innerhalb der EU. Laut EPI vereinen diese Märkte 64% der Transaktionen in der EU auf sich. Wero will außerdem 2027 nach Österreich und perspektivisch auch nach Großbritannien expandieren.
Banken
Für Privatpersonen steht Wero als Bezahldienst nicht eigenständig zur Verfügung, sondern bildet eine Servicefunktion des eigenen Girokontos. Es muss von der Bank des Kunden unterstützt werden, selbst wenn die Funktion nicht in die Banking-App integriert ist und die Wero-eigene App verwendet wird.
Verknüpfung mit anderen europäischen Zahlungsdiensten und Finanzdienstleistern
Parallel zu EPI und Wero ist in Südeuropa mit der European Payments Alliance (EuroPA) ein Verbund lokaler Zahlungsdienste entstanden, welcher ähnliche Ziele wie die EPI verfolgt. Beide Plattformen haben 2025 eine Kooperation vereinbart. Im zweiten Halbjahr 2026 soll demzufolge das systemübergreifende Senden von Geld zwischen Privatpersonen und 2027 Zahlungen im Onlinehandel und an Ladenkassen ermöglicht werden. Die Kooperation steht außerdem auch der Aufnahme weiterer europäischer Länder offen gegenüber, bspw. auch der Schweiz.
Im September 2026 wurde die Gründung der Gesellschaft European Network for Payments (ENP) bekanntgegeben, welche den Betrieb des Interoperabilitätshubs übernimmt. Darüber werden anfangs die Zahlungsdienste Bancomat, Bizum, SIBS-MB Way, Vipps MobilePay und Wero verknüpft. Die kombinierte Nutzerbasis wird mit 130Millionen angegeben. Die anfangs inkludierten Länder sollen über 70% der EU-Bevölkerung (inkl. Norwegen) repräsentieren.
Im Oktober 2026 trat die EPI außerdem der Standardisierungsorganisation nexo standards bei. Dies soll die europaweite Akzeptanz von Wero auf Terminals unterschiedlicher Anbieter sicherstellen. Diverse Finanzdienstleister haben eine Akzeptanz und Integration von Wero umgesetzt oder angekündigt.