| Whale Sanctuary Project (WSP) | |
|---|---|
| Rechtsform | Initiative |
| Gründung | April 2016 |
| Geschäftsstelle | Sherbrooke |
| Zweck | Walschutzgebiet |
| Website | whalesanctuaryproject.org |
Das Whale Sanctuary Project ist eine gemeinnützige Initiative zum Walschutz mit Sitz in Nova Scotia, Kanada. Das im April 2016 gegründete Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, ein dauerhaftes Meeresschutzgebiet für in Gefangenschaft gehaltene Wale, darunter Orcas und Belugas, zu errichten. Es erhielt Unterstützung von verschiedenen Tierschutzorganisationen und koordinierte Rettungsaktionen für in Gefangenschaft gehaltene Wale in Russland, im kanadischen Marineland und in Meeresparks in Frankreich.
Im April 2016 wurde das Whale Sanctuary Project in Washington, D.C. mit den Gründungsmitgliedern Lori Marino, David Phillips und Naomi Rose gegründet. Steve B. Dunn, CEO von Munchkin Inc., sagte eine Million US-Dollar für die Suche nach einem geeigneten Standort für ein Schutzgebiet zu. Im Mai 2017 begannen die Vorarbeiten, darunter Finanzprognosen für den Bau von Tierpflege- und Veterinäreinrichtungen, Personal- und Verwaltungsgebäuden, Unterkünften sowie Plänen für ein Informations- und Aufklärungszentrum. Darüber hinaus wurden über 120 potenzielle Standorte im US-Bundesstaat Washington, in British Columbia, Maine und Nova Scotia geprüft und schließlich auf 30 Standorte eingegrenzt.
Im August 2018 beteiligte sich das Whale Sanctuary Project gemeinsam mit der National Oceanic & Atmospheric Administration (NOAA) im pazifischen Nordwesten an einer Rettungsaktion für das vierjährige Orca-Kalb Scarlett. Das Kalb überlebte jedoch nicht. Im April 2019 wurde ein Team des Whale Sanctuary Project von der russischen Regierung eingeladen, die Befreiungsaktion „Whale Aid“ für 97 gefangene Wale und Delfine zu entwickeln. Im Juni desselben Jahres wurde die erste Gruppe der Wale in das Meer freigelassen, aus dem sie gefangen worden waren. Im Oktober 2019 wurde die Port Hilford Bay in Nova Scotia als idealer Standort für ein Meeresschutzgebiet ausgewählt, da sie alle Anforderungen an ein solches Schutzgebiet erfüllte. Im Februar 2020 wurde Port Hilford in Nova Scotia als Standort für ein Schutzgebiet ausgewählt. Aufgrund des Ausbruchs der COVID-19-Pandemie im März 2020 verzögerte sich die weitere Entwicklung. Bis 2021 wurden jedoch Süßwasseruntersuchungen, Algenproben, saisonale Meeres- und Süßwasserproben sowie Analysen von Wassertemperatur und -pegel durchgeführt. Weitere Untersuchungen umfassten den Einsatz von Hydrophonen und Mikrofonen im Juni 2020, sowie diverse Studien, darunter, die von Juli bis September 2020 abgeschlossen wurden.
Im März 2021 wurde die Standortuntersuchung von Port Hilford abgeschlossen. Die genaue Lage des Schutzgebiets wurde zwischen Wine Harbour und Barachois Island festgelegt. Anschließend wurde im Juli 2021 eine Lidar-Vermessung durchgeführt, ergänzt durch Sonar-Kartierung. Diese Untersuchungen dienten dazu, die Auswirkungen von Schall auf Wale und Delfine zu ermitteln.
Im Oktober 2021 wurde das Betriebs- und Besucherzentrum in Sherbrooke in Nova Scotia eröffnet. An der feierlichen Eröffnung nahmen unter anderem Angehörige der First Nations und Wilfred Moore teil. Der kanadische Mi'kmaq-Künstler Alan Syliboy stiftete dem Zentrum zwei Gemälde. Im Dezember 2021 fanden erste Gespräche mit Marineland of Canada über die Möglichkeit statt, Wale und Delfine aus deren Anlage in das Schutzgebiet zu verlegen. Im März 2022 verpachtete das kanadische Ministerium für natürliche Ressourcen und Erneuerbare Energien (Department of Natural Resources & Renewables) dem WSP ca. 83 Hektar der Bucht für 20 Jahre. Das Angebot beinhaltet eine jährliche Zahlung von 14,37 $ pro Hektar, was etwa 1.200 $ für das gesamte Gebiet entspricht.
Es wurden bis 2025 viele weitere Studien und Vermessungen in Auftrag gegeben.
Am 10. Oktober 2025 erhielt die Regierung von Nova Scotia einen Bericht mit Empfehlungen des ehemaligen Ministers für natürliche Ressourcen, Tory Rushton. Elf Tage später erließ die Regierung einen Regierungsbeschluss, der einen 20-jährigen Pachtvertrag mit der Krone für das 81 Hektar große Land- und Meeresgebiet genehmigte. Der Pachtvertrag kann um eine weitere Laufzeit verlängert werden. Nach dieser Entscheidung konnte das Whale Sanctuary Project (WSP) mit weiteren Arbeiten beginnen, bevor die ersten Wale aus Gefangenschaft entlassen wurden.