| Film | |
| Titel | When the Sea Was Calm |
|---|---|
| Originaltitel | როცა ზღვა იყო მშვიდი |
| Transkription | Rotsa Zgva Iko Mshvidi |
| Produktionsland | Georgien |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Länge | 18 Minuten |
| Produktionsunternehmen | 20Steps Productions |
| Stab | |
| Regie | Mamuka Tkeshelashvili |
| Drehbuch | Mamuka Tkeshelashvili |
| Produktion | Vladimer Katcharava |
| Musik | Betkho |
| Schnitt | Levan Kukhashvili |
When the Sea Was Calm (Originaltitel: როცა ზღვა იყო მშვიდი, deutsch „Als das Meer ruhig war“) ist ein georgischer animierter Kurzfilm von Mamuka Tkeshelashvili aus dem Jahr 2026. Der ohne Dialog erzählte Film handelt von der ersten Liebe eines 13-jährigen Jungen in Sochumi, dessen Kindheit durch den Krieg endet.
Ein 13-jähriger Junge lebt in Sochumi am Schwarzen Meer. Mit seinen Freunden fährt er Fahrrad, spielt Fußball und geht schwimmen. Als ein Mädchen mit seinem kleinen Hund in das gegenüberliegende Haus einzieht, verliebt er sich zum ersten Mal. Mit dem Ausbruch des Krieges endet der unbeschwerte Alltag. Die Familie des Mädchens muss die Stadt verlassen. Im Gedränge am Bahnhof geht ihr Hund verloren. Der Junge findet ihn und nimmt ihn mit, als auch seine eigene Familie aus der brennenden Stadt flieht. Jahrzehnte später kehrt er als alter Mann nach Sochumi zurück. In den Ruinen seines früheren Zuhauses werden Erinnerungen an seine Kindheit wach. Zwischen den zerstörten Gebäuden erscheinen Bilder der einstigen Stadt. Am Ende ist er wieder als Junge zu sehen, der mit seinem Fahrrad durch die sommerlichen Straßen fährt.
Der Film entstand zwischen 2023 und 2026 unter der Regie von Mamuka Tkeshelashvili, der auch das Drehbuch schrieb. Produzent Vladimer Katcharava bezifferte das Budget auf rund 70.000 Euro. Seine Firma 20Steps Productions produzierte den Film in Zusammenarbeit mit der Georgian Film Academy und Animatory. Die Bild- und Tonnachbearbeitung fand in Tiflis statt.
Tkeshelashvili verbindet Puppenanimation und Legetrick mit handgefertigten Kulissen und Gebäudeminiaturen. Dabei greift er die Erinnerung an das Massaker von Sochumi 1993 auf. Im Vordergrund stehen das Leben vor der Zerstörung der Stadt und die Sehnsucht nach dem verlorenen Heimatort.
Der Film feierte seine Premiere 2026 im Kurzfilmwettbewerb des Festival d’Animation Annecy. Im selben Jahr wurde er im Internationalen Wettbewerb Animationsfilm des DOK Leipzig gezeigt.
Chris Robinson hob in Cartoon Brew den Wechsel von sommerlicher Unbeschwertheit zu Krieg und Flucht hervor. Die schnellen, unscharfen Bilder vermittelten die Panik der Flucht und erinnerten stellenweise an Aufnahmen mit einer Handkamera. Eingefügtes Archivmaterial verstärke den Bezug zur tatsächlichen Zerstörung der Stadt. Robinson würdigte den Film als bewegende Auseinandersetzung mit dem Krieg in Abchasien, die zugleich über diesen konkreten Konflikt hinausweise.
Beim Ottawa International Animation Festival 2026 erhielt der Film den Animation Guild Craft Award for Best Design und eine lobende Erwähnung beim Publikumspreis. Die Jury würdigte die Gestaltung der Figuren und Schauplätze, durch die sowohl die unbeschwerten als auch die schrecklichen Momente spürbar würden.
Beim Dok Leipzig erhielt er den mephisto-97.6-Preis und eine lobende Erwähnung im internationalen Wettbewerb Animationsfilm.