

Die Wiede, auch das Wiedel genannt, ist eine gedrehte Rute aus pflanzlichem Material, die früher statt Schnüren und Stricken verwendet wurde.
Die Wiede ist eine gedrehte Rute aus langfaserigem pflanzlichem Material, auch Wiedenband genannt. Sie wurden früher in unterschiedlichen Stärken zum zusammenbinden von praktisch allem verwendet.
Übliche Anwendungsfälle waren
Das Grimmsche Wörterbuch verzeichnet viele weitere Verwendungsarten der Wiede, unter anderem als Strang zur Hinrichtung, als Fessel, bei Türen anstatt der Türangeln oder anstatt des Riegels, zum Schuhbinden und zum Anbinden von Pflanzen (zum Beispiel Weinreben).
Sie bestehen aus Hasel, Weide oder Traubenkirsche oder auch aus Eschen-, Tannen- und Fichtenstämmchen und sind sehr belastbar.
Zur Herstellung von Wieden wurden die Stämmchen in Wasser eingeweicht und in vier bis fünf Meter langen Bäh- oder Wiedöfen erhitzt („gebäht“). Anschließend wurden jene im heißen Zustand an Wiedstöcken zu Wieden gedreht und zu Kränzen geformt.
Wieden in Wiedlöchern wurden in der Flößerei zum Einbinden von Flößen verwendet.
Der Begriff findet sich im Zusammenhang mit pflanzlichen Bezeichnungen für:
Das Wort wiede hat sich aus althochdeutsch witta, das Binde oder Band bedeutet, über mittelhochdeutsch wide für gedrehten Strick und Band entwickelt. Vom selben Stamm leitet sich auch die Bezeichnung für den Baum Weide ab. Grundlage ist die indoeuropäische Wurzel *uieH-, die im Sinne von drehen bzw. biegen verwendet wurde, welches auf biegsame Zweige oder Flechtwerk übertragen wurde.