Wildfang

Als Wildfang wurde ursprünglich allgemein die Jagd oder speziell das Einfangen eines Wildtieres bezeichnet, davon abgeleitet auch das eingefangene Wildtier. Diese Wortverwendungen sind auch heute noch in Gebrauch, teils mit abgewandelter Bedeutung.

Im übertragenen Sinn wird ein sehr lebhaftes Kind oder Mädchen oder auch ein sehr lebhaftes Tier als „Wildfang“ bezeichnet. Zu Mädchen mit jungenhaftem Verhalten siehe auch Tomboy.

Heutige Bedeutungen

Illegaler Wildfang: Königskobra, die in einer Chipsverpackung geschmuggelt und 2017 in Los Angeles aufgefunden wurde

Tätigkeiten

Wildtiere

„Wilde“ Kinder und Tiere

Rechtsbegriff im Mittelalter

Ein Wildfang ist in der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Rechtssprache eine Person ohne eigenen Leibherrn, die aus einer anderen Gegend zugezogen war und die deshalb Leibeigener des Ortsherrn wurde. Für ein regionales Beispiel siehe Wildfangrecht.

Etymologie und Bedeutungsentwicklung

Wildfang stammt vom spätmittelhochdeutschen wiltvanc. Die genaue Bedeutungsentwicklung ist unklar. Schon im 15. Jahrhundert vermischt sich die Bezeichnung für das Wild mit dem Adjektiv wild für „freilebend, ungestüm, ungezähmt“ sowie die Tätigkeit fangen mit dem Substantiv Fang für „Beute“.

Aus den Angaben in verschiedenen alten Wörterbüchern ist folgende Bedeutungsentwicklung ablesbar:

Bauwerk

Wiktionary: Wildfang – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. 1 2 Illegaler Wildtierhandel: Ein Affe im Warenkorb vom 3. März 2017 Spektrum der Wissenschaft, abgerufen am 31. August 2024.
  2. ↑ Wildfang, Bedeutung 2. Duden online.
  3. ↑ Wildfang, Bedeutung 3. Duden online.
  4. ↑ Wildfang, Bedeutung 1. Duden online.
  5. ↑ WILDFANG, m. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm (Hrsg.): Deutsches Wörterbuch. Band 30: Wilb–Ysop – (XIV, 2. Abteilung). S. Hirzel, Leipzig 1960, Sp. 71 (woerterbuchnetz.de).
  6. ↑ Johann Christoph Adelung: Wildfang, der. In: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart. 2. Auflage. Band 4: Seb–Z. Breitkopf, Leipzig 1801, S. 1545–1546 (Digitalisat. zeno.org).
  7. ↑ Wildfang. [7]. In: Heinrich August Pierer, Julius Löbe (Hrsg.): Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit. 4. Auflage. Band 19: Weck–Zz und Nachträge. Altenburg 1865, S. 212 (zeno.org).
  8. ↑ Wildfang. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 20: Veda–Zz. Bibliographisches Institut, Leipzig / Wien 1909, S. 629 (Digitalisat. zeno.org).
  9. ↑ Wildfang, der. In: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache. Abgerufen am 16. Februar 2026