Wilfried Heider

Wilfried Heider (* 14. März 1939 in Magdeburg; † 12. September 1999 ebenda) war ein deutscher Metallgestalter.

Leben und Werk

Heider war der Sohn eines Schlossermeisters. Er besuchte in Magdeburg die Grundschule und absolvierte dann bei seinem Vater von 1953 bis 1956 eine Schlosserlehre. Von 1956 bis 1959 studierte er in der Abteilung Kunstschmiede und u. a. bei Bruno Groth an der Fachschule für Angewandte Kunst Magdeburg. Mit Groth unterhielt er dann eine lebenslange Freundschaft.

1959 legte Heider auch die Meisterprüfung im Schlosserhandwerk ab. Sein erster öffentlicher Auftrag war 1959 die Türgestaltung für die Feierhalle des Magdeburger Westfriedhofs. Er arbeitete seitdem in Magdeburg freischaffend als Metallgestalter. 1962 erhielt er die renommierte Anerkennung als Kunstschaffender im Handwerk.

Heider schuf mit seinen Mitaabeitern als Auftragsarbeiten eine Vielzahl von Werken für den öffentlichen Raum und architekturbezogener Werke. Das sind insbesondere Brunnen, Windspiele und Windharfen, Raumteiler, die Gestaltung von Türen, Toren und Gittern an und in repräsentativen Gebäuden vor allem in Magdeburg, und u. a. auch in Berlin, Gardelegen, Oschersleben und Tangerhütte. Vor allem für den öffentlichen Raum Magdeburgs sind seine Arbeiten prägend. Einige dieser Werke sind nach der deutschen Wiedervereinigung verloren gegangen, und Heider schuf seitdem neue Werke.

Heider beteiligte sich 1977, 1979 und 1981 an den wichtigen Symposien für Stahlgestaltung im VEB Chemieanlagenbau Staßfurt und 1983 und 1984 am Schmiedesymposium Tobiashammer in Ohrdruf. Er war ab 1962 Kandidat und von 1965 bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. Außerhalb der DDR war Heider auf repräsentativen Ausstellungen des DDR-Kunsthandwerks in Budapest, Lindau am Bodensee, Moskau, Prag, Sofia und Tallin vertreten.

Der künstlerische Nachlass Heiders befindet sich im Magdeburger Forum Gestaltung.

Ehrungen

Rezeption

„… er beherrschte sein Material und die Techniken zu dessen Bearbeitung meisterhaft und kam zu vielgestaltigen, überzeugenden Formfindungen: Gitter und Brüstungen, kultisches und anderes Gerät, Brunnen, Sonnenuhren und Mobilés und nicht zuletzt freie Plastiken – geschmiedet, geschnitten getrieben, und geschweißt. Viele seiner Arbeiten sind sinnfällig durch ihre Funktion bestimmt, er bringt es zur eigenen Form – in vielen bilden Handwerk und Kunst eine untrennbare Einheit.“

Werkbeispiele

Windspiel am Olvenstedter Graseweg in Magdeburg

Ausstellungen (unvollständig)

Personalausstellungen

Teilnahme an Ausstellungen

Literatur

Commons: Wilfried Heider – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Stefan Harter: Die Welt aus dem Blauen Bock. Abgerufen am 22. November 2023.
  2. ↑ Wilfried Heider (1939–1999) – Skulpturen – Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt (kunststiftung-sachsen-anhalt.de)
  3. ↑ Ruth Pape et al.: Bildende Kunst + Architektur. Baukatalog Teil 4, Potsdam, Magdeburg, Schwerin, Rostock, Neubrandenburg. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1972, Magdeburg, S. 78/79
  4. 1 2 Bildende Kunst, Berlin, 10/1968, S. 534 (Abbildung)
  5. ↑ Ruth Pape et al.: Bildende Kunst + Architektur. Baukatalog Teil 4, Potsdam, Magdeburg, Schwerin, Rostock, Neubrandenburg. Deut-sche Bauakademie, Berlin, 1972, Magdeburg, S. 80/81
  6. ↑ Peter Guth: Wände der Verheißung. Zur Geschichte der architekturbezogenen Kunst in der DDR. Thom, 1995, S. 216
  7. ↑ Bildende Kunst, Berlin, 10/1968, S. 535 (Abbildung)
  8. ↑ Bergfels: 1969 Magdeburg Trinkbrunnen von Wilfried Heider Edelstahl Breiter Weg 30 in 39104 Mitte. 5. Juni 2012, abgerufen am 22. November 2023.
  9. ↑ Heider, Wilfried: Türgestaltung. 1974, abgerufen am 22. November 2023.
  10. ↑ Simone Habendorf, Ina Nitzsche, Tilo Stolzenhain: Stendal. Sutton Verlag GmbH, 2003, ISBN 3-89702-525-6 (google.com [abgerufen am 22. November 2023]).
  11. ↑ Bildende Kunst, Berlin, 2/1980, S. 77 (Abbildung)
  12. ↑ Abbildung in Bildende Kunst, Berlin, 2/83, S. 62
  13. ↑ Kunstwerke. In: magdeburg.de. Abgerufen am 7. Dezember 2023.
Personendaten
NAME Heider, Wilfried
KURZBESCHREIBUNG deutscher Metallgestalter
GEBURTSDATUM 14. März 1939
GEBURTSORT Magdeburg
STERBEDATUM 12. September 1999
STERBEORT Magdeburg