Wilhelm Goerdt (* 9. Dezember 1921 in Bochum; † 7. September 2014 in Neheim) war ein deutscher Philosoph, Ordinarius in Bochum und an der Universität Münster, der zu den wenigen Experten der nichtmarxistischen sowjetischen und russischen Philosophie gehörte.

Goerdt studierte in Münster Philosophie und Slawistik sowie Geschichte. In Münster wurde er 1960 zum Dr. phil. promoviert und 1966 habilitierte er sich dort. Er wird der Schule Joachim Ritters zugerechnet. 1966 begann er in Münster auch seine Lehrtätigkeit, wurde dort 1967 Dozent und 1969 Wissenschaftlicher Rat und Professor. Dann lehrte er ab 1971 als ordentlicher Professor für Philosophie erst an der Ruhr-Universität Bochum, ab 1974 bis zur Emeritierung an der Universität Münster.
In Deutschland wurde die osteuropäische Philosophie außerhalb des Marxismus-Leninismus auf dem einzigen einschlägigen Lehrstuhl von Wilhelm Goerdt vertreten, der nicht nachbesetzt wurde: Seine Schüler Boris Groys (Wien) und Alexander Haardt (Bochum) betreiben zwar weiter russische Philosophiegeschichtsschreibung, aber im Rahmen breiterer Lehrverpflichtungen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Goerdt, Wilhelm |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Philosoph und Experte für russische Philosophie |
| GEBURTSDATUM | 9. Dezember 1921 |
| GEBURTSORT | Bochum |
| STERBEDATUM | 7. September 2014 |
| STERBEORT | Neheim |