
Carl Heinrich Wilhelm Keibel (* 19. Mai 1792 in Berlin; † 5. September 1860 ebenda) war ein deutscher Fabrikant, Kommunalpolitiker und Stadtältester.

Keibels Eltern waren der Seidenbandfabrikant Carl Gottlieb Keibel (* 1763 in Pasewalk; † 1838 in Berlin) und Sophie Henriette, geborene Knoblauch. Keibel ging 1813 als Freiwilliger zur Landwehr, wurde nach der Schlacht von Waterloo zum Offizier befördert und mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Franz Lieber, ein Jugendfreund von Keibel und seinem Cousin Carl Friedrich Wilhelm Knoblauch, war 1815 auch sein Kriegskamerad. Mit Franz Lieber pflegte er sein Leben lang Briefkontakt. 1816 kehrte er nach Berlin zurück und wurde Bezirksvorsteher des Waisenhaus-Bezirks. 1817 übernahm er die Materialhandlung und Seifenfabrik seines Onkels Heinrich Keibel in der Stralauer Straße 52. Von 1820 bis 1850 amtierte er als unbesoldeter Stadtrat. Er wirkte in der Schuldeputation, als Vorsteher der Sparkasse, war Mitglied der Armen-Direktion und war als Mitbegründer tätig im Vorstand des am 16. November 1828 gegründeten Vereins zur Besserung der Strafgefangenen in den preußischen Staaten. Er war Mitglied im Ortsverein der Gustav-Adolf-Stiftung und Mitbegründer des Berliner Zoologischen Gartens. Er gehörte zu den Initiatoren aus dem Kreis der Kaufmannschaft zur Gründung der Berlin-Potsdamer Eisenbahn-Gesellschaft, bei der er zu den unbesoldeten Direktoren gehörte. Auch in anderen Eisenbahnprojekten war er sehr engagiert. 1848 war er Mitglied des Verwaltungsrats der Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn und 1857 Mitglied des Verwaltungsrats der Berlin-Stettiner-Eisenbahn-Gesellschaft. Er gehörte dem Verein der Kunstfreunde im preußischen Staat an, wo er von 1834 bis zu seinem Tod die Funktion des Schatzmeisters innehatte. Er war Ältester der Kaufmannschaft und 1851 ehrte ihn der Magistrat von Berlin mit dem Titel Stadtältester. Keibel hatte die Verlängerung der Schießgasse durchgesetzt und auf eigene Kosten pflastern lassen. Daher trägt diese seit 1858 als Keibelstraße seinen Namen. Keibel ist auf dem Alten Friedhof der St.-Nicolai- und St.-Marien-Gemeinde (Prenzlauer Berg) begraben.

Keibel heiratete am 10. Januar 1818 in der Berliner Nikolaikirche Auguste Luise Caplick (1799–1877). Es war eine Doppelhochzeit, da auch seine Schwester Emilie Henriette (1798–1821) am selben Tag und Ort ihren Cousin Carl Friedrich Wilhelm Knoblauch heiratete. Das Ehepaar Keibel hatte die Kinder:
Ein weiterer Onkel Keibels war der Generalmajor Gotthilf Benjamin Keibel.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Keibel, Wilhelm |
| ALTERNATIVNAMEN | Keibel, Carl Heinrich Wilhelm (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Fabrikant, Kommunalpolitiker und Stadtältester |
| GEBURTSDATUM | 19. Mai 1792 |
| GEBURTSORT | Berlin |
| STERBEDATUM | 5. September 1860 |
| STERBEORT | Berlin |