Wilhelm Thomasch (* 22. August 1893 in Teplitz, Königgrätzer Kreis, Königreich Böhmen; † 15. Dezember 1964 in Sierndorf, Bezirk Korneuburg) war ein österreichischer Keramiker und Porzellankünstler.
Nach der Kunstgewerbeschule in Teplitz absolvierte Wilhelm Thomasch ein Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Als junger akademischer Bildhauer begann er in dem heute zur Ukraine gehörenden damals polnischen Ort Pacyków (heute ein zur Stadt Wyhoda gehörender Ortsteil) in einem Keramikbetrieb zu arbeiten. Bald übernahm er die technische Betriebsführung. Nach einigen Jahren wurde er nach Wien geholt und begann als Betriebsleiter bei der Firma Goldscheider, in Wien zu arbeiten. Nach seinen Entwürfen und Modellen wurden künstlerisch wertvolle Keramikskulpturen bei Goldscheider in Serie produziert und weltweit vermarktet, er schuf in den 1920er und 1930er Jahren zahlreiche Figuren im Stil des Art déco. 1926 erwarb er eine Töpferei und Hafnerei in Sierndorf und konzentrierte sich auf die Produktion von Kunstkeramik.
Nach dem Zweiten Weltkrieg gelang ihm um 1950 der entscheidende Aufbau. Mit bis zu 60 Mitarbeitern, war die Keramikmanufaktur Thomasch einer der größten Arbeitgeber der Region. Bis zu sechs ehemalige Keramikkünstler von Goldscheider aus Wien unterstützten mehrere Jahre die Aufbauarbeit bei Thomasch in Sierndorf. Fünf Jahre nach seinem Tod wurde die Produktion geschlossen.
An seinem letzten Wohnort Sierndorf gibt es ein kleines Tomasch-Museum. Dort werden rund 350 Kunstkeramiken und 400 Gebrauchskeramiken von Wilhelm Thomasch ausgestellt, das Museum informiert weiter über den Keramik-Produktionsprozess seines Unternehmens.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Thomasch, Wilhelm |
| KURZBESCHREIBUNG | Keramiker und Porzellankünstler |
| GEBURTSDATUM | 22. August 1893 |
| GEBURTSORT | Teplitz, Königgrätzer Kreis, Königreich Böhmen |
| STERBEDATUM | 15. Dezember 1964 |
| STERBEORT | Sierndorf, Bezirk Korneuburg |