Wilhelm August Eduard Untrieser (* 19. Juni 1886 in Wiesbaden; † 3. Juni 1947 in Fischbachau) war ein deutscher Offizier, zuletzt Generalleutnant der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg.
Untrieser legte 1905 das Abitur am Gymnasium in Spandau ab. Von 1906 bis 1907 leistete er Wehrdienst im 5. Garde-Regiment zu Fuß. Anschließend absolvierte er ein Studium der Rechtswissenschaft. Er legte 1911 das erste juristische Staatsexamen ab. Daraufhin absolvierte er bis 1913 das Rechtsreferendariat.
Von 1913 bis 1914 war Untrieser Intendanturreferent beim Generalkommando des Gardekorps. Während des Ersten Weltkriegs war er von August 1914 bis Mai 1918 Intendant bei der 5. Infanteriedivision, zuletzt als Oberleutnant der Reserve. Von Mai 1918 bis Mai 1919 war er Vorstand der Feldintendantur der 11. Infanteriedivision. Anschließend war er von Mai bis Juni 1919 in der Intendantur des Militärverkehrswesens und von Juni bis September 1919 in der Intendantur des Gardekorps tätig. An der Universität Breslau wurde er 1919 mit der Dissertation Die Eisenbahnfahrkarte promoviert.
In der Weimarer Republik war Untrieser von September 1919 bis Mai 1925 bei der Reichswehrbrigade 7 bzw. beim Wehrkreiskommando VI in Münster tätig. 1923 bestand er die Prüfung für den höheren Verwaltungsdiensts im Heer. Von Juni 1925 bis November 1931 war er im Reichswehrministerium tätig. Während dieser Zeit wurde er 1926 zum Regierungsrat und 1927 zum Oberregierungsrat ernannt. Von Dezember 1931 bis Februar 1933 war er beim Wehrkreisverwaltungsamt V in Stuttgart tätig. Daraufhin war er von Februar bis Mai 1933 erneut kurzzeitig im Reichswehrministerium tätig. Im April 1933 wurde er zum Ministerialrat befördert.
Zum 1. Mai 1933 trat Untrieser der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 3.228.545). Im selben Monat trat er in den Dienst des Reichsluftfahrtministeriums ein. Dort war er zunächst bis Dezember 1934 als Referent tätig. Von April 1934 bis Januar 1939 war er Leiter der Abteilung Liegenschaftswesen im Luftwaffenverwaltungsamt des Reichsluftfahrtministeriums. Während dieser Zeit wurde er 1936 zum Ministerialdirigenten bzw. Generalmajor und 1937 zum Ministerialdirektor bzw. Generalleutnant ernannt. Von Februar 1939 bis zum Kriegsende im Mai 1945 war er Chef der Amtsgruppe II (Allgemeine Verwaltung) im Luftwaffenverwaltungsamt des Reichsluftfahrtministeriums.
Bei Kriegsende geriet Untrieser in britische und später in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft. Zuletzt befand er sich bis zu seiner Entlassung im März 1947 im Lazarett des Internierungslagers in Garmisch-Partenkirchen. Er starb wenige Monate nach seiner Entlassung im Juni 1947 in Fischbachau im Alter von 60 Jahren. Sein Spruchkammerverfahren wurde nach seinem Tod eingestellt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Untrieser, Wilhelm |
| ALTERNATIVNAMEN | Untrieser, Wilhelm August Eduard (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Offizier |
| GEBURTSDATUM | 19. Juni 1886 |
| GEBURTSORT | Wiesbaden |
| STERBEDATUM | 3. Juni 1947 |
| STERBEORT | Fischbachau |