William Benjamin Carpenter

William Benjamin Carpenter

William Benjamin Carpenter (* 29. Oktober 1813 in Exeter; † 19. November 1885 in London) war ein englischer Physiologe und Naturforscher.

Leben und Wirken

Carpenter studierte Medizin am University College London und an der Universität Edinburgh, wo er 1839 mit der Arbeit The Physiological Inferences to be Deduced from the Structure of the Nervous System of Invertebrated Animals zum M.D. promoviert wurde.

Carpenter wurde zunächst durch sein Handbuch Principles of General and Comparative Physiology (1839) bekannt, in dem er erstmals ein Lehrsystem für eine allgemeine Biologie entwarf. 1844 wurde er zum Mitglied der Royal Society gewählt. 1845 wurde er Fuller-Professor der Physiologie an der Royal Institution. 1847 wurde er Examinator für Physiologie und vergleichende Anatomie an der Universität London, 1849 Professor für Gerichtsmedizin am University College und schließlich 1856 Registrator an der Universität. Seit 1873 war er korrespondierendes Mitglied der Académie des sciences und seit 1875 auswärtiges Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

In London leistete er mikroskopische Studien zum Schalenbau und der -struktur sowie zur Systematik der Foraminiferen (Monographie 1862). In der Zoologischen Station Neapel untersuchte er den Bau der Haarsterne. Neben physiologischen Untersuchungen führte er ab 1868 Tiefseeforschungen durch. So organisierte er unter anderem die Challenger-Expedition (1872–1876). Carpenter war an der Diskussion um das Pseudofossil „Eozoon canadense“ beteiligt.

Carpenter beschrieb den nach ihm Carpenter-Effekt genannten ideomotorischen Effekt zum ersten Mal 1852 (siehe auch Ideo-Realgesetz). Er schlug 1853 das „sensory ganglion“ (Thalamus) als den Sitz des Bewusstseins vor.

Schriften (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Vergleiche Hentschel, Wagner, Seite 131, Artikel „Carpenter, William Benjamin“
  2. ↑ Verzeichnis der Mitglieder seit 1666: Buchstabe B. Académie des sciences, abgerufen am 8. Februar 2020 (französisch).
  3. ↑ Mitgliedseintrag von Willian Benjamin Carpenter (mit Link zu einem Nachruf) bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 13. Januar 2017.
  4. ↑ Vergleiche Hentschel, Wagner, Seite 131, Artikel „Carpenter, William Benjamin“