William Dean Howells

William Dean Howells
70. Geburtstag 1907 in der Sonntagsbeilage der New York Times

William Dean Howells (* 1. März 1837 in Martinsville (heute Martins Ferry), Ohio; † 11. Mai 1920 in Neu England) war ein US-amerikanischer Schriftsteller, Literaturkritiker und Zeitschriftenredakteur. Seine bekanntesten Werke sind A Modern Instance (1881) und The Rise of Silas Lapham (1885).

Leben und Karriere

Geboren als zweites von insgesamt acht Kindern erlebte Howells eine unstete Kindheit. Die Familie wechselte häufig den Wohnort und lebte unter anderem in der utopischen Kommune Eureka Mills. Geprägt von seinem Vater, einem Redakteur und Schriftsetzer, lernte William D. Howells den Beruf des Schriftsetzers. Parallel dazu erlernte er im Selbststudium verschiedene Sprachen, darunter auch deutsch, und begann mit dem Schreiben kurzer Gedichte und Aufsätze, die er im Ohio State Journal und im Atlantic Monthly veröffentlichte.

Einen ersten nationalen Erfolg erzielte Howells mit einer Biografie des Präsidentschaftskandidaten Abraham Lincoln, die dieser in seinem Wahlkampf einsetzte. Mit den Einnahmen aus diesem Werk finanzierte Howells seinen Umzug nach New England, wo er zahlreiche literarische Größen, darunter Nathaniel Hawthorne, Henry David Thoreau, Walt Whitman, Ralph Waldo Emerson und Sarah Orne Jewett kennenlernte.

Nach einer kurzen Zeit in New England nahm Howells das Amt des Honorarkonsuls von Venedig an, das ihm als Dank für seine Leistungen im Präsidentschaftswahlkampf angeboten wurde. Während seines vierjährigen Italienaufenthalts (1861–1865) lernte er seine Frau Elinor Mead Howells kennen, mit der er drei Kinder hatte (Winifred * 1863, John Mead * 1868, Mildred * 1872).

Mit der Rückkehr nach New England kehrte Howells auch zum Atlantic Monthly zurück. Hier arbeitete er zunächst als stellvertretender Herausgeber, ehe er 1871 zum Herausgeber wurde. Als einflussreicher Herausgeber einer literaturgeprägten Zeitschrift wurden zahlreiche bekannte amerikanische Autoren persönliche Freunde Howells. Eine jahrzehntelange Freundschaft verband ihn mit Mark Twain. Persönlich widmete er sich der grundsätzlichen Literaturwissenschaft und wurde zum Verfechter des (amerikanischen) Realismus. In der Auseinandersetzung mit Romantikern entwickelte sich der von Howells propagierte Realism War.

Im Jahre 1881 beendete Howells sein Engagement beim Atlantic Monthly und veröffentlichte seine Arbeiten in verschiedenen regionalen Magazinen. Gleichzeitig profilierte er sich als Förderer regionaler Autoren und half diesen bei der Veröffentlichung ihrer Werke.

Als Anerkennung seiner Leistung wurde Howells nach der Gründung der American Academy of Arts and Letters 1904 zu ihrem ersten Präsidenten gewählt. Ebendiese Akademie rief als weitere Anerkennung Howells’ im Jahre 1915 die bis heute bekannte Howells-Medaille ins Leben.

Howells starb am 11. Mai 1920 in New England an den Folgen einer Lungenentzündung. Sein Enkel, der Sohn seines Sohnes John Mead Howells, eines erfolgreichen Architekten, war der Anthropologe William White Howells (1908–2005).

Schriftstellerische Phasen

Neben seiner Arbeit als Redakteur und Herausgeber verschiedener Magazine schrieb Howells zahlreiche Kurzgeschichten, Gedichte und Novellen. Hier sind drei Phasen zu unterscheiden.

Aufgrund des Romans A Traveler from Altruria (1894, deutsch Ein Reisender aus Altrurien) und dessen Fortsetzung Through the Eye of the Needle (1907, deutsch: Durchs Nadelöhr) gilt Howells als früher Vertreter des sozial engagierten utopischen Romans. Der Roman Seen and Unseen at Stratford-upon-Avon: A Fantasy (1914) und eine Reihe phantastischer Erzählungen – hauptsächlich gesammelt in Questionable Shapes (1903) und Between the Dark and the Daylight (1907) – bilden die Grundlage für Howells’ Einordnung als Vorläufer der modernen Science-Fiction und Phantastik. Seine Erzählung Christmas Every Day (1892) soll die Inspiration für Danny Rubins Drehbuch von Und täglich grüßt das Murmeltier (1993) gewesen sein.

Bibliografie

Briefe
Werke

Literatur

Monografien
Lexika
Commons: William Dean Howells – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: William Dean Howells – Quellen und Volltexte (englisch)

Einzelnachweise

  1. ↑ John Clute: Howells, William Dean. In: John Clute, Peter Nicholls: The Encyclopedia of Science Fiction. 3. Auflage (Online-Ausgabe), Version vom 12. April 2017.