William „Bill“ Hall Jr. (* 3. Oktober 1946 in Rendville, Ohio; † 14. Februar 2025 in Bellevue, Washington) war ein US-amerikanischer Schauspieler.
Hall war der älteste Sohn von Colonel William Hall und Captain Allie Marie Summers Hall; er wuchs mit sieben Geschwistern in einer Militärfamilie auf. Seine Kindheit war durch häufige Umzüge der Familie innerhalb der Vereinigten Staaten und ins Ausland geprägt. So kam er früh mit unterschiedlichen Kulturen in Berührung. Nach Abschluss der High School trat Hall im Alter von 18 Jahren selbst dem United States Marine Corps bei und er diente nach seiner Grundausbildung während seiner vierjährigen Dienstzeit in zwei Einsätzen während des Vietnamkriegs.
Nach seiner ehrenhaften Entlassung im Rang eines Corporals im Jahr 1969 engagierte er sich unmittelbar im Programm von „Volunteers in Service to America“ (VISTA), wo seine Arbeit im Gemeinwesen sein Interesse an darstellender Kunst weckte. Er blieb der sozialen Arbeit sein Leben lang treu.
Hall starb im Alter von 78 Jahren und wurde von seiner Schwester Lisa sowie zahlreichen Neffen und Nichten überlebt. Er fand seine letzte Ruhe im Sunset Hills Memorial Park in Bellevue.
In den frühen 1970er‑Jahren begann er in Seattle seine Theaterlaufbahn und war 1978 Mitbegründer des Seattle Group Theatre, einer der ersten multiethnischen Theatergruppen der Vereinigten Staaten. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte er sich zu einer festen Größe der Theaterszene der Stadt und spielte in zahlreichen Produktionen regionaler und nationaler Bühnen, darunter das Seattle Repertory Theatre, Intiman Theatre, A Contemporary Theatre (ACT) und auf internationalen Tourneen in Ländern wie Russland und China. Er war auch in Produktionen am Broadway als auch Off-Broadway in New York City zu sehen.
Parallel dazu übernahm Hall ab Mitte der 1980er‑Jahre auch Film‑ und Fernsehrollen. Sein Durchbruch gelang ihm 1989 mit der Rolle des Mechanikers Oscar in dem mit dem Oscar‑prämierten Film Miss Daisy und ihr Chauffeur. Es folgten weitere Auftritte, etwa im Thriller Darkdrive – Verschollen in der Matrix (1997) und in der Indie‑Komödie Journey of Love – Das wahre Abenteuer ist die Liebe (2012). Zudem wirkte er in Fernsehproduktionen wie Rape – Die Vergewaltigung des Richard Beck (1985) und Fernsehserien wie All My Children und Wolf (1989) mit. Er lieh seine Stimme als Synchronsprecher auch Computerspielen wie Majestic (2001) und Hoyle Card Games (2003). 2020 trat er im Kurzfilm An Unkindness of Ravens auf, bei dem er zugleich als ausführender Produzent fungierte – eine seiner letzten Arbeiten vor der Kamera. Neben der Arbeit auf der Bühne, als Sprecher und vor der Kamera arbeitete er auch in der Werbung und wirkte in Promotionsvideos mit, unter anderem für KIRO.
Im deutschen Sprachraum wurde Hall unter anderem von Dieter Memel und Tilo Schmitz synchronisiert.
Er war außerdem in Stücken wie To Be Young, Gifted & Black, Sunset & Glories und The Island zu sehen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hall, William jr. |
| ALTERNATIVNAMEN | Hall, Bill |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Schauspieler |
| GEBURTSDATUM | 3. Oktober 1946 |
| GEBURTSORT | Rendville, Ohio, Vereinigte Staaten |
| STERBEDATUM | 14. Februar 2025 |
| STERBEORT | Bellevue, Washington, Vereinigte Staaten |