Willy Bastian

Willy Karl Ernst Bastian (* 5. Januar 1893 in Kieth, ehemaliger Ortsteil von Linstow bei Krakow am See; † 24. Januar 1970 in Schwerin) war ein deutscher Prähistoriker und Denkmalpfleger.

Leben

Willy Bastian absolvierte in Berlin ein Pädagogikstudium und besuchte nebenher Vorlesungen des Prähistorikers Albert Kiekebusch. Danach war er ab 1923 im Ostseebad Wustrow auf dem Fischland als Lehrer tätig. Sein durch die Vorlesungen gewecktes Interesse an der Ur- und Frühgeschichte fand sich in seinem Wirken als Heimatkundler. Er schuf dort die wohl größte mecklenburgische Privatsammlung an Artefakten.

Zum 1. Mai 1933 trat Bastian der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 2.804.287). 1935 erfolgte die Berufung an das Mecklenburgische Landesmuseum Schwerin, wo er sich der Neuaufstellung einer großen ur- und frühgeschichtlichen Schausammlung im Schweriner Schloss widmete. 1935 wurde er ebenfalls Mitglied im Verein für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Er hatte die Position des stellvertretenden Denkmalpflegers des Landes Mecklenburg inne, verwaltete den Bereich der vor- und frühgeschichtlichen Denkmale und war am Aufbau einer ehrenamtlichen Pflegeorganisation beteiligt. 1938 erhielt er für sein Wirken den John-Brinckman-Preis, 1939 den Titel Museumsrat. Mit Kriegsbeginn wurde er 1939 zum Wehrdienst eingezogen und kehrte erst zu Beginn der 1950er Jahre aus der Kriegsgefangenschaft zurück. Bastian wurde 1945 während der Entnazifizierung in Abwesenheit aus dem Landesdienst entlassen. Die Funktionen übernahm Ewald Schuldt.

Die Prähistoriker Robert Beltz und Wilhelm Unverzagt gehörten zu den Gründungsmitgliedern der so genannten „Burgwallarbeitsgemeinschaft“, die 1927 bis 1929 auch die erste Burgwallkartei für Mecklenburg erarbeitete. Diese systematische Burgwallaufnahme führte Willy Bastian in den Jahren von 1953 bis 1970 als Leiter des Forschungsunternehmens „Burgwallaufnahme Mecklenburg“ beim Institut für Vor- und Frühgeschichte der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin fort.

Schriften (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Kirchenbuch der Kirchgemeinde Kieth, Taufeintrag vom 3. Februar 1893.
  2. ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/1600431
  3. 1 2 Landesamt für Denkmalspflege in Schwerin. In: Staatshandbuch für Mecklenburg 1939. 149. Jahrgang, S. 141.
  4. ↑ Arne Lindemann: Vom Germanenerbe zum Urkommunismus. Urgeschichtsbilder in Museen der SBZ und DDR. De Gruyter, Berlin 2022, ISBN 978-3-11-076106-1, S. 117/121 f, (Volltext, PDF; 33 MB).