| Wilmesaurisch | ||
|---|---|---|
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Gesprochen in |
Polen (Wilamowice) | |
| Sprecher | ca. 100 | |
| Linguistische Klassifikation |
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| Sprachcodes | ||
| ISO 639-1 | — | |
| ISO 639-2 | gem (sonstige Germanische Sprachen) | |
| ISO 639-3 | wym | |
Wilmesaurisch (Wymysiöeryś) ist eine Mikroliteratursprache, die sich aus dem Schlesischen entwickelt hat und in der kleinen an der Grenze zwischen Schlesien und Kleinpolen gelegenen Stadt Wilamowice (wilmesaurisch: Wymysoü, deutsch: Wilmesau) bei Bielsko-Biała gesprochen wird.
Derzeit gibt es ungefähr 100 Muttersprachler, mehrheitlich ältere Leute; Wilmesaurisch ist deswegen eine vom Aussterben bedrohte Sprache.



Wilmesaurisch ist die letzte noch existierende Mundart des im 13. Jahrhundert weiter nach Osten vorgetragenen inselhaften schlesischen Deutschtums. Von den einst 26 deutschsprachigen Dörfern um Bielitz bewahrten bis vor dem Zweiten Weltkrieg noch 15 ihren deutschen Dialekt. Im etwas abgelegenen Wilmesau, wo Deutsch als Schriftsprache schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts abgelöst wurde, entwickelte sich unter starkem polnischen Einfluss eine Varietät, die sich von derjenigen der meisten andern Mundarten um Bielitz deutlich abhob.
Obwohl Wilmesaurisch in dialektologischer Hinsicht unbestrittenermaßen eine ostmitteldeutsche Mundart ist, die zur Bielitz-Bialaer Sprachinsel gehörte, entwickelte sich bei der eingesessenen Bevölkerung die Legende, niederländisch-schottischer Abstammung zu sein.
Wilmesaurisch war die Umgangssprache in Wilamowice bis 1945/1949. Nach dem Zweiten Weltkrieg verboten die kommunistischen Behörden seinen Gebrauch. Obwohl das Verbot nach 1956 aufgehoben wurde, ist Wilmesaurisch insbesondere in den jüngeren Generationen allmählich durch Polnisch ersetzt worden.
Im Jahr 2007 wurde die wilmesaurische Sprache von der US-amerikanischen Library of Congress als eigene Sprache anerkannt. Ein Jahr später erfolgte die Anerkennung des Wilmesaurischen als Sprache durch die Aufnahme in den Ethnologue und zwei Jahre später durch die UNESCO. In sprachwissenschaftlicher Hinsicht handelt es sich jedoch um eine Mundart und nicht um eine Sprache. In Wilmesau wird weiterhin darum gekämpft, die Sprache als solche in Warschau anerkennen zu lassen. Ende Oktober 2025 verhinderte der polnische Staatspräsident Karol Nawrocki von der nationalistisch-rechtspopulistischen PiS durch sein Veto den Beschluss beider Kammern des Polnischen Parlaments zur Anerkennung des Wilmesaurischen als offizielle schutzberechtigte Regionalsprache, auch gegen den Rat führender polnischer Linguisten.
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Kurzwörterbuch des Wilmesaurischen (in wilmesaurischer Schreibweise; ł wird im Wilmesaurischen wie /w/ und w wie /v/ gesprochen):
| Wilmesaurisch | Deutsch |
|---|---|
| ałan | allein |
| ana, an | und |
| bryk | Brücke |
| duł | dumm |
| fulgia | hören / folgen |
| ganc | ganz |
| gyrycht | Gericht |
| dyr hymuł | der Himmel |
| łiwa | Liebe |
| a mikieła | ein bisschen |
| müter | Mutter |
| mytuł | Mitte, Mittel |
| nimanda | niemand |
| ny | nein |
| ödum | Atem (Odem) |
| olifant | Elefant |
| öwyt | Abend |
| śrajwa | schreiben |
| syster | Schwester |
| śtaen | Stein |
| trynkia | trinken |
| wełt | Welt |
| wynter | Winter |
| zyłwer | Silber |
| zyjwa | sieben |
| sgiöekumt | willkommen |
Wilmesaurisches Schlaflied:
Übersetzung: