Wim Essed

Willem A.R. „Wim“ Essed (* 1946 in Paramaribo) ist ein niederländischer Musiker (Bass, Komposition).

Leben und Wirken

Essed begann schon früh mit dem Bassspiel. Als Jugendlicher spielte er Kontrabass im Continental Youth Orchestra unter der Leitung von Leopold Stokowski. Daneben gründete er eine Jazzcombo mit dem Pianisten Rob van den Broeck, der sich 1964 Esseds Cousine Henny Vonk als Sängerin anschloss. Ein Jahr später belegten Vonk und die Combo (mit Eric Ineke am Schlagzeug) den zweiten Platz bei einem Wettbewerb in Utrecht. Im August 1965 erreichten sie den dritten Platz beim Loosdrecht Jazzwettbewerb.

Nach seinem Kompositionsstudium war Essed ab 1967 als professioneller Musiker tätig. Er spielte in verschiedenen Ensembles, bei Nedly Elstak, bei Loek Dikker und bei Dick van der Cappelen, im Joop Cave Quintett (Loosdrecht, 1968) sowie als Begleiter amerikanischer Gastmusiker wie Marion Brown (Amsterdam, 1967), Sonny Rollins (1967) sowie Mal Waldron und Slide Hampton (Wageningen, 1969). Henny Vonk nahm ihr Debütalbum Vonk’s First mit dem Trio von Rob van den Broeck auf, zu dem Essed damals gehörte.

Mit der Loek Dikker Group entstand das Album Love Cry and Super Nimbus (1970). Essed begleitete unter anderem den Saxophonisten Gijs Hendriks, den Folksänger Lenny Kuhr (1971), den Sänger Peter Grimston (1972), den Liedermacher Herman van Veen sowie Jimmy Gourley, Slide Hampton, Dizzy Reece und Toots Thielemans. Zudem gehörte er zum Rein de Graaff/Dick Vennik Quartet und dem Rob Agerbeek Trio. Beim Davenport Jazz Festival 1973 in Doetinchem spielte er Bass im Quintett von Leo Wright und Carmel Jones. 1973 und 1974 war er mit dem Schlagzeuger Eric Ineke Teil des Trios von Rob Franken, das auch mit dem Saxophonisten Etienne Verschueren und dem Gitarristen René Thomas auftrat. Weiterhin war er als Studiomusiker an klassischen Aufnahmen beteiligt.

1975 war Essed an Radioaufnahmen mit den Trompetern Thad Jones und Red Rodney beteiligt. Er trat mit dem Saxophonisten J. R. Monterose, Hans Dulfer und Rosa King, dem Quartett des Gitarristen Eef Albers, dem Ferdinand Povel/Frans Elsen Quartett (mit Eric Ineke), der Chris Hinze Combination und dem Jazzgitarristen Barney Kessel auf. Mit dem Flötisten Ronald Snijders und anderen bildet er die Gruppe Black Straight Falanx Music.

1976 wirkte Essed mit dem Pianisten Lex Jasper in der KRO-Radiosendung Edwin Platen en Zingen, die Edwin Rutten und Henk Bouwma moderierten. Zudem war er an Alben von Jan Huydts (Dutch Treat) und Tony Scott/Jan Akkerman (Prism) beteiligt. Er war Musiker im Kabarettprogramms Hoezo Jeugdsentiment? von Neerlands Hoop (1976) und war als Studiomusiker bei Platten der Popkünstler Jos Brink, Drs. P, Boudewijn de Groot, Tol Hansse, Loeki Knol, Robert Long, Rob de Nijs, Paul Santos, Peter Schaap, Ria Valk und Sjef van Oekel beteiligt. 1978 war der Bassist Teil des Musikprogramms Kaleidoskoop des Pianisten Laurens van Rooyen. Im selben Jahr nahm er zusammen mit dem Schlagzeuger Bruno Castellucci, dem belgischen Pianisten Michel Herr und dem Saxophonisten Wolfgang Engstfeld das kollaborative Album „Perspective“ auf.

Als Arrangeur arbeitete Essed für das langjährige Projekt Kinderen voor Kinderen. Ab 1981 war er festes Mitglied des Waterland Quintet und der Waterland Big Band, die Loek Dikker leitete. Beim Festival Nieuwe Muziek 1983 in Middelburg begleitete das Quintett die amerikanische Dichterin Kathy Acker. Zunehmend war er auch an Theaterproduktionen beteiligt. Mit der Fusionband Time-Span (mit Keyboarder Erik Gieben, Gitarrist Hans Voogt und Schlagzeuger Mark Eshuis) legte er 1992 das Album Instead of Words vor.

Essed wirkte ab 1994 hauptsächlich als Dozent für Kontrabass und Ensembleleiter an der Jazzabteilung der Konservatorien in Amsterdam, Rotterdam und Zwolle. Daneben trat er mit der Sängerin Astrid Seriese unter dem Namen Charcoal Songs auf. Seit 2018 war er an mehreren Vinyl-Wiederveröffentlichungen von Studioaufnahmen von Rob Franken aus den 1970er-Jahren beteiligt. Er ist außerdem Co-Produzent der CD-Box Toots Thielemans Meets Rob Franken (Studio Sessions 1973–1983).

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 Wim Essed. In: jazzhelden.nl. Abgerufen am 14. Oktober 2026 (niederländisch).
Personendaten
NAME Essed, Wim
ALTERNATIVNAMEN Essed, Willem A. R.
KURZBESCHREIBUNG niederländischer Musiker (Bass, Komposition)
GEBURTSDATUM 1946
GEBURTSORT Panamaribo