Die Windesheimer Kongregation der lateranensischen Chorherren oder die Regularkanoniker vom Lateran der Windesheimer Kongregation (lat.: Congregatio Canonicorum Regularium Lateranensium Vindesemensis, Ordenskürzel: C.R.V.) sind eine Kongregation der Augustiner-Chorherren.
Seit 1394 entschlossen sich auch Frauenklöster des Ordens, dem Vorbild der Windesheimer Chorherren zu folgen und ihr geistliches Leben zu erneuern. Eine direkte Windesheimer Neugründung war 1471 Kloster Fischbach im Bistum Worms. Auch das Kloster Marienberg in Neuss gehörte von Beginn an (1439) zur Windesheimer Kongregation.
Die letzte verbliebene Kanonie der Kongregation, Kloster Frenswegen, wurde 1809 unter Napoleon aufgelöst. 1961 wurde die Kongregation auf Betreiben der weltweiten Konföderation der Augustiner-Chorherren von Papst Johannes XXIII. per Dekret wiederbelebt. Heute befindet sich der Sitz des Generalpropstes in der Abtei Maria Regina in Tor Lupara (heute ein Teil der Gemeinde Fonte Nuova) bei Rom.
Ludwig Schmitz-Kallenberg: Kleine Beiträge zur Geschichte der Windesheimer Kongregation. In: Historisches Jahrbuch der Görres-Gesellschaft zur Pflege der Wissenschaft im Katholischen Deutschland 36 (1915), S. 308–316, 598–608.
Wilhelm Kohl, Ernest Persoons, Anton G. Weiler (Hrsg.): Monasticon Windeshemense. 4 Bände. Archives et bibliothèques de Belgique, Brüssel 1976–1984 (= Archives et bibliothèques de Belgique. Numéro spécial 16).
Hans Michael Franke: Der Liber ordinarius der Regularkanoniker der Windesheimer Kongregation (= Studia Vindesemensia. Band 2,1). Borengässer, Leverkusen-Opladen 1981.
Heinrich Rüthning: Frömmigkeit, Arbeit, Gehorsam. Zum religiösen Leben von Laienbrüdern in der Windesheimer Kongregation. In: Klaus Schreiner (Hrsg.): Laienfrömmigkeit im späten Mittelalter. Formen, Funktionen, politisch-soziale Zusammenhänge (= Schriften des Historischen Kollegs München. Band 20). Oldenbourg, München 1992, S. 203–226.
Ulrich Hinz: Johannes Busch und die Altmark. Spätmittelalterliche Ordensreformen im Umfeld der Windesheimer Kongregation. In: Jahrbuch für Berlin-Brandenburgische Kirchengeschichte 63 (2001), S. 51–72.
Aloysia Elisabeth Jostes: Die Historisierung der Devotio moderna im 15. und 16. Jahrhundert. Verbandsbewußtsein und Selbstverständnis der Windesheimer Kongregation. Selbstverlag, Groningen 2008, ISBN 978-90-367-3478-3 (Zugleich: Groningen, Univ., Diss., 2008).
Nicolaus Heutger: Windesheim und Niedersachsen. Die Ausstrahlung des monastischen Zweigs der niederländischen Devotio Moderna nach Niedersachsen. In: Viola Heutger (Hrsg.): Niedersächsische Ordenshäuser und Stifte. Geschichte und Gegenwart (= Forschungen zur niedersächsischen Ordensgeschichte. Band 7). Berlin 2009, S. 221–226.
Marina Loer: Die Reformen von Windesheim und Bursfelde im Norden. Einflüsse und Auswirkungen aus die Klöster in Holstein und den Hansestädten Lübeck und Hamburg (= Kieler Werkstücke. Reihe A. Band 35). Peter Lang, Frankfurt am Main 2013.
Jörg Bölling: Reform vor der Reformation. Augustiner-Chorherrenstiftsgründungen an Marienwallfahrtsorten durch die Windesheimer Kongregation. LIT, Berlin/Münster 2014.
↑James Lester Hogg: Mönchtum und Kultur. 2. Neuzeit. In: Peter Dinzelbacher, James Lester Hogg (Hrsg.): Kulturgeschichte der christlichen Orden in Einzeldarstellungen. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1997, ISBN 3-520-45001-1, S. 19–36, hier S. 19.
↑Franz Neumer: Fischbach – Kloster, Hofgut und Dorf. Fischbach 1981, S. 30.
↑Erich Wisplinghoff:Das kirchliche Neuss bis 1814. Pfarrverhältnisse und geistliche Institute. In: Geschichte der Stadt Neuss. Band4. Neuss 1989, S.154.