Die Windkanone (auch Wirbelwindkanone) war eine erfolglose Flugabwehrkanone, die im Zweiten Weltkrieg von der Wehrmacht entwickelt wurde. Sie zählte zu Adolf Hitlers sogenannten „Wunderwaffen“ und sollte mittels starker Luftstöße feindliche Flugzeuge abwehren. Die Waffe wurde von Mario Zippermayr entwickelt und unterschied sich von seiner 1943 konstruierten Wirbelkanone.
Im Weltkrieg befasste sich die Staats- und Militärführung mit der Idee neuartiger Flugabwehrsysteme, da die alliierten Bombenangriffe auf die Infrastruktur des Reiches immer häufiger wurden. Der Militärhistoriker Ian Hogg beschrieb Zippermayrs Idee als etwas, das „wie aus einem Comic“ klinge; angesichts der verzweifelten Lage Deutschlands seien auch Ideen in Betracht gezogen wurden, die normalerweise „schon im Keim erstickt worden wären“.
Ein Prototyp wurde in Stuttgart gefertigt und in der Heeresversuchsanstalt Hillersleben erprobt: Dort kamen Ingenieure zum Schluss, dass Zielen und Steuern der Geschosse schwierig war, weshalb weitere Tests mit Stickstoffdioxid durchgeführt wurden, um die Flugbahn der Schüsse zu untersuchen. Eine Kanone wurde zum Kriegsende 1945 an einer Elbbrücke stationiert, konnte jedoch keine feindlichen Flugzeuge erfolgreich bekämpfen.
Die Windkanone erzeugte „Pakete“ aus Druckluft durch die Verbrennung eines 2:1-Gemischs aus Wasserstoff und Sauerstoff, gewonnen aus der Wasserelektrolyse in einem langen, an einem Ende gebogenen Rohr. Diese Druckstöße sollten die Flugzeugzelle feindlicher Maschinen so stark erschüttern und beanspruchen, dass sie zerbrach, oder den Piloten zumindest die Kontrolle über ihr Flugzeug so sehr erschweren, dass es zum Absturz kam. Laut Hogg war Zippermayrs Idee zwar theoretisch fundiert, eignete sich jedoch eher für ein Labormodell als für eine einsatzfähige Waffe.
Die Kanone wurde in der Heeresversuchsanstalt in Hillersleben erprobt, dabei durchschlug sie ein 25 mm starkes Holzbrett auf eine Entfernung von fast 200 m. Laut Hogg konnte die Wirbelwindkanone auf eine Distanz von 180 m sogar 100 mm dicke Bretter durchschlagen. Letztlich erzielte die Waffe jedoch nicht die gewünschte Wirkung gegen feindliche Flugzeuge, sodass das Projekt eingestellt wurde.