Winfried

Winfried ist ein deutscher männlicher Vorname; Namenstag ist der 5. Juni (Bonifatiustag).

Herkunft und Verbreitung

Der Name Winfried ist urgermanischer Herkunft und lässt sich von den althochdeutschen Stämmen vin (‚Freund‘) und frith bzw. fridu (‚Frieden, Schutz‘) ableiten. In den meisten großen altgermanischen Sprachen wie dem Althochdeutschen (Winifrid, Winfrit, Winefred), Angelsächsischen (Vinfrið, Wynfriþ, Wynfreth), Langobardischen (Winifrid, Guinifred), Gotischen (Vifrid) oder Altnordischen (Vinfriðr) finden sich Kognaten, oft auch latinisiert zu Winifridus.

Bekanntester Namensträger ist der heilige Bonifatius, der aus England stammte und als „Missionar der Deutschen“ in Erinnerung blieb, was dazu führte, dass sich der Name auch nach der im 12. Jahrhundert einsetzenden allgemeinen Verchristlichung der Namensgebung in Europa im deutschsprachigen Raum erhalten konnte. Auch die obligatorische Vergabe von Heiligennamen im katholischen Bereich seit dem Konzil von Trient, die zum Verschwinden vieler germanischer Namen führte, welche erst in der Romantik wieder populär wurden, hatte in diesem Fall keine solche Wirkung. Aus diesem Grund ist der Name heute praktisch nur noch im deutschen Sprachraum vorhanden.

Eine Kuriosität ist die Entwicklung im Altenglischen, wo sich der eigentlich (wie alle germanischen Namen auf -friþ bzw. -fridus) stets männliche Name Wynfriþ (modern Winfred) unter walisischem Einfluss im Mittelalter zu einem Frauennamen wandelte (Winifred), der seither deutlich verbreiteter ist als die autochthone männliche Variante.

Varianten

Bekannte Namensträger

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1 2 Ernst Förstemann: Altdeutsches Namenbuch. Erster Band: Personennamen. Nordhausen 1856, Sp. 1315.
  2. ↑ Ernst Förstemann: Altdeutsches Namenbuch. Erster Band: Personennamen. Nordhausen 1856, Sp. 421.
  3. 1 2 Moritz Schönfeld: Wörterbuch der altgermanischen Personen- und Völkernamen. Carl Winter’s Universitätsbuchhandlung, Heidelberg 1911, S. 93.
  4. 1 2 Ernst Förstemann: Altdeutsches Namenbuch. Erster Band: Personennamen. Nordhausen 1856, Sp. 1318.
  5. ↑ Origin and history of Winfred. In: Etymonline, abgerufen am 6. August 2026 (englisch).
  6. ↑ Carl Meyer: Sprache und Sprachdenkmäler der Langobarden. Quellen, Grammatik, Glossar. Ferdinand Schöningh, Paderborn 1877, S. 309.
  7. ↑ Gerhard Köbler: Gotisches Wörterbuch. 4. Auflage 2014, Anhang 3: Gotische Namen, s. v.
  8. ↑ Runeinnskrifter fra Västergötland. Institut für nordische Sprachen (Institutionen för nordiska språk), Universität Uppsala, abgerufen am 6. August 2026 (norwegisch).
  9. ↑ Anke Riedel: Entstehung der Namen. In: Planet Wissen, 1. März 2024, abgerufen am 6. August 2026.
  10. ↑ Christian Grethlein: Name/Namengebung IV. In: Theologische Realenzyklopädie (TRE). Band 34, de Gruyter, Berlin / New York 2002, ISBN 3-11-017388-3, S. 754–758 (online), hier S. 756.
  11. ↑ Cleveland Evans: About Names: Winifred, rooted in a resurrection story, has often come back to life. American Name Society, 7. Mai 2019 (englisch), abgerufen am 5. August 2026.