Über Wipos Leben ist nur bekannt, was man seinen Schriften entnehmen kann. Er war Hofkaplan der Kaiser HeinrichII., KonradII. und HeinrichIII., dessen Krönung zu Weihnachten1046 er noch miterlebte. Wipo könnte die Kurzform von Wikpert oder Wipertus sein. Seine Herkunft lässt sich aufgrund einiger verwendeter Gallizismen auf einen deutsch-romanischen Grenzraum deuten, sicher belegen lässt sich dies, wie auch schon seine Namensherkunft, jedoch nicht.
Mit seinen Gesta ChuonradiII. imperatoris wies sich Wipo als bedeutendster Geschichtsschreiber der frühen Salierzeit aus. Die mit eingeflochtenen Versen, Reimen und rhythmischen Prosapartien versehene Biographieporträtiert den idealen Herrscher als Ebenbild Christi. Diese Darstellung sollte auf HeinrichIII. in erzieherischer Weise wirken. Der gleichen Absicht dienten die „Proverbia“, eine Sammlung moralischer Denksprüche, und der „Tetralogus“, ein Lobgedicht auf HeinrichIII.
Werner Trillmich: Wipo: Gesta Chuonradi II Imperatoris. In: Werner Trillmich, Rudolf Buchner (Hrsg.): Quellen des 9. und 11. Jahrhunderts zur Geschichte der hamburgischen Kirche und des Reiches (= Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters. Band 11). 7., um einen Nachtrag ergänzte Auflage. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2000, ISBN 3-534-00602-X, S. 507–613.
Literatur
Darstellungen
Franz Brunhölzl: Die Zwischenzeit vom Ausgang des karolingischen Zeitalters bis zur Mitte des elften Jahrhunderts (= Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Band 2). Fink, München 1992, ISBN 3-7705-2614-7, S. 489–497.
Volkhard Huth: Wipo, neu gelesen. Quellenkritische Notizen zur ›Hofkultur‹ in spätottonisch-frühsalischer Zeit. In: Andreas Bihrer, Mathias Kälble und Heinz Krieg (Hrsg.): Adel und Königtum im mittelalterlichen Schwaben. Festschrift für Thomas Zotz zum 65. Geburtstag (= Veröffentlichungen der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg. Reihe B: Forschungen. Band 175). Kohlhammer, Stuttgart 2009, ISBN 3-17-020863-2, S. 155–168 (online (Memento vom 30. Juli 2018 im Internet Archive)).
Karl Rudolf Schnith: Recht und Friede. Zum Königsgedanken im Umkreis Heinrichs III. In: Historisches Jahrbuch. Band 81, 1962, S. 22–57.
Johannes Spörl: Pie rex caesarque future! Beiträge zum hochmittelalterlichen Kaisergedanken. In: Klaus Lazarowicz, Wolfgang Kron (Hrsg.): Unterscheidung und Bewahrung. Festschrift für Hermann Kunisch zum 60. Geburtstag, 27. Oktober 1961. de Gruyter, Berlin 1961, S. 331–353.
12Werner Trillmich:Wipo: Gesta Chuonradi II Imperatoris. In: Werner Trillmich, Rudolf Buchner (Hrsg.): Quellen des 9. und 11. Jahrhunderts zur Geschichte der hamburgischen Kirche und des Reiches (=Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters. Band11). 7., um einen Nachtrag ergänzte Auflage. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2000, ISBN 3-534-00602-X, S.507–613, hier S. 507.
↑Gotteslob. Katholisches Gebet- und Gesangbuch. Ausgabe für das Bistum Limburg. Lahn-Verlag, Kevelaer 2013, ISBN 978-3-7840-0200-2, Nr. 320, S. 398 f.; Evangelisches Gesangbuch. Ausgabe für die Evangelisch-Lutherischen Kirchen in Bayern und Thüringen. Evangelischer Presseverband für Bayern, München 1994, ISBN 3-583-12100-7, Nr. 101, S. 206 f.
↑Meinrad Walter: Wipo (Wigbert) von Burgund. In: Wolfgang Herbst (Hrsg.): Wer ist wer im Gesangbuch? Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-50323-7, S. 350 f. (eingeschränkte Vorschauin der Google-Buchsuche).