Wipper (Saale)

Wipper
Die Wipper in Hettstedt
Die Wipper in Hettstedt
Daten
Gewässerkennzahl DE: 5676
Lage Deutschland, Sachsen-Anhalt
Flusssystem Elbe
Abfluss über Saale → Elbe → Nordsee
Quelle am Auerberg im Harz
51° 34′ 25″ N, 11° 2′ 3″ O
Quellhöhe 460 m ü. NN
Mündung Saale bei BernburgKoordinaten: 51° 47′ 17″ N, 11° 42′ 21″ O
51° 47′ 17″ N, 11° 42′ 21″ O

Länge ca. 85 km
Abfluss am Pegel Großschierstedt
AEo: 544 km²
Lage: 17,8 km oberhalb der Mündung
NNQ (13.08.2003)
MNQ 1961–2015
MQ 1961–2015
Mq 1961–2015
MHQ 1961–2015
HHQ (14.04.1994)
352 l/s
643 l/s
2,43 m³/s
4,5 l/(s km²)
16,6 m³/s
92 m³/s
Linke Nebenflüsse Eine
Mittelstädte Aschersleben, Bernburg
Kleinstädte Mansfeld, Hettstedt
Einzugsgebiet der Wipper
Einzugsgebiet der Wipper

Die Wipper ist ein etwa 85 km langer linker Nebenfluss der Saale. Sie zählt zu den Gewässern erster Ordnung in Sachsen-Anhalt.

Verlauf

Die Wipper entspringt am Auerberg bei Stolberg im Harz und mündet bei Bernburg in die Saale. Einige Kilometer vor der Mündung zweigt von der Wipper bei Amesdorf die Liethe ab, die bei Staßfurt in die Bode mündet.

Gewässer am Flussverlauf

Auf ihrem Weg zur Saale durchquert die Wipper diese Gewässer:

Orte am Flussverlauf

Am Fluss liegen der Kurort Wippra, die Ortschaften Friesdorf, Rammelburg, Biesenrode, Vatterode, Leimbach, Großörner, Hettstedt, Wiederstedt, Sandersleben, Freckleben, Drohndorf, Mehringen, Aschersleben, Klein Schierstedt, Groß Schierstedt, Giersleben, Warmsdorf, Güsten, Osmarsleben, Cölbigk, Ilberstedt, Bullenstedt und die Kreisstadt Bernburg.

Mühlen am Flussverlauf

Hochwasser

Am 12. und 13. April 1994 kam es im Unterharz zu ergiebigen Regenfällen von bis zu 75 Liter pro Quadratmeter. Das führte zum Übertreten zahlreicher Flüsse und Bäche. Auch die Wipper und damit sämtliche Orte am Flusslauf waren vom Hochwasser betroffen. Zum Saalehochwasser von 2013 trug die Wipper mit einem kurzen schnellen Hochwasser bei.

Namensherkunft

Elfriede Ulbricht sah eine Herkunft aus dem mittelniederdeutschen, holländischen bzw. mittelenglischen Wippen. Demnach ist der Flussname Wipper in Deutschland 15-mal belegt, auch in Abwandlungen wie Wipfer. Das Grundwort war ursprünglich aha (eine Variante des -au). Dieses wurde im späten 10. Jahrhundert der Schwächung auf -a und im frühen 11. Jahrhundert auf -e unterworfen und verschwand danach völlig bei der Wipper. Bei anderen Flüssen diesen Namens erhielt sich das -a oder -e. Der Name würde sich also aus drehen, drehende, schwingende Bewegung und Wasser (im Sinne von Fließgewässer) zusammensetzen.

Eine sehr ähnliche Bedeutung nahmen Felix Solmsen und Ernst Fraenkel an, sahen die Wurzel des Namens aber mit noch älterem, indogermanischen Ursprung und übersetzen den Flussnamen als die Hüpfende.

Verschiedenes

Brücke der Wipperliese in Mansfeld
Commons: Wipper (Harz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Elbegebiet, Teil I 2015. (PDF; 9,5 MB) In: lhw.sachsen-anhalt.de. Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt, 2019, S. 203, abgerufen am 7. März 2021.
  2. ↑ Die Wipper – ein bedeutender Gebirgsfluss im Harz – Wippertal – Wippertalsperre (abgerufen am 21. Februar 2010)
  3. ↑ Daniel Wurbs: Vergleichende Untersuchungen zu den Folgewirkungen von Klima- und Landnutzungsänderungen auf den Wasserhaushalt in Flusseinzugsgebieten. 2005, S. A37. uni-halle.de (PDF; 23 MB), abgerufen am 16. März 2010.
  4. ↑ Sachsen-Anhalt Viewer: amtliche topographische Karten von Sachsen-Anhalt
  5. ↑ Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt: Talsperren gemäß § 88 des Landeswassergesetzes (Memento vom 27. März 2012 im Internet Archive) (PDF; 128 kB)
  6. ↑ Gerlinde Schlenker: Biesenrode mit Saurasen. In: Mansfelder Land – Portrait einer Kulturlandschaft. 2008, S. 279.
  7. ↑ Otto Spieler: Zur Geschichte der Hettstedter Mühlen. In: 950 Jahre Hettstedt Nr. 6, 1996, S. 208–214.
  8. ↑ Otto Spieler: Zur Geschichte der Hettstedter Mühlen. In: 950 Jahre Hettstedt Nr. 6, 1996, S. 215–227.
  9. ↑ Otto Spieler: Zur Geschichte der Hettstedter Mühlen. In: 950 Jahre Hettstedt Nr. 6, 1996, S. 228–232.
  10. ↑ Hochwasserbericht der Feuerwehr Alsleben (Digitalisat)
  11. ↑ Elfriede Ulbricht: Das Flussgebiet der thüringischen Saale. 1. Auflage. Max Niemeyer, Halle (Saale) 1957.
  12. ↑ Felix Solmsen. Hrsg. u. bearb. von Ernst Fraenkel: Indogermanische Eigennamen als Spiegel der Kulturgeschichte. 1. Auflage. Carl Winter, Heidelberg 1922.
  13. ↑ Flussradwege in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg u. a. Beschreibung des Wipperradwegs (abgerufen am 21. Februar 2010)