Wolbrom

Wolbrom
Wappen von Wolbrom
Wolbrom (Polen)
Wolbrom (Polen)
Wolbrom
Basisdaten
Staat: Polen Polen
Woiwodschaft: Kleinpolen
Powiat: Olkuski
Gmina: Wolbrom
Fläche: 10,12 km²
Geographische Lage: 50° 23′ N, 19° 46′ OKoordinaten: 50° 23′ 8″ N, 19° 45′ 34″ O
Einwohner: 8561 (31. Dez. 2019)
Postleitzahl: 32-340
Telefonvorwahl: (+48) 32
Kfz-Kennzeichen: KOL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Olkusz–Miechów
Eisenbahn: Tunel–Sosnowiec
Nächster int. Flughafen: Katowice

Wolbrom (früher Wolwram, Wolfram, Wolbram) ist eine Stadt im Powiat Olkuski der Woiwodschaft Kleinpolen in Polen. Sie ist Sitz des Powiats und der gleichnamigen Stadt-und-Land-Gemeinde mit etwas mehr als 22.500 Einwohnern.

Geografische Lage

Wolbrom liegt im Krakau-Tschenstochauer Jura im Quellgebiet der Weißen Przemsa auf einer Kalklandzunge 375–380 m hoch.

Geschichte

Wolbram und ihre Umgebung auf einer Karte aus dem frühen 19. Jahrhundert

Im Jahr 1311 erhielten die Krakauer Brüder Wolwram und Hilar Erlaubnis zur Rodung des örtlichen Waldes (Ex litteris fundationis ... adwocatiae Woluramensis anni 1311 apparet to, ze fratres uterini Woluramus et Hilarius, sculteti de villa Dluzecz ... tenentur ... super ... Silvae ad Dluzecz pertinentis loactionemque). 1323 wurden dort drei Dörfer erstmals urkundlich erwähnt: Dluzecz – Dłużec, Lobsow – Łobzów und Ylgotha – Lgota Wolbromska. 1337 wurde Wolman, Krakauer viceprocurator, Vogt de Lobsow, zweifellos der gleiche als Wolwram, der Schulz von Dłużec aus dem Jahr 1323, jedoch das Vogtamt betraf schon 1337 die im Jahr 1346 erwähnte Stadt Wolbrom, die etwa nach 1327 laut einem Privileg Königs Władysław I. Ellenlang von Wolwram und Hilar nach deutschem Recht gegründet wurde. Die vier Orte hatten oft gemeinsame Führer, z. B. von 1400 bis 1416 war Wawrzyniec gleichzeitig Schulz von Lgota und Vogt von Wolbrom. Später gehörten diese Orte auch zur gleichen Tenuta bzw. Starostei.

Der besitzanzeigende Ortsname nach dem Gründer entwickelte sich durch de civitate Wolwrami (1346–1358), Wolwram (1369), Wolwramow (1387), Wolbram (1392), Wolbramow (1393), Wolframo (1398), Wolframow (1400), Wolfram (Jan Długosz: 1470–1480), Wolbrom (1564), [do] Wolbram[a] (1629), [Do] Wolwram[a] (1680), [W] Wolbram[ie] (1789), die heutige Form ab dem späten 19. Jahrhundert, aber 1903 noch Wolwram. Die phonetischen Schwankungen stammen aus der Adaptation der deutschen Namen Wolfram in die polnische Sprache, die sekundäre Flexion do Wolbromia/w Wolbromiu an der Stelle do Wolbroma/w Wolbromie kommen aus dem Einfluss der Ortsnamen Oświęcim (do Oświęcimia) und Bytom (do Bytomia).

Die königliche Stadt in der Woiwodschaft Krakau wurde anfänglich von Polen bewohnt, die Juden siedelten sich ab der Mitte des 17. Jahrhunderts an. 1795 kam Wolbrom nach der dritten Teilung Polens unter österreichische Herrschaft. 1809 wurde die Stadt Teil des Herzogtums Warschau und 1815 dann Kongresspolens. 1885 erfolgte der Anschluss an das Schienennetz, was die Entwicklung der Stadt förderte, die manchmal als Teil der Dombrowaer Kohlebecken betrachtet wurde. 1904 und 1906 verbrannte zweimal der Großteil der Stadt. 1918 wurde die Stadt Teil der Woiwodschaft Kielce.

Im September 1939 wurde die Stadt von der Wehrmacht besetzt. Im weiteren Verlauf des Zweiten Weltkrieges wurden vor allem jüdische (vor dem Krieg über 4000), aber auch andere Einwohner des Ortes getötet.

1975 wurde Wolbrom Teil der Woiwodschaft Katowice, ab 1999 der Woiwodschaft Kleinpolen.

Gemeinde

Marktplatz von Wolbrom

Die Stadt-und-Land-Gemeinde (gmina miejsko-wiejska) Wolbrom gliedert sich neben dem gleichnamigen Hauptort, der Stadt Wolbrom, in 19 Dörfer.

Städtepartnerschaften

Persönlichkeiten

Commons: Wolbrom – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Geschichte der Stadt (polnisch)
  2. ↑ Dzieje Wolbromia (polnisch)
  3. ↑ Bogusław Krasnowolski: Relacje miasto–wieś w lokacyjnych procesach osadniczych na obszarze Małopolski (2. poł. XIII–XIV wiek). Urbanistyka i architektura [Town–village relationships in charter-based settlement processes in Lesser Poland (between the second half of the thirteenth century and the fourteenth century): architecture and urban planning], S. 271, 273 (polnisch)
  4. ↑ Tomasz Jurek (Redakteur): Lgota. In: Słownik Historyczno-Geograficzny Ziem Polskich w Średniowieczu. Edycja elektroniczna. PAN, 2010, abgerufen am 18. Januar 2023 (polnisch).
  5. ↑ Tomasz Jurek (Redakteur): Dłużec. In: Słownik Historyczno-Geograficzny Ziem Polskich w Średniowieczu. Edycja elektroniczna. PAN, 2010, abgerufen am 18. Januar 2023 (polnisch).
  6. ↑ Tomasz Jurek (Redakteur): Łobzów. In: Słownik Historyczno-Geograficzny Ziem Polskich w Średniowieczu. Edycja elektroniczna. PAN, 2010, abgerufen am 18. Januar 2023 (polnisch).
  7. ↑ Kazimierz Rymut: Nazwy miejscowe północnej części dawnego województwa krakowskiego. Polska Akademia Nauk. Instytut Języka Polskiego, Wrocław 1967, S. 190 (polnisch, online).
  8. ↑ Kurt Lück: Deutsche Aufbaukräfte in der Entwicklung Polens. Gunther Wolf. Plauen im Vogtland, 1934, S. 510 (Online).