Hélène Grimaud

Hélène Grimaud bei einer Probe zum Internationalen Klavierfestival in La Roque d’Anthéron, 2004
Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben
Rachmaninov: Piano Concerto No. 2 (mit Vladimir Ashkenazy & Philharmonic Orchestra)
 FR11128.04.2001(4 Wo.)
Credo (mit Esa-Pekka Salonen & Swedish Radio Symphony Orchestra & Choir)
 FR3902.11.2003(23 Wo.)
 BEW4329.11.2003(10 Wo.)
Chopin / Rachmaninov
 FR1306.02.2005(26 Wo.)
 BEW4319.02.2005(13 Wo.)
Reflection (& Anne Sofie von Otter)
 DE9727.01.2006(1 Wo.)
 FR4512.11.2005(11 Wo.)
 BEW7526.11.2005(7 Wo.)
Klavierkonzert 5 / Klaviersonate 28 (mit der Staatskapelle Dresden)
 DE9114.09.2007(3 Wo.)
 FR2408.09.2007(26 Wo.)
 BEW5429.09.2007(4 Wo.)
Bach
 CH9902.11.2008(1 Wo.)
 FR1625.10.2008(25 Wo.)
 BEW6101.11.2008(9 Wo.)
Résonances
 FR4623.10.2010(11 Wo.)
 BEW7723.10.2010(3 Wo.)
 BEF9930.10.2010(1 Wo.)
Piano Concertos 19 + 23 - Mozart
 CH7813.11.2011(1 Wo.)
 FR5405.11.2011(8 Wo.)
Duo (& Sol Gabetta)
 DE9019.10.2012(1 Wo.)
 CH8521.10.2012(1 Wo.)
 FR7713.10.2012(4 Wo.)
 BEW5727.10.2012(8 Wo.)
 BEF14017.11.2012(5 Wo.)
Brahms: Concertos (mit Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Wiener Philharmoniker & Andris Nelsons)
 CH9813.10.2013(1 Wo.)
 FR4912.10.2013(12 Wo.)
 BEW6805.10.2013(10 Wo.)
 BEF12305.10.2013(3 Wo.)
Water (mit Nitin Sawhney)
 DE7305.02.2016(1 Wo.)
 CH4307.02.2016(1 Wo.)
 FR2929.01.2016(9 Wo.)
Perspectives
 FR10715.04.2017(5 Wo.)
 BEW13922.04.2017(2 Wo.)
Memory
 CH9130.09.2018(1 Wo.)
 FR11128.09.2018(2 Wo.)

Hélène Rose Paule Grimaud anhörenⓘ/? (* 7. November 1969 in Aix-en-Provence) ist eine französische Pianistin.

Leben und Wirken

Kindheit und Ausbildung

Hélène Grimaud wurde als Tochter des Lehrerehepaares Claude und Josette Grimaud, geb. Cirelli, in Aix-en-Provence geboren. Sie selbst gab in einem Interview an, ihr Vater stamme von sephardischen Juden in Afrika ab, die Vorfahren ihrer Mutter seien jüdische Berber aus Korsika. Ihr Vater wurde als Kind von einer französischen Familie adoptiert. Beide Eltern waren Lehrer, ihr Vater unterrichtete an der Universität Sprachen. Noch vor ihrer Geburt änderte ihre Familie den Familiennamen Grimaldi in Grimaud um. Als Kind litt Grimaud an einem Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS), das sich erst legte, als sie mit der Musik in Berührung kam. Sie ist seit ihrer Kindheit Synästhetikerin und nimmt beim Hören Farben wahr.

Grimaud begann mit sechs Jahren mit dem Klavierspiel und wurde zunächst in ihrer Heimatstadt unterrichtet, bevor sie in Marseille bei Pierre Barbizet studierte. Im Alter von zwölf Jahren bestand sie die Aufnahmeprüfung am Pariser Konservatorium und studierte dort ab 1982 bei Jacques Rouvier. Im zweiten Studienjahr kehrte sie aus Protest gegen das ihr unliebsame Repertoire am Konservatorium in ihre Heimatstadt Aix-en-Provence zurück.

Musikalische Laufbahn

Nach einer Aufnahme von Chopins zweitem Klavierkonzert am Konservatorium von Aix-en-Provence erhielt sie einen Plattenvertrag beim japanischen Klassik-Label Denon, der 1985 zu ihrer ersten Veröffentlichung führte, einer Aufnahme der zweiten Klaviersonate von Rachmaninow, mit der sie den Grand Prix du Disque der Akademie Charles Cros gewann. Im selben Jahr schloss sie ihr Studium mit einem ersten Preis ab.

1987 nahm Grimaud am Midem de Cannes teil, spielte auf dem Klavierfestival in La Roque-d’Anthéron, gab ihren ersten Klavierabend in Paris, debütierte mit dem Orchestre de Paris unter der Leitung von Daniel Barenboim und entfaltete daraufhin eine internationale Karriere. Ihrem USA-Debüt im Jahr 1990 schloss sich eine Tournee durch die USA an.

Infolge einer Meinungsverschiedenheit darüber, welche Solokadenz bei einer Aufnahme von Mozarts 23. Klavierkonzert erklingen solle, beendete Grimaud 2011 die langjährige Zusammenarbeit mit dem Dirigenten Claudio Abbado. Statt der bereits fertiggestellten gemeinsamen Aufnahme veröffentlichte sie eine Liveaufnahme vom Mai 2011 mit dem Kammerorchester des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Radoslaw Szulc, bei der sie die von ihr bevorzugte Kadenz von Ferruccio Busoni spielte.

Engagement für Wölfe

In Tallahassee begegnete Grimaud 1991 der Wölfin Alawa, die ein Bekannter als wildes Haustier hielt. Die Wölfin ließ sich bei ihrer ersten Begegnung von ihr streicheln, was höchst ungewöhnlich ist, und Grimaud verspürte eine tiefe Verbindung zu dem Tier, die sie in ihrer Autobiografie Wolfssonate ausführlich beschreibt. Zusammen mit ihrem damaligen Lebensgefährten Jeff Keesecker adoptierte sie daraufhin zwei Wölfe. Als sie sich 1994 trennten, zog Grimaud nach New York City, wo sie in der gemeinsamen Wohnung mit ihrem neuen Partner Henry Fair eine Weile lang einen Wolfswelpen hielt. 1997 kaufte das Paar schließlich knapp zweieinhalb Hektar Land in South Salem, New York, bezog dort ein Haus und richtete ein Wolf Conservation Center ein, das 1999 eröffnet wurde. Es widmet sich der Zucht, dem Schutz und der Reintegration von Wölfen in natürlicher Umgebung. Weiteres Ziel des Center ist es, vor allem Kinder und Jugendliche durch Vorträge, aber auch durch die unmittelbare Begegnung mit Wölfen für ökologische Zusammenhänge und den Artenschutz zu sensibilisieren.

Privates

Auf ihrer Tournee durch die USA lernte sie 1990 bei einem Konzert in Florida den Fagottisten Jeff Keesecker kennen und zog kurz darauf mit ihm nach Tallahassee. 2005 lernte Grimaud ihren derzeitigen Lebensgefährten, den Fotografen Mat Hennek kennen. Die beiden lebten zunächst gemeinsam in Weggis in der Schweiz.

Ende 2005 erkrankte Grimaud an einer schweren Lungenentzündung sowie infolgedessen am Chronischen Fatigue-Syndrom und konnte Europa über ein halbes Jahr lang nicht verlassen. Im Frühjahr 2010 wurde ihr ein Magenkarzinom entfernt, jedoch kehrte sie bereits im Sommer desselben Jahres auf die Bühne zurück.

Seit 2014 lebt Hélène Grimaud wieder in den Vereinigten Staaten, im kalifornischen Santa Ynez, Santa Barbara County.

Auszeichnungen

Diskografie (Auswahl)

1985 bis 1992 (Label Denon)

1995 bis 1998 (Label Erato)

1999 bis 2001 (Label Teldec)

Seit 2003 (Label Deutsche Grammophon)

Bücher (in deutscher Übersetzung)

Filme

Literatur

Commons: Hélène Grimaud – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Chartquellen: DE CH FR1 (bis 2011) FR2 BE (Wallonien) BE (Flandern).
  2. ↑ Vgl. Qui est qui en France, 47e édition (2016), S. 1041.
  3. ↑ Mary Ellen Snodgrass: Hélène Grimaud Biography. In: musicianguide.com. Abgerufen am 15. Dezember 2024 (englisch).
  4. ↑ Peter Culshaw: The pianist who's leader of the pack. In: The Telegraph. Abgerufen am 11. November 2002 (englisch, Interview).
  5. ↑ Anna Kardos: Starpianistin Hélène Grimaud: "Meine ersten Freunde waren Bücher". In: Neue Zürcher Zeitung. 29. Juni 2024, abgerufen am 6. März 2026.
  6. 1 2 James R. Oestreich: A Pianist Harmonizes With the Wolves. In: nytimes.com. The New York Times, abgerufen am 5. November 2006 (englisch).
  7. ↑ Daniel J. Wakin: Titans Clash Over a Mere Cadenza. In: nytimes.com. The New York Times, abgerufen am 30. Oktober 2011 (englisch).
  8. ↑ James R. Oestreich: Recording as a Road to Recovery. In: nytimes.com. The New York Times, abgerufen am 27. Januar 2011 (englisch).
  9. ↑ Preisträger 2013. In: echoklassik.de. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 17. Juni 2014; abgerufen am 8. Oktober 2013.
  10. ↑ Artist: Hélène Grimaud. In: grammy.com. Grammy Awards, abgerufen am 15. Dezember 2024 (englisch).
Personendaten
NAME Grimaud, Hélène
ALTERNATIVNAMEN Grimaud, Hélène Rose Paule (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG französische Pianistin
GEBURTSDATUM 7. November 1969
GEBURTSORT Aix-en-Provence