Wolf Linder

Wolf Linder (* 26. Mai 1944 in St. Gallen) ist ein Schweizer Hochschullehrer und Politologe.

Leben

Linder wuchs in St. Gallen auf. Dort besuchte er die Kantonsschule am Burggraben und schloss mit der Matura Typ B 1963 ab. Anschliessend folgten dank eines Stipendiums Studien der englischen Literatur und der Politischen Wissenschaft am Hamilton College in Clinton (Oneida County, New York). Zurück in der Schweiz studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Zürich und schloss 1968 mit dem entsprechenden Lizenziat ab. Nach praktischer juristischer Tätigkeit machte er ein Zweitstudium in Politikwissenschaft an der Universität Konstanz. Seine Dissertation zur kommunalen Verkehrs- und Entwicklungspolitik schloss er 1973 ab. Dann wurde Linder wissenschaftlicher Mitarbeiter und Projektleiter am Institut für Orts-, Regional- und Landesplanung der ETH Zürich. Er konnte dort eine politikwissenschaftliche Arbeitsgruppe zur Forschung und Lehre der politischen Planung aufbauen. Ab 1982 war er Ordentlicher Professor am Hochschulinstitut für öffentliche Verwaltung (IDHEAP=Institut de hautes études en administration publique) in Lausanne. Seine Berufung als Ordentlicher Professor an die Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Bern erfolgte 1987. Dort wurde er Direktor des Forschungszentrums für schweizerische Politik.

Neben seiner Lehre und Forschung zur schweizerischen Politik beriet er Behörden und war als Experte für Demokratisierungsfragen in Ländern der Dritten Welt tätig. Er wurde 2009 emeritiert.

Linder tritt weiterhin mit Beiträgen zu politischen Themen an die Öffentlichkeit. So setzte er sich für die Neutralitätsinitiative in der Schweiz ein und war Redner an der «Kundgebung für Neutralität und Frieden» am 28. August 2026 auf dem Bundesplatz in Bern. Ebenfalls im August 2026 kritisierten Linder, Leo Keller und Pascal Lottaz in einem offenen Brief als «aktive SP-Mitglieder» die Argumentation der SP-Führung zur Neutralitätsinitiative. In einem Gastbeitrag in der NZZ plädierte er für eine Schweizer Aussenpolitik, die sich an den Rechtsgrundsätzen der Charta der Vereinten Nationen orientiere.

Weitere Tätigkeiten

Veröffentlichungen, Auswahl

Eine Übersicht weiterer Publikationen findet sich auf der persönlichen Website von Linder.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Lebenslauf von Wolf Linder. Abgerufen am 17. Mai 2023.
  2. ↑ Wolf Linder: Der Fall Massenverkehr; Verwaltungsplanung und städtische Lebensbedingungen. Athenäum, Frankfurt 1973 (Dissertation).
  3. ↑ Prof. Dr. Wolf Linder. Universität Bern, abgerufen am 17. Mai 2023.
  4. ↑ Wolf Linder: Doppeltes Mehr bei Volksabstimmungen – für einen fairen Ausgleich zwischen Demokratie und Föderalismus. In: NZZ, 8. Dezember 2020, (online (Abo), abgerufen am 17. Mai 2023).
  5. ↑ Michael Bucher: Nato-Gegner, Kommunisten und Massnahmenkritiker weibeln in Bern für SVP-Initiative. In: Der Bund. 26. August 2026, abgerufen am 16. September 2026.
  6. ↑ Die Schweiz will Frieden: Der Politologe Wolf Linder unterstützt als bekennender Linker die Neutralitätsinitiative von Christoph Blocher. Er sei «schliesslich Schweizer», sagt der Professor. 12. August 2026, abgerufen am 30. September 2026.
  7. ↑ Offener Brief an Cédric Wermuth und Mattea Meyer: So nicht! Zur SPS-Kampagne gegen die Neutralitätsinitiative. In: Neutralität für Frieden und Ausgleich. Abgerufen am 30. September 2026 (italienisch).
  8. ↑ «So nicht, lieber Cédric»: Prominente SP-Mitglieder um Wolf Linder kritisieren «krasse Unwahrheiten» im Umgang mit der Neutralitätsinitiative. 17. August 2026, abgerufen am 30. September 2026.
  9. ↑ Wolf Linder: Neutralitätspolitik braucht einen Kompass. In: Neue Zürcher Zeitung. 24. Januar 2023, abgerufen am 16. September 2026.
  10. ↑ Wolf Linder: Bibliografie, abgerufen am 17. Mai 2023.
Personendaten
NAME Linder, Wolf
KURZBESCHREIBUNG Schweizer Hochschullehrer und Politologe
GEBURTSDATUM 26. Mai 1944
GEBURTSORT St. Gallen