Friedmar Edgar Horst Schubert, genannt Wolf Schubert, (* 28. Januar 1903 in Zennewitz; † 4. Dezember 1977 in Halle an der Saale) war ein deutscher Kunsthistoriker, Denkmalpfleger und erster Generalkonservator der Denkmalpflege in der DDR.
Wolf Schubert studierte von 1922 bis 1924 in Leipzig, Wien und Jena u. a. Philosophie und Kunstgeschichte. Nach seiner Verheiratung mit der Bildhauerin Mathilde Holzhausen 1924 wurde er freiberuflich tätig und arbeitete seit 1929 für das Feuilleton der in Berlin erscheinenden liberalen Vossischen Zeitung. Nach der Schließung der Zeitung 1934 emigrierte Schubert in die Schweiz, weil er politische Verfolgung fürchtete. 1936 kehrte er zu seiner in Naumburg (Saale) lebenden Familie zurück und erhielt eine Anstellung als Archivar der Vereinigten Domstifter von Merseburg, Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz.
1945 wurde Schubert Provinzialkonservator der (ehemals preußischen) Provinz Sachsen, 1947 Landeskonservator des neugegründeten Landes Sachsen-Anhalt und 1952 Chefkonservator der nach Auflösung des Landes Sachsen-Anhalt gebildeten Regierungsbezirke Magdeburg und Halle (Saale) mit Dienstsitz in Halle. Noch im selben Jahr wurde er auch mit der Leitung der Denkmalpflege in den thüringischen Regierungsbezirken Erfurt, Gera und Suhl beauftragt. Bei Einrichtung des Instituts für Denkmalpflege der DDR 1954 übertrug man ihm als Generalkonservator die Leitung des Instituts und die Verantwortung für „Denkmale von besonderer nationaler Bedeutung und internationalem Kunstwert in der DDR“ (Zentrale Denkmalliste). 1961 wurde er als Generalkonservator von Ludwig Deiters abgelöst.
Trotz seines ungebrochenen Engagements für die Denkmalpflege gestaltete sich die Zusammenarbeit mit Schubert in den 1960er Jahren häufig spannungsvoll, weil er andere Vorstellungen pflegte, als eine am historischen Befund orientierte, sich allmählich durchsetzende Praxis der Denkmalpflege. 1964 gab er seine Tätigkeit in Halle (Saale) auf und wirkte bis zum Eintritt in den Ruhestand als Generaldirektor der Staatlichen Schlösser und Gärten Potsdam-Sanssouci.
In denselben Jahren, in denen Schubert als Denkmalpfleger tätig war, wirkte er auch für die Vereinigten Domstifter, seit 1946 als kooptierter Domherr und von 1958 an bis zu seinem Tod als gewählter Dechant. Er war vor allem darum bemüht, den Rechtsstatus und den Besitzstand der Vereinigten Domstifter zu sichern, die im Laufe des 20. Jahrhunderts immer wieder in Gefahr geraten waren.
Der von Zeitgenossen als charismatisch und weltläufig beschriebene Schubert wurde 1951 in einen von Professoren der Universität Halle 1890 gegründeten akademischen Zirkel aufgenommen. Dem sogenannten „Sprirituskreis“, der neuhumanistischen Idealen anhing, gehörte Schubert bis zu dessen erzwungener Auflösung 1958 an.
1952 erhielt Schubert den Nationalpreis der DDR III. Klasse für seine Verdienste um die Wiederherstellung und Erhaltung deutscher Kunstdenkmale, insbesondere der Dome zu Naumburg und Halberstadt. 1957 verlieh ihm die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main die Ehrendoktorwürde. Die Regierung der DDR ehrte ihn auch mit dem Professorentitel.
Das zweitälteste seiner drei Kinder ist der Kunsthistoriker und Epigraphiker Ernst Schubert (1927–2012).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schubert, Wolf |
| ALTERNATIVNAMEN | Schubert, Friedmar Edgar Horst |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Kunsthistoriker und Denkmalpfleger |
| GEBURTSDATUM | 28. Januar 1903 |
| GEBURTSORT | Zennewitz |
| STERBEDATUM | 4. Dezember 1977 |
| STERBEORT | Halle an der Saale |