Wolfram Suchier (* 25. Juli 1883 in Halle/Saale; † 6. November 1964 ebenda) war ein deutscher Bibliothekar und Genealoge.
Wolfram Suchier, ein Sohn des Romanisten Hermann Suchier, studierte, nach seiner Reifeprüfung an der Klosterschule Roßleben Rechtswissenschaft, Nationalökonomie und Philosophie an den Universitäten Halle und Göttingen. Sein erstes juristisches Staatsexamen legte er 1906 ab und promovierte 1907 an der Universität Halle. Im gleichen Jahr trat er zunächst als Voluntär in den Bibliotheksdienst an der Universitätsbibliothek Halle ein, wechselte 1909 an die Stadtbibliothek Braunschweig und an die Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen und war von 1910 bis 1912 wieder an der Universitätsbibliothek Halle tätig. Von 1912 bis 1915 arbeitete er an der Universitätsbibliothek Marburg, von 1915 bis 1919 wieder an der Universitätsbibliothek Halle. Im Jahre 1919 wurde er Direktor der Stadtbibliothek Erfurt, die er bis 1941 leitete. Während seiner Dienstzeit widmete er sich intensiv dem Bestandsaufbau der Erfurter Stadtbibliothek vor allem mit wissenschaftlicher Literatur, die anfangs nur 70.000 Bände umfasste und zum Ende seiner Tätigkeit 225.000 Bände aufweisen konnte. Hinzu kam die Veröffentlichung einzelner Bestandskataloge, die Verbesserung der Bibliotheksorganisation und die Veranstaltung von Ausstellungen und Bibliotheksführungen.
Krankheitsbedingt und aus politischen Gründen trat er 1941 vorzeitig in den Ruhestand. Er widmete sich auch weiterhin der wissenschaftsgeschichtlichen Arbeit, vor allem der genealogischen Forschung. Seine umfangreiche „Bibliographie der Universitätsschriften von Halle-Wittenberg 1817–1885“ veröffentlichte er 1953.
Suchier gehörte mehreren historischen und familienkundlichen Gesellschaften an.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Suchier, Wolfram |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Bibliothekar und Genealoge |
| GEBURTSDATUM | 25. Juli 1883 |
| GEBURTSORT | Halle/Saale |
| STERBEDATUM | 6. November 1964 |
| STERBEORT | Halle/Saale |