Wolfram(IV)-sulfid

Kristallstruktur
Kristallstruktur von Wolfram(IV)-sulfid
_ W4+ 0 _ S2−
Allgemeines
Name Wolfram(IV)-sulfid
Verhältnisformel WS2
Kurzbeschreibung

grau-bläulicher geruchloser Feststoff

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 12138-09-9
EG-Nummer 235-243-3
ECHA-InfoCard 100.032.027
PubChem 82938
Wikidata Q419711
Eigenschaften
Molare Masse 247,97 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

7,5 g·cm−3

Schmelzpunkt

1250 °C

Löslichkeit

praktisch unlöslich in Wasser

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 315​‐​319​‐​335
P: 261​‐​305+351+338
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Wolfram(IV)-sulfid ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Wolframverbindungen und Sulfide.

Vorkommen

Wolfram(IV)-sulfid kommt natürlich in Form des Minerals Tungstenit vor.

Gewinnung und Darstellung

Wolfram(IV)-sulfid kann direkt aus den Elementen

oder durch Reaktion von Wolfram(VI)-oxid mit Schwefel gewonnen werden.

Eigenschaften

Wolfram(IV)-sulfid ist ein grau-bläulicher bis schwarzer geruchloser Feststoff, welcher schwer löslich in Wasser ist. Es besitzt eine hexagonale Kristallstruktur mit der Raumgruppe P63/mmc (Raumgruppen-Nr. 194)Vorlage:Raumgruppe/194 (a = 3,132, c = 12,323 Å). Eine trigonale Form (Raumgruppe R3m (Nr. 160)Vorlage:Raumgruppe/160, a = 3,158, c= 18,49 Å) ist ebenfalls bekannt. Es besitzt Katalysator- und Detektoreigenschaften.

Verwendung

Wolfram(IV)-sulfidpulver wird wegen seines extrem niedrigem Reibungskoeffizienten unter anderem als Trockenschmierstoff verwendet. Es ähnelt in seinem Schmiereigenschaften dem deutlich bekannteren Molybdän(IV)-sulfid, ist aber thermisch belastbarer (bis zu 450 °C im Vergleich zu 350 °C in normaler Atmosphäre) und besitzt einen niedrigeren Reibungskoeffizienten (~0,03–0,07 im Vergleich zu ~0,05–0,15).

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 Eintrag zu Wolframdisulfid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 10. Februar 2017. (JavaScript erforderlich)
  2. ↑ Mindat: Tungstenit
  3. 1 2 Georg Brauer (Hrsg.), unter Mitarbeit von Marianne Baudler u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band II, Ferdinand Enke, Stuttgart 1978, ISBN 3-432-87813-3, S. 1574.
  4. ↑ Eintrag Tungstenit im Handbook of Mineralogy.
  5. ↑ Wofür wird Wolframdisulfid in Beschichtungsanwendungen verwendet? Abgerufen am 20. Juli 2026 (englisch).
  6. ↑ Wolframdisulfid (WS2) als Schmierstoffadditiv: Technischer Leitfaden für Formulierer. In: Powderful Solutions Blog. 15. März 2026, abgerufen am 20. Juli 2026 (englisch).