The Dating Game Killer (Film)

Film
Titel The Dating Game Killer
Originaltitel Woman of the Hour
Produktionsland USA, Kanada
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2023
Länge 94 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Anna Kendrick
Drehbuch Ian MacAllister McDonald
Produktion Anna Kendrick,
Roy Lee,
Miri Yoon,
J. D. Lifshitz,
Raphael Margules
Musik Dan Romer,
Mike Tuccillo
Kamera Zach Kuperstein
Schnitt Andy Canny,
Lee Haugen
Besetzung

The Dating Game Killer (Originaltitel: Woman of the Hour, dt.: „Frau der Stunde“) ist ein Spielfilm von Anna Kendrick aus dem Jahr 2023, die auch die weibliche Hauptrolle übernahm. Der Thriller basiert auf einer wahren Begebenheit und handelt von Cheryl Bradshaw und dem später als Serienmörder verurteilten Rodney Alcala (dargestellt von Daniel Zovatto), die Ende der 1970er-Jahre kurzfristig in einer im Fernsehen ausgestrahlten Flirtshow zusammenkamen. Die amerikanisch-kanadische Produktion, zugleich Kendricks Regiedebüt, wurde im September 2023 im Rahmen des Filmfestivals von Toronto uraufgeführt und erhielt Lob seitens der Kritiker. Der Streaminganbieter Netflix sicherte sich die Verwertungsrechte.

Handlung

Die Haupthandlung spielt sich Ende der 1970er-Jahre in Los Angeles ab: Cheryl ist nach Kalifornien gekommen, um als Schauspielerin Fuß zu fassen. Ihre Agentin und auch ihr Nachbar raten ihr zu einem Auftritt in der Flirtsendung The Dating Game. Dies könnte Cheryls Karriere ankurbeln. Sie stimmt nur widerwillig einer Teilnahme zu. Das Format setzt sich aus einem Single zusammen, der durch eine Wand getrennt jeweils drei Kandidaten des anderen Geschlechts befragt. Dabei sollen die Kandidaten möglichst charmant und witzig antworten. Erst wenn sich der Single für einen Kandidaten entscheidet, sehen sich beide zum ersten Mal.

Am Set angekommen, gibt Moderator Ed Burke Cheryl zu verstehen, dass sie in die Rolle einer naiven, hübschen Frau schlüpfen solle. Nach der ersten Fragerunde nimmt Cheryl jedoch eine aggressivere Haltung ein, die der Show eigentlich zuwiderläuft. Im Fernsehpublikum befindet sich unter anderem die Zuschauerin Laura, die glaubt, im dritten Kandidaten Rodney den mutmaßlichen Mörder ihrer besten Freundin zu erkennen. Vergeblich versucht sie einen Security-Mitarbeiter während der Show von ihrem Verdacht zu überzeugen.

Im Finale entscheidet sich Cheryl für Rodney. Beide erhalten als Gewinn eine gemeinsame Reise nach Carmel. Noch am selben Abend lädt er sie in eine Bar auf einen gemeinsamen Drink ein, wo sie sich zunehmend unwohl in seiner Gegenwart fühlt. Rodney verfolgt Cheryl auf den Parkplatz des Fernsehstudios, wo sie ihm entkommen kann. Cheryl wird kein Opfer seiner Mordserie und verlässt Los Angeles.

In die Haupthandlung eingefügt sind Episoden, die einige der durch den als Fotograf arbeitenden Rodney begangenen Morde an jungen Frauen vor The Dating Game zeigen, sowie die Tat, die letztlich zu seiner Verhaftung führt: Rodney trifft die von Zuhause weggelaufene und auf der Straße lebende Amy und überredet sie, für Aufnahmen in die abendliche Wüste zu fahren. Dort überwältigt er Amy und vergewaltigt sie. Das Mädchen wacht am nächsten Morgen neben dem weinenden Rodney auf und gibt vor, von dem Geschehenen lediglich beschämt zu sein. Sie bittet ihn, niemandem davon zu erzählen und bringt ihn so dazu, sie aus der Wüste zurückzufahren. An einer Tankstelle kann Amy entkommen und die Polizei rufen.

Hintergrund

Anna Kendrick (2016)

The Dating Game Killer ist das Regiedebüt der US-amerikanischen Schauspielerin Anna Kendrick. Zuvor hatte sie neben ihrer Arbeit im Film und Fernsehen ab 2019 auch als ausführende Produzentin an mehreren Serien und Filmprojekten mitgewirkt. Das Drehbuch von Ian MacAllister McDonald, damals noch unter dem Titel Rodney & Sheryl geführt, wurde im Jahr 2017 in der Blacklist der besten unverfilmten Ideen Hollywoods gelistet. Die nicht linear erzählte Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit. Im Jahr 1978 nahm der später verurteilte Serienmörder Rodney Alcala an der Flirtshow The Dating Game des US-amerikanischen Senders ABC teil, die als Vorbild für das deutsche Format Herzblatt diente. Tatsächlich gewannen Alcala und die Teilnehmerin Cheryl Bradshaw ein gemeinsames Date. Sein Stalking soll aber dazu geführt haben, dass es niemals stattfand. Im Gegensatz zur Filmversion war Alcala nicht Kandidat Nr. 3, sondern Nr. 1. Auch gewannen sie kein gemeinsames Stelldichein in Carmel, sondern Tennisstunden.

Neben Regie und Produktion übernahm Kendrick auch die weibliche Hauptrolle der Cheryl, während der Costa-Ricaner Daniel Zovatto Rodney Alcala darstellte. Als weitere Produzenten waren Roy Lee und Miri Yoon (Vertigo) sowie J. D. Lifshitz and Raphael Margules (BoulderLight Pictures) an dem Projekt beteiligt. Die Finanzierung am amerikanisch-kanadischen Filmprojekt kam über den ausführenden Produzenten Stuart Ford (AGC Studios) sowie Bondit Media Finance zustande.

Rezeption

Veröffentlichung

Die Premiere des Films erfolgte am 8. September 2023 beim Toronto International Film Festival. Dort wurde The Dating Game Killer in die Sektion Special Presentations eingeladen. Aus Solidarität mit den Streikenden der SAG-AFTRA, einer großen US-Gewerkschaft, in der unter anderen Filmschauspieler organisiert sind, nahm Anna Kendrick nicht an der Welturaufführung teil. Sie ließ verkünden, dass es sich bei der Filmvorführung um den „stolzesten Moment“ ihrer Karriere handle.

Der Streaminganbieter Netflix sicherte sich für schätzungsweise 11 Millionen US-Dollar (ca. 10,2 Millionen Euro) die Verwertungsrechte. Seit dem 18. Oktober 2024 ist der Film in den USA auf Netflix zu sehen, in Deutschland wurde der Film am 25. Januar 2025 auf verschiedenen Streamingplattformen zunächst als Video-on-Demand angeboten.

Kritik

Nach Auswertung von 184 Rezensionen wird auf Rotten Tomatoes eine Positivquote von 91 Prozent bei einer Durchschnittswertung von 7,4 von 10 möglichen Punkten ausgewiesen. Auf der Website Metacritic erhielt The Dating Game Killer eine Bewertung von 74 Prozent, basierend auf 35 englischsprachigen Kritiken. Dies entspricht allgemein positive Bewertungen („generally favorable“).

Bert Rebhandl (Frankfurter Allgemeine Zeitung) pries das Regiedebüt Kendricks als „brillanten“ Thriller. Das Filmfestival von Toronto habe mit ihr „einen Star produziert“; „ihr Talent“ als Filmemacherin sei „unübersehbar geworden“. Kendrick mache aus dem auf einem wahren Fall basierenden Stoff „‚American Fiction‘ par exellence“.

Einzelnachweise

  1. ↑ Freigabebescheinigung für The Dating Game Killer. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK-Nummer: 260877; abgerufen am 17. April 2026).
  2. 1 2 3 4 Pete Hammond: ‘Woman Of The Hour’ Review: Anna Kendrick Stars In And Makes Directorial Debut With Story Of ‘The Dating Game’ Serial Killer – Toronto Film Festival. In: Deadline, 8. September 2023 (abgerufen am 19. September 2023).
  3. 1 2 3 4 Mike Fleming Jr.: Netflix Landing Anna Kendrick’s ‘Dating Game’ Serial Killer Tale ‘Woman Of The Hour’ For $11 Million In First Big TIFF 2023 Deal. In: Deadline, 11. September 2023 (abgerufen am 19. September 2023).
  4. ↑ Matthew Dessem: The 2017 Black List Gives a Glimpse of Hollywood Yet-to-Come. In: slate.com, 12. Dezember 2017 (abgerufen am 19. September 2023).
  5. 1 2 Woman of the Hour. In: tiff.net (abgerufen am 19. September 2023).
  6. ↑ Anthony D’Alessandro: Anna Kendrick Skips TIFF World Premiere Of Her Feature Directorial Debut ‘Woman Of The Hour’ Out Of Solidarity With Actors. In: Deadline, 9. September 2023 (abgerufen am 19. September 2023).
  7. ↑ John Dilillo: Everything You Need to Know About Anna Kendrick’s ‘Woman of the Hour’. In: netflix.com, 13. September 2023 (abgerufen am 19. September 2023).
  8. ↑ The Dating Game Killer. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 4. August 2026 (englisch).
  9. ↑ The Dating Game Killer. In: Metacritic. Abgerufen am 4. August 2026 (englisch).
  10. ↑ Bert Rebhandl: An Anna Kendrick wird man nicht mehr vorbeikönnen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. September 2023, Nr. 218, S. 13.