Dieser Artikel behandelt die mittelalterliche Gaugrafschaft. Zur historischen Zeitschrift siehe Der Wormsgau.
Der Wormsgau oder pagus wormatiensis (auch Wormsfeldgau) war im Mittelalter eine Grafschaft, die sich nicht nur in der Umgebung der Stadt Worms erstreckte, sondern zeitweise den Rhein entlang weit nach Norden bis kurz vor Koblenz ausgriff: die Stadt Mainz gehörte ebenso dazu wie zu Beginn des 9. Jahrhunderts auch Boppard, das allerdings um 825 schon wieder verloren war. Im 10. Jahrhundert verlor der Wormsgau weitere mittelrheinische Gebiete, zumeist zugunsten des Nahegaus, darunter Ingelheim 937, Spiesheim 960, Saulheim 973 und Flonheim 996, bis die Selz nach dem Ende dieser Schrumpfung die Nordgrenze darstellte. Die Verluste im Norden konnten durch Gewinne westlich und abseits des Rheins, vor allem im Pfälzerwald, teilweise wieder ausgeglichen werden.
Der Wormsgau zählte zu den zentralen Besitzungen der Salier.
Rutpert II. (Rutbert II. o. Hruodbertus) (770 bezeugt, † 12. Juli 807), dessen Enkel, 795/807 Graf im Worms- und Oberrheingau, 795 Herr zu Dienheim, ⚭ I Theoderata (Tiedrada) (766/777 bezeugt, † vor 789), ⚭ II Isengarde, 789
Heinrich „von Worms“ († 989/1000) dessen Sohn, Graf im Wormsgau, ⚭ Adelheid († wohl 1039/1046), Schwester der Grafen Adalbert und Gerhard (Matfride)
Konrad II. der Jüngere (* wohl 1003, † 1039) dessen Neffe, Graf im Nahegau, Speyergau und Wormsgau, Herzog von Kärnten (1036–1039)
Literatur
Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, 7. Lieferung, IV.9: Die mittelalterlichen Gaue, 2000, 1 Kartenblatt, 1 Beiheft, bearbeitet von Thomas Bauer, ISBN 3-7927-1818-9.