Neuschöpfung

Unter Neuschöpfung (auch: Wortneuschöpfung, Wortschöpfung, Urschöpfung und Wortneubildung) versteht man ein neugebildetes Wort, das im Gegensatz zur Wortbildung nicht aus bereits bekannten Morphemen hergeleitet ist, sondern lautlich neu entwickelt wurde. Gelegentlich wird Neuschöpfung aber auch mit Neologismus gleichgesetzt. Der Begriff wird also nicht von allen Autoren im gleichen Sinne verwendet. Die folgenden Beispiele gelten nur für die zuerst genannte Auffassung von Neuschöpfung.

Beispiele

Neuschöpfungen kommen vor:

Sie werden aber nur ganz selten in Wörterbücher aufgenommen.

Anders als Komposita, Ableitungen und andere Formen der Wortbildung spielen sie in der Gegenwartssprache nur eine geringe Rolle. Für die Anfangszeiten der Sprachentwicklung wird aber vermutet, dass Neuschöpfungen ein bedeutsames Mittel der Wortbildung waren (Bußmann 2002).

Siehe auch

Literatur

Wiktionary: Neuschöpfung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary: Wortneuschöpfung
Wiktionary: Wortschöpfung
Wiktionary: Urschöpfung

Einzelnachweise

  1. ↑ Fleischer & Barz 1995: 5f.; Erben 1993: 18f.
  2. ↑ Helmut Glück (Hrsg.), unter Mitarbeit von Friederike Schmöe: Metzler Lexikon Sprache. 3., neu bearbeitete Auflage. Metzler, Stuttgart/Weimar 2005, ISBN 3-476-02056-8 (Artikel „Neologismus“).
  3. ↑ Hilke Elsen: Erstspracherwerb. Der Erwerb des deutschen Lautsystems. Deutscher Universitäts-Verlag, Wiesbaden 1991, ISBN 3-8244-4087-3, S. 174.
  4. ↑ Jean Berko: Das Erlernen der englischen Morphologie durch das Kind. In: Wolfgang Eichler, Adolf Hofer (Hrsg.): Spracherwerb und linguistische Theorien. Texte zur Sprache des Kindes. Piper, München 1974, ISBN 3-492-02066-6, S. 215–242.
  5. ↑ Karl Jaspers: Allgemeine Psychopathologie. Ein Leitfaden für Studierende, Ärzte und Psychologen. Springer, Berlin 1913; 4., völlig neu bearbeitete Auflage (im Juli 1942 abgeschlossen): Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg 1946, S. 242–246 (Einzelbefunde der Werkschöpfungen), hier: S. 243 (zu Wortneubildungen und Privatsprachen).