Wu Hu

Wu Hu (chinesisch 五胡; pinyin Wǔ Hú; wörtlich „Fünf Hu“) ist eine chinesische Bezeichnung für fünf nicht zu den Han-Chinesen gehörige Völker, die während der Zeit der Östlichen Han-Dynastie in Nordchina einwanderten, später die Westliche Jin-Dynastie stürzten und im 4. und 5. Jahrhundert n. Chr. ihre eigenen Staaten (insbesondere die Sechzehn Reiche) gründeten. Diese fünf Ethnien umfassten die Xiongnu (匈奴), Jie (羯), Xianbei (鮮卑), Qiang (羌) und Di (氐).

Die Xiongnu, Jie und Xianbei waren Nomadenvölker aus den nördlichen Steppen, die der türkischen, mongolischen und tungusischen Sprachgruppe angehörten. Die Di und Qiang stammten dagegen aus dem Hochland Westchinas und sprachen sino-tibetische Sprachen. Die Qiang waren überwiegend Viehhirten, die Di hingegen Ackerbauern. Die politische und soziale Organisation der fünf Ethnien scheint recht unterschiedlich gewesen zu sein. Die Qiang und Di waren eher militärisch organisiert und nicht mit dem aristokratischen Stammessystem der Steppennomaden vertraut. Die Elite dieser Völker übernahm während ihrer Herrschaft über Nordchina Elemente der chinesischen Kultur und wurde stark sinisiert.

Literatur

Anmerkungen

  1. ↑ Das chinesische Wort “Hu” (胡) bedeutet „schwer zu verstehen“ und ist ein vager Sammelbegriff für nicht Chinesisch sprechende Nomadenvölker der Steppengebiete Innerasiens.