Neuchâtel Xamax

Neuchâtel Xamax
Neuchâtel Xamax
Basisdaten
Name Neuchâtel Xamax FCS
Sitz Neuenburg
Gründung 17. Mai 1916 FC Xamax
1970 Fusion mit FC Cantonal Neuchâtel
2012 Neuchâtel Xamax 1912
2013 Fusion mit FC Serrières
Farben Rot-Schwarz
Präsident Christian Binggeli
Website xamax.ch
Erste Fussballmannschaft
Cheftrainer Schweiz Bruno Berner
Spielstätte Stade de la Maladière
Plätze 12'000
Liga Challenge League
2025/26 5. Platz
Heim
Auswärts

Der Neuchâtel Xamax FCS ist ein Schweizer Fussballverein aus Neuenburg (französisch Neuchâtel), Hauptort des gleichnamigen Kantons, in der Romandie. Die Vereinsfarben sind Rot und Schwarz.

Die erste Mannschaft spielte bis zur Saison 2019/20 erstmals seit dem Konkurs im Januar 2012 wieder in der Super League, der höchsten Liga in der Schweiz. Sie hat die Schweizer Meisterschaft bisher dreimal gewonnen und stand zudem fünfmal im Final des Schweizer Cups. International feierte Neuchâtel Xamax 1982 und 1986 Erfolge, als er bis in den Viertelfinal des UEFA-Pokals kam. Nach der Saison 2019/20 stieg man als Tabellenletzter in die Challenge League ab.

Geschichte

Meistertrainer Gilbert Gress

Der Club wurde 1916 unter dem Namen FC Xamax formell gegründet, nachdem schon ab 1912 eine Gruppe Fussballbegeisterter auf zwei Plätzen in Neuenburg Spiele organisiert hatte. Das Palindrom «Xamax» entstand aus dem Vornamen des Mitgründers Max Abegglen, genannt «Xam». 1970 fusionierte er mit dem 1906 gegründeten Stadtrivalen FC Cantonal Neuchâtel.

Seine bisher erfolgreichste Zeit hatte Neuchâtel in den 1980er Jahren unter seinem langjährigen Trainer Gilbert Gress. Im UEFA-Pokal 1981/82 bezwang die Mannschaft Sparta Prag, Malmö FF und Sporting Lissabon und musste sich erst im Viertelfinale knapp dem späteren Finalisten Hamburger SV geschlagen geben. Im UEFA-Pokal 1985/86 wurden Sportul Bukarest, Lok Sofia und Dundee United ausgeschaltet, ehe im Viertelfinalhinspiel eine 0:3-Niederlage bei Real Madrid folgte, die durch das 2:0 im Rückspiel nicht mehr wettgemacht werden konnte. Xamax stieg Ende Saison 2005/06 aus der Super League in die Challenge League ab. Das Team verlor die Barrage gegen den Challenge-League-Zweiten FC Sion. Für Xamax bedeutete diese Niederlage den ersten Abstieg aus der höchsten Schweizer Spielklasse nach dem Aufstieg 1973. Mit dem neuen Trainer Gérard Castella und dem neuen Torhüter Pascal Zuberbühler, der in der zweiten Saisonhälfte zur Mannschaft stiess, schaffte Xamax 2007 den sofortigen Wiederaufstieg.

Konkurs unter Tschagajew (2011–2012)

Auf die Saison 2011/12 hin hatte die Führung unter dem neuen Besitzer Bulat Tschagajew dem Club ein überarbeitetes Club-Logo gegeben. Ausserdem wollte der Besitzer an den Clubnamen Xamax den Zusatz «Vainach», der historischen Bezeichnung der heutigen Tschetschenen und Inguscheten, anfügen. Dies wurde von der Liga jedoch aus formellen Gründen vorläufig nicht genehmigt, da ein solcher Antrag zwingend schon mehrere Monate davor mit den Lizenzierungsunterlagen hätte eingereicht werden müssen.

Im Januar 2012 entzog die Axpo Super League dem Verein die Lizenz für die Liga, nachdem sie Xamax bei der eigenen Disziplinarkommission mehrfach wegen ausstehender Gehälter angezeigt hatte. Am 26. Januar 2012 meldete daher die «Neuchâtel Xamax SA» Konkurs an. Die aufgrund des Falles Wettingen revidierten Statuten des Schweizerischen Fussballverbandes erlaubten die Fortführung des Meisterschaftsbetriebes der Junioren- und Reserveequipen eines konkursiten Swiss-Football-League-Klubs. Die von Getreuen des ehemaligen Xamax-Präsidenten Gilbert Facchinetti ins Leben gerufene «Fondation Gilbert Facchinetti» übernahm die Finanzierung der in Neuenburg unter dem Dach von Xamax ansässigen Mannschaften des Juniorenspitzenfussballs der Region Neuenburg/Freiburg. Der Neuenburger Konkursrichter rechnete zudem die Fördergelder der Swiss Football League für die Juniorenabteilungen nicht der Konkursmasse der Neuchâtel Xamax SA zu, so dass diese blockiert und der Fondation Facchinetti überwiesen werden konnten.

Neugründung, Fusion und Wiedereinstieg in den Profibetrieb (seit 2012)

Die zu diesem Zeitpunkt in der 2. Liga interregional spielende U21-Equipe von Neuchâtel Xamax wurde damit zur neuen 1. Mannschaft und wenig später in die am 14. April 2012 neu gegründete «Neuchâtel Xamax 1912 SA» ausgegliedert, um einen späteren möglichen Aufstieg zurück in die Swiss Football League zu ermöglichen. Xamax konnte mehrere Spieler aus der Region mit Challenge-League-Erfahrung verpflichten und schaffte bereits im ersten Jahr nach der Umstrukturierung den Aufstieg in die 1. Liga Classic. Gleichzeitig erfolgte die Fusion der «Neuchâtel Xamax 1912 SA» mit dem als Spitzenteam in der 1. Liga Classic engagierten Lokalrivalen FC Serrières zu «Neuchâtel Xamax FCS». Zu Ehren der Tradition des FC Serrières wurden die Auswärtstrikots von Xamax neu grün-weiss. Die beiden ersten Mannschaften blieben bestehen, die neue 2. Mannschaft wurde aber in die 2. Liga regional relegiert, da gemäss Statuten des Schweizerischen Fussballverbandes die 1. und die 2. Mannschaft zwei Ligen Differenz aufweisen müssen. Die Equipen des Juniorenspitzenfussballs verblieben weiterhin bei der «Fondation Gilbert Facchinetti».

Nach einer Saison in der 1. Liga Classic (Saison 2013/14) schaffte Neuchâtel Xamax FCS in Promotionsspielen gegen den FC Fribourg (2:2/3:0) und den FC Baden (2:0/1:2 n. V.) den Aufstieg in die 1. Liga Promotion, die dritthöchste Liga der Schweiz. Da Xamax als einziger Aufstiegsaspirant eine Lizenz für die Challenge League erhielt, wurde der erneute Aufstieg am 27. April 2015 am grünen Tisch entschieden, nachdem man tags zuvor den vorzeitigen sportlichen Aufstieg im entscheidenden Spiel gegen Étoile Carouge vor 8000 Zuschauern verpasst hatte. Nach drei Jahren ist der Klub somit wieder im Profifussball vertreten und erreichte in den beiden ersten Saisons in der Challenge League (2015/16 und 2016/17) je den 2. Schlussrang.

Präsidenten und Eigentümer

Historische Vereinsabzeichen

Stadion

Das Heimstadion von Neuchâtel Xamax ist das Stade de la Maladière in Neuenburg. Nachdem das alte Stadion 2004 abgerissen worden war, trug die erste Mannschaft ihre «Heimspiele» vorübergehend in La Chaux-de-Fonds im Stade de la Charrière aus. Am 18. Februar 2007 wurde das neue Stade de la Maladière in Neuenburg eingeweiht. Das Kleinstadion trägt immer noch denselben Namen (Stade de la Maladière). Die Spiele werden auf Kunstrasen ausgetragen.

Die 1. Mannschaft

Stand: 20. September 2026.
Profispieler von Neuchâtel Xamax, die an einen anderen Club ausgeliehen sind, werden nicht aufgeführt.

Nr.Nat.SpielerIm Team seitLetzter Verein
Torhüter
1 Anthony Mossi2024FC Baden
13Uroš Likar2024NK Bravo
23 Jean-Daniel Mayasi2026FC Coffrane
Verteidigung
3Jonathan Fontana2024FC Baden
5Niklas Gunnarsson2026Yverdon Sport FC
7Mickaël Facchinetti2025FC Paradiso
16Léo Seydoux2025FC Dordrecht
21NiederlandeLéon Bergsma2025FC Aarau
25 Mathis Dind2025FC Bulle
36Shiloh Reinhard *2025eigene Jugend (seit 2024)
41Adonis Bourezak2026eigene Jugend (seit 2025)
60FrankreichModibo Camara2026FC Biel-Bienne
Mittelfeld
4 Eris Abedini ein weißes C in blauem Kreis2023KF Ballkani
8FrankreichRomain Bayard2025FC Stade Lausanne-Ouchy
10Liridon Mulaj2025VfL Osnabrück
11Nathan Garcia2026FC Stade Lausanne-Ouchy
28 Nikola Gjorgjev2026SC Farense
35 Altin Azemi2025eigene Jugend (seit 2024)
39 PortugalGonçalo Sacramento *2025eigene Jugend (seit 2023)
70Frankreich Badara Diomandé2026Stade Nyonnais
77Yuri Peverelli2026FC Lugano
81PortugalDiogo Carraco2025FC Lausanne-Sport
Stürmer
9Jean Unjanque *2026Querétaro FC
18Jonathan De Donno2026FC Vaduz
22Janis Lüthi2026BSC Young Boys
24Frankreich Ibrahima Keita2026La Roche VF
32Frankreich Peter Ambrose2026Diósgyőri VTK
40Loïc Veya2026eigene Jugend (seit 2023)
90 FrankreichVincent Nvendo2026FC Zürich
* 
in der Kaderliste von Neuchâtel Xamax nicht aufgeführt (Stand 20. September 2026)

Erfolge

Ewige Tabelle

Neuchâtel Xamax liegt derzeit auf dem 12. Rang der ewigen Tabelle der Super League.

Auswahl ehemaliger Spieler

Weitere Spieler sind in der Kategorie:Fußballspieler (Neuchâtel Xamax) zu finden.

Trainer-Historie

Commons: Neuchâtel Xamax – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ La Genèse (Memento vom 15. Dezember 2018 im Internet Archive), Website von Xamax, abgerufen am 15. April 2012 (französisch).
  2. ↑ Une nouvelle image, un nouveau nom et un nouveau logo (Memento vom 9. Januar 2014 im Internet Archive). Website von Neuchâtel Xamax FCS, abgerufen am 15. April 2012 (französisch).
  3. ↑ Xamax: Chronologie des Niedergangs (Memento vom 17. Juni 2013 im Internet Archive). Schweizer Fernsehen, 18. Januar 2012.
  4. ↑ Daniel Ammann: Xamax 2.0 – ein neuer Club entsteht (Memento vom 20. Dezember 2014 im Internet Archive). In: kurzpass.ch. 6. März 2012, abgerufen am 15. Oktober 2014.
  5. ↑ Neuchâtel Xamax 1912 est né! (Memento vom 9. Januar 2014 im Internet Archive). Website von Xamax, abgerufen am 15. April 2012 (französisch).
  6. ↑ Neuchâtel Xamax 1912 se base sur trois entités (Memento vom 2. Juli 2012 im Internet Archive). Website von Xamax 1912, abgerufen am 15. Oktober 2014 (französisch).
  7. ↑ Xamax-Aufstieg am grünen Tisch. In: SRF Sport. 27. April 2015.
  8. ↑ Xamax-Boss Tschagajew in Untersuchungshaft. In: Berner Zeitung. 26. Januar 2012.
  9. ↑ Bulat Tschagajew aus Untersuchungshaft entlassen. In: Swissinfo. 25. Mai 2012.
  10. ↑ Aus «Neuchâtel Xamax» wird «Xamax 1912». In: NZZ Online. 14. April 2012.
  11. ↑ La Maladière – Historique (Memento vom 11. Juni 2011 im Internet Archive). Website von Xamax (Informationen zum Stadion).
  12. ↑ Kaderliste auf der Website der Swiss Football League.
  13. ↑ Kontingentsliste auf der Website der Swiss Football League (PDF; 479 kB).
  14. ↑ Kaderliste auf der Website von Neuchâtel Xamax.