Xanthydrol

Strukturformel
Strukturformel von Xanthydrol
Allgemeines
Name Xanthydrol
Andere Namen
  • 9-Hydroxyxanthen
  • 9-Xanthenol
  • 9H-xanthen-9-ol
Summenformel C13H10O2
Kurzbeschreibung

farbloser bis beiger Feststoff

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 90-46-0
EG-Nummer 201-996-1
ECHA-InfoCard 100.001.815
PubChem 72861
ChemSpider 65693
Wikidata Q4021716
Eigenschaften
Molare Masse 198,22 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

127–128 °C

Löslichkeit
  • löslich in Methanol (50 g·l−1)
  • löslich in Chloroform
  • praktisch unlöslich in Wasser
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze
Toxikologische Daten

500 mg·kg−1 (LDLo, Ratte, oral)

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Xanthydrol ist eine heterocyclische chemische Verbindung.

Gewinnung und Darstellung

Xanthydrol kann durch Reduktion von Xanthon mit Natriumamalgam in alkoholischer Lösung gewonnen werden.

Eigenschaften

Xanthydrol ist ein farbloser bis beiger Feststoff, der löslich in Methanol ist. Es lässt sich leicht zum Xanthon oxidieren und bildet mit Mineralsäuren Salze.

Verwendung

Xanthydrol wird als Derivatisierungsreagenz bei der Bestimmung von Acrylamid in Oberflächen- und Trinkwasser nach der GC-MS-Methode und von Harnstoff (zum Beispiel in Blut) durch HPLC mit Fluoreszenzerkennung verwendet. Es wird auch zur Phenolbestimmung sowie als Reagens bei der dünnschichtchromatographischen Bestimmung von Indol und Indolderivaten verwendet.

Als Xanthydrol-Reaktion wird die Reaktion von Xanthydrol, Essigsäure und Salzsäure mit Desoxyzuckern (2-Desoxyzucker oder 2,6-Didesoxyzucker) unter Bildung von Farbprodukten bezeichnet.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Datenblatt Xanthydrol, 98% bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 25. September 2017 (PDF).
  2. 1 2 3 4 5 6 Lexikon der Chemie: Xanthydrol - Lexikon der Chemie, abgerufen am 25. September 2017.
  3. ↑ R. S. T. BOWDEN: The Estimation of Blood Urea by the Xanthydrol Reaction. In: Journal of Small Animal Practice. 3, 1962, S. 217, doi:10.1111/j.1748-5827.1962.tb04191.x.
  4. ↑ Gerhard Franz, Hildegard Koehler: Drogen und Naturstoffe Grundlagen und Praxis der chemischen Analyse. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-642-77376-1, S. 105 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).