
Das Yamaha Power Valve System (kurz YPVS), seltener auch Powerwalze (kurz PW), ist ein leistungsförderndes Auslasssteuerungssystem bei Zweitaktmotoren das vom japanischen Motorradhersteller Yamaha Ende der 1970er Jahre entwickelt wurde.

1977 wurde das System in der YZR500 beim Lauf zur Motorrad-Weltmeisterschaft erstmals eingesetzt. Generell bringen „scharfe“ Steuerzeiten eine hohe Leistungsausbeute im hohen Drehzahlbereich. Bei niedrigeren Drehzahlen hingegen bedarf es „zahmer“ Steuerzeiten, damit sich Leistung und Drehmoment entwickeln können. Lange Auslasssteuerzeiten führten bei den leistungsstarken Zweitaktmotoren zu Frischgasverlust bei niedrigen und mittleren Drehzahlen. Dadurch sank der Druck im Auslass stark ab und die Verdichtung reduziert sich. Die Verbrennung des Gemisch war nicht optimal was sich im Wirkungsgrad und Kraftstoffverbrauch negativ bemerkbar machte. Das YPVS sollte bei laufenden Motor auf die Steuerzeiten einwirken und das Drehmoment im unteren und mittleren Bereich anheben. Dies sollte den Motorräder beim Beschleunigen aus Kurven im Rennbetrieb entscheidende Vorteile gegenüber der Konkurrenz verschaffen.
Yamaha verwendete unmittelbar über dem Auslass eine zur Mitte hin konisch zulaufende Walze, die über einen Bowdenzug von einem Elektromotor angetrieben über die Zündung gesteuert wurde. Die Walze hat im Bereich des Auslasskanals eine Aussparung, um den Auslasskanal durch eine Drehbewegung zu vergrößern oder zu verkleinern. So konnten scharfe und zahme Steuerzeiten drehzahlabhängig umgesetzt werden. Am Beispiel der Yamaha RD 350 lässt sich die Leistungssteigerung des Systems gut ablesen. Kam das erste Modell 1980 (RD 350 LC Typ "4LO") auf 36 kW/49 PS erreichte die das Modell mit YPVS (RD 350 LC YPVS Typ "1WW") 46 kW/63 PS. Ohne das YPVS hätte der Motor diese Leistung nur in einem sehr schmalen, in der Fahrpraxis nicht nutzbaren Drehzahlband. Da sich das System beim Starten auf die offene Position stellte, konnte das Arbeiten des Systems durch ein leises Surren wahrgenommen werden. Allerdings produzierte das Mehr an Technik auch einen höheren Wartungsaufwand.
In einem frühen Patent war das Ventil noch über einen einfachen Mechanismus mit dem Gasdrehgriff verbunden.
Frühere Patente zeigten noch andere Mechanismen zum Beeinflussen des Auslasskanals.
