Yashica T

Yashica T bezeichnete eine Reihe von Sucherkameras, die alle ein Carl-Zeiss-Objektiv mit T*-Vergütung aufwiesen und um 300 DM kosteten. Kyocera stellte 1985, kurz nach der Übernahme von Yashica, die erste davon vor, nämlich die Yashica T AF. Es folgten die Modelle T2 und T3. Die T4 fiel dann besonders kompakt aus. Schließlich erschien mit der T Zoom noch die einzige Kamera dieser Reihe mit Zoomobjektiv. Alle Yashica-T-Modelle besaßen Autofokus und motorischen Filmtransport einschließlich Rückspulung.

Kyocera bot parallel dazu die Baureihe Contax T an, ebenfalls mit Carl-Zeiss-Objektiv, aber mit Verkaufspreisen über 1000 DM um ein Mehrfaches teurer. Mit dem Verkauf der Kameraaktivitäten an Cosina stellte man die Produktion aller T-Modelle ein.

Modelle

Yashica T AF

Yashica T AF

Die T AF erschien im Sommer 1985, Yashica warb für sie in den USA mit dem Slogan: The only Auto-Focus Camera with a Zeiss lens. Die Kamera fiel nicht wirklich kompakt aus, war auf einfache Bedienung ausgelegt und arbeitete deswegen ausschließlich mit Programmautomatik. Oben am Gehäuse gab es nur drei Bedienelemente. Der Schieber gab die rote Auslösetaste und den grauen Schalter für den Selbstauslöser frei, wobei er gleichzeitig den Objektivdeckel bewegte. An der Bodenplatte befand sich lediglich der Schiebeschalter zum Auslösen der Rückspulung. Dieser fiel recht groß aus, da die Kamera am Filmende nicht von alleine zurückspulte und er infolgedessen bei jedem eingelegten Film einmal betätigt werden musste. Das Filmeinspulen lief nach Schließen der Rückwand automatisch ab, der Fotograf musste lediglich die Patrone einlegen und die Filmzunge weit genug herausziehen.

Unter dem Objektiv ließ sich mit einem weiteren Schiebeschalter die Filmempfindlichkeit in Stufen von 1 LW einstellen: ISO 50/18°, 100/21°, 200/24°, 400/27° und 1000/31°. Diese Einrichtung besaß auch die T AF DX mit DX-Kodierung, die gegen Ende der Produktionszeit herauskam. Die Einstellung blieb aber nach Einlegen eines DX-kodierten Films unwirksam, wobei die Kodierung auf der Patrone ebenfalls in Stufen von 1 LW übernommen wurde.

Der eingebaute Blitz wurde mit einem Schiebeschalter hinten an der Kamera eingeschaltet und fuhr dabei seitlich aus dem Gehäuse heraus. Mit seiner geringen Leitzahl reichte er bei ISO 100/21° etwa 3 m weit.

Der Autofocus arbeitete aktiv mit einem Leuchtdiodenstrahl und bewegte das Objektiv mit der seinerzeit überdurchschnittlichen Auflösung von 8 Stufen, gegenüber 4 Stufen bei der ein Jahr zuvor erschienenen Olympus Trip 35 und 6 Stufen bei der Ricoh FF-9S von 1990. Ungewöhnlich für eine Kompaktkamera zeigte der Sucher die gemessene Entfernung an. Hierzu konnten vier Piktogramme aufleuchten:

Die Fokussierung konnte mit der ersten Stufe des Auslösers festgehalten werden, während sich die Belichtung nicht korrigieren ließ, außer mit der Einstellung der Filmempfindlichkeit.

Yashica T2

Die Yashica T2 folgte 1986 der T AF und unterschied sich vor allem mit ihrem neuen Gehäuse. Es gab nun keinen Schieber, sondern einen Hauptschalter ohne zusätzliche Schutzfunktion und der Blitzreflektor war unbeweglich eingebaut. Eine manuelle Einstellung der Filmempfindlichkeit existierte nicht mehr, Filme ohne DX-Codierung stellten die Kamera auf ISO 100/21°, sonst wurde die Empfindlichkeit wie gewohnt auf ganze LW-Stufen eingestellt. Die Stromversorgung übernahm jetzt eine Lithiumbatterie und die Rückspulung startete am Filmende automatisch. Im Sucher kam ein Blitzsymbol hinzu, dass nach Aufladen des Blitzkondensators aufleuchtete.

Neu war auch die Ausführung T2 D mit einem Data-Back, dessen Uhr mit einer Batterie vom Typ CR 2025 lief. An seiner LC-Display konnte aus zwei Varianten für die Einbelichtung ausgewählt und dabei eine Jahreszahl bis 2019 eingestellt werden:

Das Objektiv f/3,5 blieb ebenso unverändert wie die Entfernungsanzeige im Sucher. Die untere Grenze der Belichtungszeit lag aber nun bei 1⁄8 s anstatt bisher 1⁄30 s, so dass nur zwar immer noch keine Aufnahmen bei Nacht, aber schon bei Dämmerung möglich waren.

Yashica T3

Yashica T3

Die Yashica T3 folgte 1988 der T2 und brachte weitere Neuerungen. Sie war mit Dichtungen für die beweglichen Teile vor Spritzwasser geschützt. Das Objektiv fiel mit f/2,8 um eine halben LW lichtstärker aus und wurde mit dem Slogan Das Adlerauge beworben, wobei das Prospekt die Aussage mit einem groß abgebildeten Adlerkopf verdeutlichte. Es gab einen zusätzlichen Sucher, den Yashica mit New Angle Scope bezeichnete. Er bot oben auf dem Gehäuse einen zusätzlichen Einblick und ermöglichte somit unauffällige Fotos. Das recht laute Transportgeräusch konnte man dabei vermeiden, indem man den Auslöser gedrückt hielt und sich vom Aufnahmeort entfernte. Der Filmtransport fand nämlich erst nach dem Loslassen statt. Zudem konnte man unproblematisch überkopf und bodennah fotografieren.

Die auf 1 s erweiterte untere Grenze der Belichtungszeit ermöglichte nun auch Nachtaufnahmen und die Naheinstellgrenze von 50 cm zwar noch keine Makroaufnahmen, aber schon einmal das Fotografieren von Details. Anstatt der Entfernungsanzeige gab es im Sucher eine grüne Kontrollleuchte, die bei erfolgter Fokussierung aufleuchtete und blinkte, wenn das Motiv zu nah an der Kamera lag. Eine rote Leute zeigte die Blitzbereitschaft im Sucher an. Das Bildzählwerk arbeitete nun elektronisch, wobei sich die Bildzahl auf einem LC-Display ablesen ließ, welches auch den Countdown für den Selbstauslöser anzeigte. Außerdem zeigte es den ausgewählten Blitz-Modus an:

Die Ausführung T3 D besaß ein weiteres LC-Display, nämlich im Data Back, mit dem sich folgende Einblendungen einstellen ließen:

Wie bei der T2 D lief das Data Back mit einer Batterie vom Typ CR 2032 und konnte eine Jahreszahl bis 2019 eingestellt werden.

Die Ausführungen T3 Super und T3 Super D besaßen lediglich eine Serienbildfunktion. Mit dem bisherige Taster für den Selbstauslöser konnte man drei Modi auswählen:

Die beiden lösten die ursprünglichen Modelle im Jahr 1991 ab.

Yashica T4

Yashica T4

1992 nahm Yashica zusätzlich zur T3 die T4 ins Programm, die sich wieder mit einem Objektiv f/3,5 begnügte, dafür aber besonders kompakt ausfiel. Wie bei der T2 gab es einen Schieber, mit dem der Objektivdeckel ins Gehäuse geschoben und die Kamera in Gang gesetzt wurde. Dabei fuhr das Objektiv aber elektrisch aus dem Gehäuse heraus. Die elektronische Steuerung entsprach im Wesentlichen jener der T3, allerdings lag die Naheinstellgrenze bei 0,35 m und es gab den zusätzlichen Blitzmodus Landschaft, was abgestellter Blitz und Fokussierung auf ∞ bedeutete. Mit halb gedrückter Auslösetaste wurde nicht nur die Entfernung, sondern auch die Belichtung gespeichert.

Die Yashica T4 D besaß ein Data Back entsprechend der T3 D.

Die Modelle T 4 Super und T4 Super D waren entsprechend der T3 sowohl vor Spritzwasser geschützt wie auch mit dem New Angle Scope ausgestattet. Wegen dieses Suchers waren die Bedienelemente umgestaltet, die Funktionen unterschieden sich aber nicht. Kyocera verkaufte diese Kameras auch unter den Bezeichnungen T5 und T5 D.

Yashica T Zoom

Die T Zoom, zum Teil auch mit T4 Zoom bezeichnet, erschien 2002. Ihr wesentliches Merkmal bestand in der durch Tastendruck zwischen 28 mm und 70 mm elektrisch verstellbaren Brennweite, die naturgemäß eine wesentlich geringere Lichtstärke zur Folge hatte. Außerdem arbeitete der Autofokus nicht mehr mit Infrarotstrahl, wie bei den übrigen Kameras der Yashica-T-Serie, sondern passiv. Sie war im Gegensatz zu den Modellen T3 und T4 Super nicht wassergeschützt.

Die Kamera besaß eine Taste als Hauptschalter, nach deren Betätigung das Objektiv herausfuhr und seine schützenden Lamellen öffneten. Als Ausgleich für die geringe Lichtstärke besaß die T Zoom einen leistungstärkeren Blitz, sodass die Reichweite bei ISO 100/21° in den Stellungen Weitwinkel 3,5 m und Tele 2,3 m betrug. Dabei gab es die Blitzmodi:

Alle T Zoom besaßen ein Data Back, wobei die Einstellung über das Display am Kameragehäuse erfolgte und keine zusätzliche Batterie für die Stromversorgung notwendig war. Die Einbelichtungen entsprachen der T3 D.

Für die Kamera gab es einen Fernauslöser mit etwa 4 m Reichweite als Zubehör. Seine Batterie ermöglichte 50.000 Auslösungen und musste vom Werksservice ausgewechselt werden. Er war besonders nützlich für den Langzeitbelichtungsmodus für Belichtungszeiten bis zu 2 min. Dabei öffnete der Verschluss bei der ersten Auslöserbetätigung und schloss bei der zweiten.

Technische Daten

  T AF T2 T3 T4 T Zoom
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Falls du dabei helfen möchtest, erklärt die Anleitung, wie das geht.
BW
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BW
Film Typ 135
Objektiv Sonnar f/3,5 Sonnar f/2,8 Sonnar f/3,5 Vario-Tessar f/4,5 - f/8
Brennweite 35 mm 28 mm – 70 mm
Zahl der Linsen 4 7
größter Blendenwert f/15,5 f/16 - f/32
Verschlusszeiten 1⁄30 s bis 1⁄700 s 1⁄8 s bis 1⁄500 s 1 s bis 1⁄630 s 1 s bis 1⁄700 s Weitwinkel:

2 s bis 1⁄360 s Tele: 2 s bis 1⁄250 s

Selbstauslöser mit 10 s Vorlaufzeit
Entfernungseinstellung 1 m bis ∞

aktiver Autofokus

0,5 m bis ∞

aktiver Autofokus

0,35 m bis ∞

aktiver Autofokus

0,5 m bis ∞

passiver Autofokus

Belichtung Programmautomatik Programmautomatik

Korrektur ±2 LW in 1⁄2 Stufen

Blitzgerät eingebaut

Leitzahl 9 bei ISO 100/21°

eingebaut

Leitzahl 16 bei ISO 100/21°

Filmempfindlichkeit ISO 50/18° bis 1000/31° in Stufen von 1 LW

T AF DX bei Patrone mit DX: ISO 50/18° bis ISO 1600/33° in Stufen von 1 LW

ISO 64/19° bis ISO 1600/33° in Stufen von 1 LW (Patrone mit DX)

ISO 100/21° (Patrone ohne DX)

ISO 50/18° bis ISO 3200/36° in Stufen von 1 LW (Patrone mit DX)

ISO 100/21° (Patrone ohne DX)

Batterie 2× AA 2 CR 5 CR 123A
Größe 124 mm × 73 mm × 46,5 mm 132 mm × 73 mm × 48 mm 128 mm × 67,5 mm × 52 mm 122 mm × 66 mm × 38 mm 113 mm × 62,5 mm × 39,5 mm
Gewicht 260 g 300 g 275 g 190 g 195 g
Zeitraum 1984 bis 1986 1986 bis 1988 1988 bis 1992 bis 2002 bis 2005

Einzelnachweise

  1. ↑ Yashica Werbung. Abgerufen am 13. Februar 2026 (englisch).
  2. ↑ One Day with a Yashica T-AF - Film and Sensor. Abgerufen am 13. Februar 2026 (englisch).
  3. ↑ Yashica T AF on a roll. Abgerufen am 13. Februar 2026 (englisch).
  4. ↑ Lomography. Abgerufen am 13. Februar 2026 (englisch).
  5. ↑ Camera Wiki. Abgerufen am 13. Februar 2026 (englisch).
  6. ↑ Lomography. Abgerufen am 13. Februar 2026 (englisch).
  7. ↑ Yashica T2 Review. Abgerufen am 13. Februar 2026 (englisch).
  8. ↑ Wolf im Schafspelz. Abgerufen am 13. Februar 2026.
  9. ↑ Die Yashica T3 und das Adlerauge. Abgerufen am 13. Februar 2026.
  10. ↑ Lomography. Abgerufen am 13. Februar 2026.
  11. ↑ Wolf im Schafspelz. Abgerufen am 13. Februar 2026.
  12. ↑ Yashica T4 rewiew. Abgerufen am 13. Februar 2026 (englisch).
  13. ↑ Deutsches Kameramuseum. Abgerufen am 13. Februar 2026.
  14. ↑ Yashica T4 Zoom user rewiew. Abgerufen am 13. Februar 2026 (englisch).