| Klassifikation nach ICD-10 | |
|---|---|
| N82.1 | Sonstige Fisteln zwischen weiblichem Harn- und Genitaltrakt |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |
Das Youssef-Syndrom ist eine artifizielle Verbindung zwischen Gebärmutter und Harnblase (uterovesikale Fistel oder vesikouterine Fistel), die zum Beispiel nach einer Schnittentbindung (Eröffnung des Uterus) durch versehentliche Verletzung der Blasenwand oder auch als Folge anderer Krankheiten entstehen kann. Sie ist nach dem ägyptischen Gynäkologen Abdel Fattah Youssef (1924–2001) benannt.
Durch diese krankhafte Urogenitalfistel kann die Monatsblutung in den Harn gelangen und so eine periodisch auftretende Hämaturie ohne weitere Beschwerden verursachen. Die Fistel kann durch Sondierung oder nach einer Kontrastmitteleinfüllung (Kontrastmittelinstillation) in die Gebärmutter im Röntgenbild sichtbar gemacht werden.
Diese Hämaturie wird auch Menurie oder Menourie genannt.
An Komplikationen werden eine sekundäre Amenorrhö, eine sekundäre Sterilität und eine Abortneigung beschrieben. Die Therapie besteht aus Fistelexzision und operativer Rekonstruktion.
Beschrieben wurden auch vesikozervikovaginale Fisteln mit Verbindungen zwischen Harnblase, Gebärmutterhals und Vagina.