
Yui Kawaguchi (japanisch 川口ゆい Kawaguchi Yui; * 1975 in Chigasaki, Kanagawa, Japan) ist eine japanische Tänzerin und Choreographin, die in Berlin lebt.
Yui Kawaguchi ist Choreografin und Tänzerin mit Wohn- und Arbeitsort Berlin. In ihren Arbeiten bewegt sie sich zwischen zeitgenössischem Tanz, Musikperformance und digitalen Formaten. In wechselnden Konstellationen mit Musikern, Künstlern und Wissenschaftlern entstehen choreografische Arbeiten, in denen Körper, Klang und Raum miteinander in Beziehung treten. Dabei interessiert sie der Körper als Träger von Erinnerung, Wahrnehmung und Beziehung – und Tanz als ein Raum, in dem sich Erfahrungen jenseits von Sprache ausdrücken und mit anderen geteilt werden können.
Kawaguchi begann im Alter von sechs Jahren zu tanzen und studierte Tanz und Theater in Tokio. Mit elf Jahren begann sie parallel zu choreografieren. Als Tänzerin in Kompanien wie H.art.Chaos und Kota Yamazaki war sie bald auf renommierten Bühnen weltweit zu erleben. 2001 choreografierte sie die Eröffnungsfeier der Ostasien-Olympiade. Mit Media-Drive Unit 66b/cell (2000–2004) bewegte sie sich zwischen Tokyos Clubszene und der internationalen Kunstszene.
Seit 2005 lebt und arbeitet sie in Berlin, wo sie eigene Stücke entwickelt und mit Choreografen und Regisseuren wie Ismael Ivo, Helena Waldmann, Tomi Paasonen, Nir de Volff und Nico and the Navigators zusammenarbeitet. Ihre Arbeiten wurden bei zahlreichen internationalen Festivals präsentiert, darunter das New Vision Festival Hongkong, das International Dance Festival Vancouver, das Neue Nationaltheater Tokio, das OzAsia Festival Adelaide und das MODAFE Seoul.
Ein Meilenstein ihrer choreografischen Arbeit ist andropolaroid (Kölner Tanzpreis 2010). Ihre choreografische Handschrift zeigte sich in Arbeiten wie MatchAtria (2014), das in Zusammenarbeit mit dem japanischen Künstler und Filmemacher Yoshimasa Ishibashi entstand, Flying Pictures im Hamburger Bahnhof (2019) und der Opernproduktion Suor Angelica mit den Berliner Philharmonikern unter Kirill Petrenko und Nicola Hümpel (2020). 2024 choreografierte und verkörperte sie die Rolle der Anna II in Die sieben Todsünden mit dem Konzerthausorchester Berlin unter der Leitung von Joana Mallwitz.
Ihre besondere Nähe zur Musik führte zu engen künstlerischen Kooperationen mit Musikern wie Aki Takase, Daniel Hope, Matan Porat und dem Kuss Quartett. Seit 2008 führt sie gemeinsam mit der Pianistin Aki Takase die Reihe Die Stadt im Klavier fort. In weiteren interdisziplinären Projekten arbeitete sie u. a. mit der Schriftstellerin Yoko Tawada sowie den bildenden Künstlerinnen wie Chiharu Shiota oder Gabi Schillig zusammen. Seit 2018 besteht zudem eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit Musikern des Ensembles ImPuls der Suite.
Seit der Corona-Zeit erweitert sie ihre choreografische Arbeit um virtuelle Räume und 3D-Animation. In diesem Zusammenhang entstanden u. a. die AR-Performance Du musst Dein Leben rendern! (2022, nominiert für den AUREA Award), die Ausstellungen AR-Loopmachine (Tanzmuseum Köln, 2023), Endlichkeit der Pixel (ITI Berlin, 2024) sowie Fragile Landschaften (Japanisches Kulturinstitut Köln, 2026).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kawaguchi, Yui |
| KURZBESCHREIBUNG | japanische Tänzerin und Choreographin |
| GEBURTSDATUM | 1975 |
| GEBURTSORT | Chigasaki, Kanagawa, Japan |