Yuval Goren

Yuval Goren bei der Untersuchung von Tafeln mittels Röntgenfluoreszenzanalyse (2009)

Yuval Goren (hebräisch יובל גורן, * 1956 in Petach Tikwa, Israel) ist ein israelischer Archäologe und Hochschullehrer an der Ben-Gurion-Universität im Negev.

Leben

Goren begann 1981 an der Ben-Gurion-Universität Archäologie zu studieren. 1991 promovierte er an der Hebräischen Universität Jerusalem mit einer Arbeit zum Thema Beginn der Keramik-Produktion in Israel und Umgebung entsprechend den petrographischen Analysen in der Jungsteinzeit, Kupfersteinzeit und Frühen Bronzezeit. Gutachter waren Paul Goldberg und Yitzhak Gilad. Bei Paul Goldberg studierte Goren Mikromorphologie. In der Folge spezialisierte er sich auf mikroskopische Methoden zur Erforschung der Herkunft von Keramik und anderen archäologischen Fundstücken.

Von 1989 bis 1996 arbeitete er als petrographischer Forscher bei der Israel Antiquities Authority (IAA). Von 1991 bis 1996 war er außerdem Vorsitzender der Gewerkschaft der IAA.

Von 1996 bis 2000 war er Dozent an der Abteilung für Archäologie und Kultur des Alten Orients der Universität Tel Aviv. 2000 wurde er zum außerordentlichen Professor und 2005 zum ordentlichen Professor berufen. Von 2000 bis 2005 war er Leiter dieser Abteilung. Außerdem hatte er verschiedene andere Ämter an der Universität Tel Aviv inne, darunter

Goren gründete das Labor für Vergleichende Mikroarchäologie am Institut für Archäologie der Universität Tel Aviv. Er war Initiator und Vorsitzender des Master-Programms für Archäologie und Archäomaterialien. Dieses Programm ist eine Fortbildung von Archäologiestudenten zum Erlernen von Forschungsmethoden aus den Natur- und Materialwissenschaften und deren Anwendung bei der Untersuchung archäologischer Funde.

Seit 2014 ist Goren Honorarprofessor für Archäologie am University College London. Seit 2016 arbeitet Goren an der Ben-Gurion-Universität im Negev.

Forschungsinteressen

Forschungsschwerpunkte von Goren sind die Mikroarchäologie, das Studium von Zusammensetzung und Ursprung archäologischer Keramik und Techniken der optischen Mineralogie und Petrographie.

Gutachtertätigkeit bei Kontroversen über die Echtheit von Inschriften auf archäologischen Fundstücken

Seit den 1970er Jahren erlebte die Produktion von gefälschten Antiquitäten in Israel einen Aufschwung. Hinter den Fälschungen standen häufig Experten, die die Fälschungen so geschickt ausführten, dass sie auch für Fachleute nur sehr schwer zu erkennen waren. Von 2004 bis 2012 wurde gegen fünf vermutete Fälscher ein Prozess geführt, der dann jedoch aus Mangel an Beweisen eingestellt wurde. Bei diesen fünf handelte es sich um

Die Anklage gegen Shlomo Cohen wurde fallen gelassen. Der ägyptische Künstler Marco Samah Shoukri Ghatas gestand, dass er die Joasch-Inschrift gemacht hatte. Faiz al-Amaleh wurde zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Robert Deutsch und Oded Golan wurden vom Vorwurf der Fälschung von Antiquitäten freigesprochen. Dies war jedoch kein Urteil über die Echtheit der betroffenen Antiquitäten, die von vielen Archäologen weiterhin als Fälschungen angesehen werden.

Das Muster der Fälschungen war wie folgt: Echte Antiquitäten wurden mit Inschriften versehen, bzw. vorhandene Inschriften erweitert. Dann wurden diese neuen Inschriften mit einer speziell zu diesem Zweck hergestellten Patina bedeckt. Der Inhalt dieser Inschriften bestätigte oft biblische, religiöse und politische Aussagen, nach denen die Archäologen schon lange suchten. Dadurch wurde die jeweilige Antiquität „aufgewertet“ und konnte oft sehr teuer verkauft werden.

Bei einigen dieser Fälschungen wurde Goren als Gutachter hinzugezogen. Im Fall des Jakobus-Ossuars, der Joasch-Inschrift und des Elfenbein-Granatapfels kam er durch Untersuchungen der Patina über den Inschriften zum Schluss, dass diese wahrscheinlich ganz oder teilweise in jüngerer Zeit hinzugefügt wurden.

Veröffentlichungen

Veröffentlichungen zusammen mit Paul Goldberg und anderen

Commons: Yuval Goren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Yuval Goren, Professor of Archaeology bei bgumicroarchaeology.com. Abgerufen am 10. August 2020.
  2. 1 2 3 Staff bei bgumicroarchaeology.com. Abgerufen am 10. August 2020.
  3. 1 2 3 Goren, Yuval (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Juni 2024. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.) bei scholars.bgu.ac.il. Abgerufen am 10. August 2020.
  4. ↑ Yuval Goren bei metroarcheo.com. Abgerufen am 10. August 2020.
  5. ↑ Israel names fifth suspect in major antiquities fraud case bei jweekly.com. Abgerufen am 10. August 2020.
  6. 1 2 Thomas D. Bazley: Crimes of the Art World, Praeger, 2010, ISBN 978-0-313-36047-3, S. 72, Box 4.3 Bible-Era Relics found to be Frauds in Israel bei Google Books. Abgerufen am 10. August 2020.
  7. ↑ After 7-year saga, a surprising end to antiquities fraud case bei timesofisrael.com. Abgerufen am 10. August 2020.
  8. ↑ Examination of Authenticity: James Brother of Jesus Ossuary and Yehoash King of Yehuda Inscription bei bibleinterp.arizona.edu. Abgerufen am 10. August 2020.
  9. ↑ Ivory Pomegranate bei madainproject.com. Abgerufen am 10. August 2020.
Personendaten
NAME Goren, Yuval
ALTERNATIVNAMEN גורן, יובל
KURZBESCHREIBUNG israelischer Archäologe
GEBURTSDATUM 1956
GEBURTSORT Petach Tikwa, Israel