| ZPAQ | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Entwickler | Matt Mahoney |
| Aktuelle Version | 7.15 (22. September 2016) |
| Betriebssystem | Linux, Windows |
| Programmiersprache | C++ |
| Kategorie | Datenkompression, Archivierung |
| Lizenz | GNU GPL, Version 3 |
| deutschsprachig | nein |
| mattmahoney.net (englisch) | |
ZPAQ ist ein Packprogramm und Journaling-Archivierungsprogramm, das für inkrementelle Backups von Verzeichnissen und Dateien auf Benutzerebene unter Windows, Unix/Linux und macOS entwickelt wurde. Es verwaltet lokale oder entfernte Backup-Archive, die dem ZPAQ Open Standard Format for Highly Compressed Data entsprechen. Dieses Format unterstützt verschlüsselte, deduplizierte und komprimierte Einzel- oder Mehrteilarchive mit Rollback-Funktion.
zpaq verwendet eine AES-256-Verschlüsselung, inhaltsbasierte Deduplizierung auf Dateifragmentebene sowie fünf mehrfädige Komprimierungsstufen. Bei Sicherungen werden nur Dateien hinzugefügt, deren Änderungsdatum sich verändert hat, wobei sowohl ältere als auch aktuelle Dateiversionen erhalten bleiben. Dieser Journaling-Ansatz ermöglicht es, ein Archiv auf einen früheren Zeitpunkt zurückzusetzen und ältere Versionen von Dateien wiederherzustellen.
Die standardmäßige Komprimierungsstufe ist in der Regel schneller als ZIP und erzielt dabei häufig bessere Komprimierungsraten. Das selbstbeschreibende Archivformat wurde so entwickelt, dass zukünftige Verbesserungen ohne Verlust der Kompatibilität zu älteren Programmversionen möglich sind und somit eine langfristige Nutzbarkeit gewährleistet wird.
zpaq unterstützt Archive, die deutlich größer als der verfügbare Arbeitsspeicher sein können, und skaliert bis zu etwa 250 TB sowie 4 Milliarden Dateien. Dadurch eignet es sich auch für sehr große Backup-Bestände. Archive sind plattformübergreifend zwischen Windows, Unix/Linux und macOS austauschbar und bieten eine portable sowie zuverlässige Lösung für die langfristige Datensicherung und den Schutz von Datenbeständen.
Laut Angaben des Entwicklers ist die momentane Weiterentwicklung (Stand: 2015) ins Stocken geraten, da Dell keine weiteren finanziellen Mittel für die Pflege der Software bereitstellt. Als Konsequenz daraus folgt, dass es in nächster Zeit keine neuen Releases bzw. Updates geben wird, es sei denn, dass schwerwiegende Fehler gefunden und behoben werden müssen (Stand: 1. Februar 2016).
Am 16. März 2016 wurde die Version 7.06 veröffentlicht, die einige Fehler der Vorgängerversion 7.05 behebt. Die ausführbare Datei zpaq.exe ist unter Windows Vista (32- und 64-Bit) und später (Windows 7, 8, 8.1, 10) lauffähig. zpaq64.exe läuft nur unter Windows Vista (64-Bit) und später. Für Windows XP ist neuerdings eine separate ausführbare Datei (zpaqxp.exe) verfügbar. Diese ist ab Windows XP (32-Bit) lauffähig, jedoch werden keine Alternativen Datenströme aktualisiert. Die 32-Bit Versionen können nur 2 GB Arbeitsspeicher nutzen und die Anzahl der verwendeten CPU-Kerne bzw. Threads ist standardmäßig auf zwei begrenzt. Durch die Angabe eines entsprechenden Parameters (-threads N … N ist die Anzahl der Threads) kann die Arbeit jedoch auf mehrere CPU-Kerne verteilt werden.
Version 7.07 (18. März 2016) behebt einen Fehler, der bei der Erstellung und Aktualisierung von verschlüsselten mehrteiligen Archiven auftrat.
In Version 7.08 (30. März 2016) wurden der Quelltext weiter vereinfacht und Fehler behoben. Nun sollte auch das Kompilieren mit dem Intel C/C++ Compiler und dem Visual C++ 2015 Compiler ohne Fehlermeldungen möglich sein. Die ausführbaren Dateien auf der Herstellerseite werden weiterhin mit GCC kompiliert. Das Erstellen von mehrteiligen Archiven wird (momentan) nicht mehr unterstützt. Die separate ausführbare Datei für Windows XP ist nicht mehr vorhanden bzw. erforderlich.
Version 7.09 (5. April 2016) behebt Fehler.
In Version 7.10 (8. April 2016) wurde wieder die Option für mehrteilige Archive nachgereicht.
In Version 7.11 (13. April 2016) wurden die Optionen -repack und -encrypt implementiert.
In Version 7.12 (26. April 2016) wurde die Geschwindigkeit beim Extrahieren erhöht. Die Option -encrypt (in Kombination mit -repack) wurde entfernt.
In Version 7.13 (4. Mai 2016) wurde die Unterstützung für Sparse-Dateien hinzugefügt.
Version 7.14 (19. Juli 2016): Schnelleres Backup auf Netzwerklaufwerke.
Mit der Version 7.15 vom 17. August 2016 wurde die letzte von Matt Mahoney persönlich veröffentlichte Version von zpaq bereitgestellt. Mit zpaqfranz steht ein Fork von zpaq 7.15 zur Verfügung, der aktiv weiterentwickelt wird.
Dateien, die zum Archiv hinzugefügt werden, werden jeweils in Fragmente aufgespalten und zusammen mit deren SHA1-Prüfsumme abgespeichert. Neuere Dateien werden ebenfalls zerteilt und im Fall von identischen Prüfsummen werden nur die noch nicht vorhandenen Fragmente dem Archiv hinzugefügt. Sind keine Fragmente einer hinzuzufügenden Datei bereits bekannt, wird die gesamte Datei komprimiert und hinzugefügt.
zpaq Backup.zpaq <Pfad zum Verzeichnis, das archiviert werden soll> -method 1
Wird dieser Befehl wiederholt, werden nur die seit der letzten Datensicherung geänderten Dateien dem Archiv hinzugefügt. -method 1 ist der Standard-Wert. 0 hat keine Kompression zur Folge, und 5 ist eine sehr langsame, jedoch sehr gute Datenkompression.
zpaq extract Backup.zpaq entpackt den letzten Sicherungsstand im aktuellen Verzeichnis.
zpaq list Backup.zpaq -all listet alle gesicherten Dateien, mit der (normalerweise) vierstelligen Versionsnummer.
zpaq extract Backup.zpaq -until 2 entpackt den zweiten Sicherungsstand. Die erste Datensicherung hat die Versionsnummer 1.
zpaq extract Backup.zpaq -only "*Lebenslauf*" -all entpackt alles, was im Verzeichnis- oder Dateinamen das Wort „Lebenslauf“ enthält, und zwar über alle Versionen hinweg.