Gmina Zagrodno

Zagrodno
Wappen der Gmina Zagrodno
Zagrodno (Polen)
Zagrodno (Polen)
Zagrodno
Basisdaten
Staat: Polen Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Powiat: Złotoryjski
Geographische Lage: 51° 11′ N, 15° 52′ OKoordinaten: 51° 11′ 0″ N, 15° 52′ 0″ O
Einwohner:
(1. Jan. 2024)
Postleitzahl: 59-516
Telefonvorwahl: (+48) 76
Kfz-Kennzeichen: DZL
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Breslau
Gmina
Gminatyp: Landgemeinde
Gminagliederung: 10 Schulzenämter
Fläche: 122,09 km²
Einwohner: 4823
(1. Jan. 2024)
Bevölkerungsdichte: 40 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0226052
Verwaltung (Stand: 2007)
Gemeindevorsteher: Mieczysław Słonina
Adresse: Zagrodno 52
59-516 Zagrodno
Webpräsenz: zagrodno.info

Die Gmina Zagrodno ist heute eine Landgemeinde im Powiat Złotoryjski der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Ihr Verwaltungssitz ist das gleichnamige Dorf (deutsch Adelsdorf, teils Nieder-Adelsdorf) mit 1538 Einwohnern (2009).

Geschichte

Adelsdorf, früher Nieder-Adelsdorf, auch Adelingsdorf, Adlainsdorf, war mehrere Jahrhunderte eine Gemeinde in der preußischen Provinz Schlesien. Am Ort befand sich ein altes Rittergut, welches sehr lange der Familie von Schellendorf gehörte. Von ihnen stammt der Vorgängerbau des Herrenhauses. Ihnen folgten die Familien von Liedlau, von Nikisch. Über den bürgerlichen Justizrat Gärtner, er gilt als Erbauer des neuen Schlosses, kam das Herrenhaus und Gut Nieder-Adelsdorf dann an das Adelsgeschlecht von Schweinitz, u. a. an den Landrat Hans Christian Alexander von Schweinitz. Durch Heirat seiner Tochter Christine Ernestine Ottilie Maria von Schweinitz ging Gut Nieder-Adelsdorf an die von Elsner, an ihren Ehemann Oscar von Elsner. Er brachte es zum fürstlich-schwarzenb. Staatsminister und Wirkliche Geheime Rat.

Mindestens bis in die 1890er Jahre galt die Namensführung Nieder Adelsdorf.

Der Gutsbezirk Nieder Adelsdorf hatte um 1910 einen Umfang von 341 ha und wurde seit diesem Jahr durch Georg Graf von Pfeil-Ellguth bewirtschaftet, der 1917 starb. Seine Witwe war Dora geb. Keuthe, sie stammte aus Putbus von der Insel Rügen. erworben, er starb früh, 1917. Gräfin Dora von Pfeil lebte mit den Kindern mindestens bis Ende der 1930er Jahre im Herrenhaus.

Bis 1928 blieb der Gutsbezirk juristisch eigenständig und wurde dann mit der Gemeinde vereinigt. An den privat-rechtlichen, kirchlichen oder fiskalischen Eigentum änderte dies nichts. Der Ort gehörte bis 1945 zum Kreis Goldberg-Haynau im Regierungsbezirk Liegnitz-Niederschlesien. Die Familie von Pfeil lebte nach dem Krieg in Westdeutschland, Dora von Pfeil starb 1948.

Von 1975 bis 1998 gehörte die Gemeinde zur Woiwodschaft Legnica.

Geographie

Schloss Nieder-Adelsdorf um 1860/61, Motiv: August Friedrich Wilhelm Nothnagel, Sammlung Alexander Duncker. Berlin.

Die Gemeinde hat eine Fläche von 122,09 km², wovon 81 % landwirtschaftlich genutzt werden und 9 % bewaldet sind. Zagrodno liegt 8,5 km nördlich der Kreisstadt Złotoryja und 20 km westlich von Legnica.

Durch die Gemeinde verläuft die Droga wojewódzka 963. Die Bahnhöfe Zagrodno und Brochocin lagen an der Bahnstrecke Złotoryja–Rokitki.

Gliederung

Die Landgemeinde Zagrodno hat 10 Sołectwa (Schulzenämter) (deutsche Namen bis 1945):

  • Brochocin (Brockendorf)
  • Łukaszów (Seifersdorf)
  • Grodziec (Gröditzberg)
  • Jadwisin (Sankt Hedwigsdorf)
  • Modlikowice (Modelsdorf)
  • Olszanica (Alzenau)
  • Radziechów (Märzdorf)
  • Uniejowice (Leisersdorf)
  • Wojciechów (Voitsdorf)
  • Zagrodno (Adelsdorf)

Ein weiterer Ort der Landgemeinde ist Garnczary (Töppendorf).

Schloss Gröditzberg.

Persönlichkeiten

Literatur

Fußnoten

  1. 1 2 Area and population in the territorial profile in 2024. Abgerufen am 7. September 2025.
  2. ↑ Zagrodno.pl. (Hrsg.): Gemeinde. Stand 21. April 2019.
  3. ↑ Marcelli Janecki: Handbuch des Preußischen Adels. Band 2, Hrsg. Königliches Herolds-Amt, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1893, S. 215.
  4. ↑ Extra-Beilage zu Nr. 20 des Amtsblattes der Königlichen Regierung zu Liegnitz. Ausgegeben Liegnitz am 20. Mai 1893, S. 1 f.
  5. ↑ Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser (Uradel). 1922. Jahrgang 95, Justus Perthes, Gotha November 1921, S. 705.
  6. ↑ Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft (D.A.G.) Teil A (Uradel). 1938. Jahrgang 111, Justus Perthes, Gotha November 1937, S. 395.
  7. ↑ Deutsche Digitale Bibliothek: Pfeil, Doris von, geb. Keuthe, Schloß Nieder-Adelsdorf bei Goldberg in Schlesien, Ehefrau des Grafen Georg von Pfeil, In: Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 243 Nr. 1222.
  8. ↑ Vgl. Hans Friedrich von Ehrenkrook, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck, Johann Georg von Rappard, Hans-Jürgen von Witzendorff: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser A (Uradel). 1955. Band II, Band 10 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg (Ostsee) 1955, S. 313 f.
  9. ↑ Dz.U. 1975 nr 17 poz. 92 (polnisch) (PDF; 802 kB).
  10. ↑ Regioset.pl. (Memento des Originals vom 13. März 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  11. ↑ Landgemeinde Zagrodno im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 11. Oktober 2025.