| Zarzyca Reichau | ||
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| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Niederschlesien | |
| Powiat: | Strzelin | |
| Gmina: | Kondratowice | |
| Geographische Lage: | 50° 44′ N, 16° 56′ O | |
| Einwohner: | 120 | |
| Kfz-Kennzeichen: | DST | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Nächster int. Flughafen: | Breslau | |


Zarzyca (deutsch: Reichau) ist ein Ort in der Landgemeinde Kondratowice (Kurtwitz) im Powiat Strzeliński der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen.
Zarzyca liegt rund sieben Kilometer südlich von Kondratowice (Kurtwitz), 12 Kilometer südwestlich von Strzelin (Strehlen) und 46 Kilometer südlich von Breslau. Nachbarorte sind Dobrzenice (Siegroth) und Jakubów (Jakobsdorf) im Südwesten, Czerwieniec (Roth Neudorf) im Norden.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde eine Kirche in „Rychaw“ in einem Notariatsdokument aus dem Jahre 1350. 1372 erscheint der Ort in einer Urkunde als „Reichow“. Es gehörte zum Herzogtum Brieg, das seit 1329 ein Lehen der Krone Böhmen war. 1585 gehörte es dem George Mutschelnitz auf Reichau, Rat des Liegnitzer Herzogs Friedrichs IV. Nach dem Tod des Herzogs Georg Wilhelm I. mit dem das Herzogtum Brieg 1675 als erledigtes Lehen durch Heimfall an die Krone Böhmen erlosch. Ende des 17. bis Anfang des 18. Jahrhunderts gehörte das Gut Karl Sigmund von Mutschelnitz auf Oberjohnsdorf und 1705 Jaroslaus von Paczinsky auf Reichau. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gehörten Ober- und Nieder-Reichau Gottfried Benjamin von Langenau auf Kurschwitz, Miskowitz und Reichau. 1743 war die Grundherrin von Ober- und Nieder-Reichau Anna Sophia von Langenau, geborene von Paczensky und Tenzin.
Nach dem Ersten Schlesischen Krieg fiel Reichau 1742 zusammen mit dem Herzogtum Brieg an Preußen und Kreis Nimptsch eingegliedert. Es unterstand der Kriegs- und Domänenkammer Breslau, bis es im Zuge der Stein-Hardenbergischen Reformen 1815 dem Regierungsbezirk Reichenbach der Provinz Schlesien zugeordnet wurde. 1783 lebten in Reichau 286 Einwohner, von denen ein Teil Garnhandel betrieb. Das Dorf bestand damals aus zwei Anteilen, die beide Ernst Siegmund von Burgsdorf (1753–1824) gehörten.
1845 bestand Reichau aus 38 Häusern, einem herrschaftlichen Vorwerk, 290 überwiegen evangelischen Einwohnern (21 katholisch), einer evangelischen Pfarrkirche mit Pfarrwidum unter dem Patronat der Grundherrschaft, einer evangelischen Schule, einer katholischen Kirche zu Deutsch-Lauden im Kreis Strehlen (Pfarrei Borau), einer Windmühle, einer Brauerei, zwei Brennereien, fünf Handwerkern, zwei Krämern und einem Höcker (Kleinhändler). Östlich im Wald befand sich ein verfallener Kalkbruch. Zur Gemeinde gehörte die „Kristermühle“ eine Wassermühle, bestehend aus einem Haus und vier evangelischen Einwohnern.
Nach dem Tod des Ernst Sigmund von Burgsdorf erbte Reichau dessen Sohn Ernst Moritz von Burgsdorf (1786–1843). 1848 besaß das Gut die verwitwete Frau von Burgsdorf auf Reichau, geborene Sallet. Danach gelangte es durch Heirat an die Familie Hoffmann, die es Anfang des 20. Jahrhunderts an Wilhelm Ernest Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach veräußerte. Von 1925 bis zur Enteignung 1945 besaß es die Familie Riedel. Seit 1874 gehörte die Landgemeinde Reichau zum Amtsbezirk Strachau. Nach der Auflösung des Landkreises Nimptsch 1932 wurde die Gemeinde Reichau in den Landkreis Strehlen eingegliedert.
Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Reichau 1945 zusammen mit dem größten Teil Schlesiens an die Volksrepublik Polen und wurde in Zarzyca umbenannt. Die neu angesiedelten Bewohner waren teilweise Zwangsumgesiedelte aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war.
Die deutsche einheimische Bevölkerung wurde, soweit sie nicht vorher geflohen war, vertrieben. Die neu angesiedelten Bewohner stammten teilweise aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war. Heute gehört Zarzyca zur Landgemeinde Kondratowice.