Schreibstift bezeichnet im engeren Sinne ein handgeführtes Schreibgerät oder Zeichengerät, das durch Abtragung, Auftragung oder Abgabe von Farbmitteln auf einem Untergrund Linien erzeugt. Der Begriff leitet sich vom althochdeutschen steft ab („Stachel, Dorn; etwas Kleines, Geringwertiges“) und umfasst sowohl einfache Ritzwerkzeuge als auch komplexe, tintenführende Konstruktionen.
Die ältesten bekannten Stifte stammen aus der Jungpaläolithik. Mit spitzen Holz- oder Knochenspitzen (sog. Stilus) wurden Ritzungen in feuchten Ton oder weichem Stein angebracht – oft in Verbindung mit Höhlenmalereien, etwa in der Höhle von Lascaux (ca. 17.000 v. Chr.).
In den frühen Hochkulturen Mesopotamiens und Ägyptens ersetzte das Schreibrohr (calamus) aus Schilfrohr den harten Stift. Es ermöglichte das Schreiben mit Tinte auf Papyrus. Der Metall- oder Knochen-stilus blieb jedoch für Wachstafeln in Gebrauch, etwa in der römischen Verwaltung.
Ab dem 8. Jahrhundert wurden in europäischen Skriptorien Bleistifte aus Blei, Silber oder Zinn verwendet (sog. Silberstift oder Plumbum). Diese erzeugten blasse, aber dauerhafte Linien auf Pergament und dienten vor allem der Vorzeichnung von Buchmalereien.
Die eigentliche Bleistiftmine aus Graphit wurde 1564 im englischen Borrowdale entdeckt. Die ersten dokumentierten Stifte mit Holzummantelung entstanden um 1560 in Nürnberg.
Neben der Schreibfunktion dient der Stift im Penspinning als Trainingsgerät für Fingerfertigkeit und Koordination. Die Disziplin entstand in den 1970er Jahren in Japan und ist heute weltweit verbreitet.
Die Härte von Bleistiftminen wird nach der HB-Skala (Hard-Black) klassifiziert – von 9H (sehr hart) bis 9B (sehr weich). Moderne Stifte bestehen aus:
Weltweit führende Hersteller sind Faber-Castell, Staedtler, Pentel und Bic.