Zeitfunk

Zeitfunk ist ein Programmbereich im Rundfunk. Zeitfunk-Sendungen beschäftigen sich mit tagesaktuellen Ereignissen, wobei sie auf unterschiedliche journalistische Gattungen wie Bericht, Reportage, Interview und Kommentar zurückgreifen. Das Fernsehen hat den Begriff vom Hörfunk übernommen.

Der Zeitfunk gehört zu den klassischen Bereichen des Hörfunks; die deutsche Rundfunkstatistik führt den Begriff erstmals 1932 auf. Viele Sender haben eigene Zeitfunkredaktionen.

Zu einer der ältesten Zeitfunk-Sendungen gehört das Echo der Zeit des Schweizer Radio DRS. Seit 1945 vermittelt die Sendung täglich „die wichtigsten Nachrichten, Berichte, Reportagen, Interviews und Analysen über das aktuelle Zeitgeschehen“, so die Eigendarstellung des Schweizer Rundfunks. RIAS Berlin nimmt für sich in Anspruch, die ersten reinen Zeitfunksendungen in Deutschland etabliert zu haben. Die hr2-Zeitfunk-Sendung Der Tag wurde 2006 mit dem Otto-Brenner-Preis für kritischen Journalismus ausgezeichnet.

Häufig beinhalten Zeitfunksendungen reine Wortbeiträge und Reportagen, jedoch selten Musik. In manchen Zeitfunk-Sendungen wird auch (Instrumental-)Musik als kurzer Trenner zwischen zwei Themen verwendet. Zu den bekanntesten Zeitfunksendungen im deutschsprachigen Raum gehören unter anderem:

Im Jahre 2020 eingestellt wurden die seit 1979 spätabends ausgestrahlten Berichte von heute (WDR 2, WDR 5, NDR Info und NDR-1-Landesprogramme, werktags 23:30 bis 24:00 Uhr).

Einzelnachweise

  1. ↑ Ulrich Heitger: Vom Zeitzeichen zum politischen Führungsmittel. Entwicklungstendenzen und Strukturen der Nachrichtenprogramme des Rundfunks in der Weimarer Republik 1923–1932 (= Kommunikationsgeschichte. Band 18). Lit, Münster / Hamburg / Berlin / London 2003, ISBN 3-8258-6853-2, S. 389 (Zugl.: Münster (Westfalen), Univ., Diss., 1998).
  2. ↑ Die älteste Zeitfunk-Sendung im deutschen Sprachraum. Deutschlandfunk, 8. Oktober 2005, abgerufen am 29. Oktober 2016.
  3. ↑ „Otto Brenner Preis für kritischen Journalismus – Gründliche Recherche statt bestellter Wahrheiten“ – alle Preisträger im Überblick – 2005–2016. (Memento vom 3. August 2017 im Internet Archive; PDF; 126 kB) In: otto-brenner-preis.de, abgerufen am 29. Juli 2017.