Zeltgasse

Zeltgasse
Wappen
Straße in Wien
Blick in die Zeltgasse [Auf der Höhe Zeltgasse 13]
Basisdaten
Ort  Wien
Ortsteil  Josefstadt
Angelegt  um 1776
Neugestaltet 
Hist. Namen  „Zwerchgasse“ und „Quergasse“
Name erhalten 
Anschluss­straßen 
Querstraßen  Lange Gasse, Neudeggergasse, Piaristengasse, Strozzigasse
Plätze 
Nummern­system  Orientierungsnummern
Bauwerke 
U-Bahn-Stationen
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr
Technische Daten
Straßengestaltung
Länge zirka 260 Meter

Die Zeltgasse befindet sich in Wien im 8. Gemeindebezirk (Josefstadt) und verläuft in Ost-West-Richtung von der Langen Gasse bis zur Strozzigasse. Stadtauswärts mündet die 260 Meter kurze Zeltgasse in die Pfeilgasse, stadtwärts in die Josefsgasse, wobei sie die Neudeggergasse und die Piaristengasse quert. Architektonisch überwiegen das frühhistoristische Haus Nr. 10, späthistoristische Miethäuser (Nr. 1, 2, 6, 7, 11) und Neubauten.

Geschichte

Plan von Altlerchenfeld um 1830. Die Zwerchgasse ist am linken Rand des färbig hervorgehobenen Plan-Ausschnitts eingezeichnet.

Die Zeltgasse trägt ihren Namen seit 1862/63. Ab den 1830er-Jahren hieß sie „Zwerchgasse“, später sowohl „Zwerchgasse“ als auch „Quergasse“, was auch inhaltlich identisch ist, weil das Wort „zwerch“ „quer“ bedeutet. Damals reichte die Zeltgasse vom nunmehrigen Eckhaus Zeltgasse 1, das heute den Häuserblock zwischen Neudeggergasse und Piaristengasse [damals „Neue Schottengasse“] einnimmt, bis zur Strozzigasse [damals „Strozzigrund Hauptstraße“]. Die Häuser der Zeltgasse haben zu drei unterschiedlichen Vorstädten gehört: die Hausnummern 1 bis 5 und 2 bis 10 zu „Sankt Ulrich“, die Hausnummern 7, 9 und 12 zu „Altlerchenfeld“ sowie die Hausnummern 11, 13 und 14 zum „Strozzigrund“. Allerdings gab es auch in den Wiener Bezirken 3, 5, 6, 7, 8, 9, 13, 14 und 16 jeweils eine „Zwerchgasse“, weshalb die Josefstädter Zwerchgasse 1862/63 in „Zeltgasse“ umbenannt wurde, um Verwechslungen zu vermeiden. Der Gassenname erinnert an den angeblichen Zeltstandort des Großwesirs Kara Mustafa Pascha, des Oberbefehlshabers bei der Zweiten Belagerung Wiens während der „Zweiten Türkenbelagerung“ (1683). Tatsächlich stand sein Zelt allerdings auf der „Schmelz“. Im Jahr 2001 wurde die Zeltgasse durch einen Teil, der zuvor zur Josefsgasse gehörte, verlängert, wodurch die Zeltgasse, die drei Häuserblöcke umfasst, heute bei der „Lange Gasse“ beginnt, die zuvor keinen Zugang zur Zeltgasse bot.

Bemerkenswerte Adressen

(Denkmalgeschützte Objekte sind durch Fettdruck hervorgehoben.)

Bildergalerie

Literatur

Commons: Zeltgasse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 „Zeltgasse.“ In: Bundesdenkmalamt (Hrsg.:) Dehio Wien Vorstädte 1993, S. 368.
  2. ↑ Siehe Diskussionsseite.
  3. 1 2 Der Wortlaut der am 26. April 1979 am Haus Zeltgasse 1 [zugleich Piaristengasse 28 und Neudeggergasse 23] enthüllten Fritz-Lang-Erinnerungstafel ist fehlerhaft. Denn die Familie Lang (Anton und Paula Lang mit ihren Söhnen Adolf und Fritz) hat nachweislich seit 1900 in dem Paula Lang gehörenden Eck-Haus Zeltgasse 1 gewohnt. Zuvor lebte die Familie seit 1893 in der Piaristengasse 41, das gleichfalls von Anton Lang errichtet wurde und Paula Langs Bauunternehmen gehört hat.
  4. 1 2 3 4 Andreas Weigel: Bertha Czegka, Henriette Herzfelder, Leon Lilienfeld, Paul Pichier und Antonie Schulz – Fritz Langs kunst- und zeitgeschichtlich interessante direkte Wiener Nachbarschaft. In: Zur Genealogie & frühen Biografie des Film-Regisseurs Fritz Lang. 22. Dezember 2025, abgerufen am 22. Dezember 2025 (deutsch).
  5. ↑ Zeltgasse. In: Hans Rotter: Die Josefstadt. Geschichte des 8. Wiener Gemeindebezirks (1918). S. 462–465, hier 463.
  6. 1 2 Andreas Weigel: Zu Fritz Langs 50. Todestag am 2. August 2026. In: Zur Genealogie & frühen Biografie des Film-Regisseurs Fritz Lang. 6. Januar 2023, abgerufen am 22. Dezember 2025 (deutsch).
  7. ↑ Siehe Foto im Wiener Stadt- und Landesarchiv: „Fotosammlung C 7017/2354: 8., Zeltgasse 9.“ 8., Zeltgasse 9, „Zur schönen Sklavin“, erbaut 1782, Schwarzweiß, Positiv, 10 × 14 cm. o. D. (ca. 1950).
  8. ↑ Datenblatt bei Wiener Wohnen

Koordinaten: 48° 12′ 29,2″ N, 16° 21′ 2,7″ O