Die Zeltkirche ist ein Typ des modernen Kirchenbaus der Zeit seit den 1960er Jahren, der sich symbolisch auf einfache Zelte bezieht.
Das christliche Symbol des Zeltes sollte den Mythos vom wandernden Gottesvolk zum Ausdruck bringen und wurde von den evangelischen und katholischen Konfessionen als theologisches Leitbild und als bildhaft-assoziative Verkörperung von Kirche aufgenommen. Die in Architektur übertragenen Formen der Zelttypen sind vielfältig und reichen vom längs gerichteten Tunnelzelt oder Firstzelt über zentralisierende Kuppelzelte bis zu Pyramidenzelten, die im historischen Zeltbau nicht ohne Firststangen als Mittelstützen auskommen. Die tatsächlich errichteten Zeltkirchen sind in der Regel stützenfreie Stahlbetonskelettbauten in Kombination mit Backstein, Glas und Holz. Es ging also nicht um eine baukonstruktive Nachbildung von statisch labilen Zeltgerüsten aus Gestängen mit darüber gezogenen Tuchplanen. Vielmehr war die theologische und entwerferische Absicht, weite stützenfreie und zentralisierende Innenräume zu schaffen, um die Laien stärker in die rituellen Handlungen des Gottesdienstes einzubeziehen.