Zeno Coste war der älteste Sohn des ehemaligen Präfekten des Kreises Timiș-Torontal, Dr. Iuliu Coste. In seiner Jugend war er ein talentierter Athlet: von 1927 bis 1930 hielt er den rumänischen Rekord im beidhändigen Gewichtwerfen. Auch während seines Studiums an der Technischen Universität Berlin war er sportlich erfolgreich und gewann dreimal die Hochschulmeisterschaften im Kugelstoßen. 1930 spielte er im ersten rumänischen Tonfilm „Ciuleandra“ einen Sänger. Nach einer Ausbildung als lyrischer Tenor in Berlin und Mailand arbeitete er in den frühen 1930er Jahren als Sänger in Berlin und nahm im Dezember 1930 einige Schallplatten in rumänischer Sprache mit dem Columbia-Tanzorchester auf. Er war außerdem Mitglied des Vokalensembles „Die Parker“, das auf Schallplatten mit den Orchestern von Bernard Etté, Billy Bartholomew, Ilja Livschakoff und Georg Nettelmann mitwirkte. Die Parker waren an zwei Filmen beteiligt: Die spanische Fliege aus dem Jahr 1931 mit Lizzie Waldmüller, und 1932 in Melodie der Liebe mit Richard Tauber.
Von 1932 bis 1935 war Zeno Coste erster Tenor bei den Kardosch-Sängern. Nach der Auflösung der Kardosch-Sänger war er von Dezember 1935 bis Februar 1936 am Theater des Volkes in Berlin tätig. Im selben Jahr stand er von August bis Oktober beim Meistersextett unter Vertrag, einer der beiden Nachfolgegruppen der Comedian Harmonists. Er war unter anderem an der Aufnahme von „Ich wollt', ich wär' ein Huhn“ beteiligt. Auch für Gesangsaufnahmen des Meistersextetts für den Film Und du mein Schatz fährst mit im September 1936 wurde er verpflichtet.
1937 wirkte er an dem Film La Habanera mit – er lieh dem Schauspieler Geza von Földessy seine Stimme und sang das Lied Der Wind hat mir ein Lied erzählt. Im selben Jahr nahm mit Erhard Bauschke und seinem Orchester zwei Platten auf. 1938 musste er nach Rumänien zurückkehren und nahm zunächst eine Stellung als Ingenieur in Bukarest an.
1942 und 1944 sang er an der Rumänischen Nationaloper in Iași die Rolle des Rodolfo in La Bohéme unter Antonin Ciolan und die des Alfred Germont in La Traviata.
Nach dem Krieg arbeitete er zunächst in Bukarest, dann in Timișoara als Ingenieur und war als Solosänger beim Philharmonischen Chor und beim Chor der Kathedrale engagiert. Er starb am 21. August 1985.
Privates
Zeno Costes Eltern waren der Rechtsanwalt Iuliu Coste und seine Frau Zoe. Iuliu Coste war in den 20er Jahren zweimal Präfekt des Bezirks Timis-Torontal. Zeno hatte zwei Schwestern und einen Bruder: Brutus Coste, einen bekannten rumänischen Emigranten und Regimegegner.
Am 11. November 1935 heiratete er in Berlin-Wilmersdorf Helene Anna Kryszewska. Das Ehepaar hatte drei Kinder, von denen eine Tochter schon früh starb.
Sein Sohn ist der frühere rumänische Volleyballnationalspieler Mihai Coste.
Diskografie
Als Solo-Sänger
Aufnahmen für Columbia (in rumänischer Sprache)
Berlin, 11. Dezember 1930: Columbia Tanzorchester mit Gesang Zeno Coste
C 1555-1 Volkslieder Potpourri 1. Teil – Kristall 1242
C 1556-1 Volkslieder Potpourri 2. Teil – Kristall 1242
September oder Oktober 1931: Bernhard Etté und sein Orchester, Refrain „Die Parker“:
C 1566 – Rosa, reizende Rosa – Kristall 3219
C 1567 – Schön ist das Leben – Kristall 3218
5. November 1931: Lizzi Waldmüller, „Die Parker“ und Jean Gilbert mit seinem Orchester:
OD 643-1 – Sag mir mal Schnucki auf spanisch – Electrola EG 2452
November 1931: Ilja-Livschakoff und sein Orchester, Gesang Leo Monosson und „Die Parker“:
4136 BR – Für alle 1. Teil – Grammophon 24354
4137 1/2 BR – Für alle 2. Teil – Grammophon 24354
Dezember 1931: Kurt Hardt mit Quartett „Die Parker“ mit Orchesterbegleitung:
C 1601-1 – Es rauscht der Wald 1. Teil – Kristall 6069
C 1602 – Es rauscht der Wald 2. Teil – Kristall 6069
Januar 1932: Bernhard Etté und sein Orchester, Gesang „Die Parker“:
C 1625 – Für alle 1. Teil – Kristall 3235
C 1626 – Für alle 2. Teil – Kristall 3235
Januar 1932: Kristall-Orchester, Gesang „Die Parker“:
C 1634 – Wir walzen 1. Teil – Kristall 1633
C 1635 – Wir walzen 2. Teil – Kristall 1633
Januar 1932: George Nettelmann und sein Orchester, Refrain: Kurt Mühlhardt und „Die Parker“:
C 1647 – Morgen geht’s uns gut – Kristall 3239
C 1649 – Potpourri aus dem Tonfilm „Bomben auf Monte Carlo“ – Kristall 3240
Frühling oder Sommer 1932: Kristall-Orchester und „Die Parker“
C 2181 Rheinischer Sang 1. Teil – Kristall 7203
C 2182 Rheinischer Sang 2. Teil – Kristall 7203
Mit dem Meistersextett
August–September 1936:
ORA 1418 In Mexico – Electrola EG 3723, Electrola EG 3745, HMV AM 4744, HMV EG 3723, HMV EG 3745
ORA 1419 Ich wollt’ ich wär ein Huhn – Electrola EG 3723, Electrola EG 3743, HVM AM 4744, HMV EG 3723
ORA 1471 Ja, der Ozean ist groß – Electrola EG 3743
ORA 1472 Schreit alle Hurra! – Electrola EG 3745, HMV EG 3745
9. Oktober 1936:
ORA 1504 – Der Piccolino – Electrola EG 3763
ORA 1505 – Hand in Hand – Electrola EG 3763
Wiederveröffentlichungen
Singende Filmsterne und ihre schönsten Tonfilmmelodien, 2 LPs, Odeon/EMI Electrola (1C 134-46 085/86 M), Sag mir mal Schnucki auf Spanisch
Das gab’s nur einmal: Werner Richard Heymann. Ein Musikalisches Portrait, 2 CDs, 2000, darauf CD 1, Titel 28: Schön ist das Leben
Cabaret Berlin, 4 CD Boxset, 2005, CD 3, Titel 26: Schön ist das Leben
Erhard Bauschke & sein Orchester, CD, 2005, darauf Titel 12: Zwischen grünen Bergen steht ein kleines Haus
Die Schlager des Jahres 1931, 2 CDs, 2014, darauf CD 1, Titel 16: Schön ist das Leben
Die goldene Ära deutscher Tanzorchester: Erhard Bauschke und sein Tanzorchester, Vol. 1, CD, 2019, Titel 11: Zwischen grünen Bergen steht ein kleines Haus
Wunsch, Martina: Herr Kardosch und seine Sänger. Fünf Musikerschicksale im Schatten der NS-Zeit, ISBN 978-3-7562-0604-9, Books on Demand
Stefana Ciortea-Neamțiu: „Eine Vokalgruppe in den Dreißigern: 'Die Kardosch-Sänger'. Und ein Temeswarer dabei: Zeno Coste – Ingenieur und Tenor“ in: Banater Zeitung, Temeswar, 30. März 2022.
Josef Westner, Martina Wunsch: „Wer hat Angst vor dem bösen Wolf? Die Kardosch-Sänger“ (Teil 1). in: Fox auf 78, Ausgabe 33, Herbst 2022
↑Wolfgang Schneidereit:Discographie der Gesangsinterpreten der leichten Muse von 1925 bis 1945 im deutschsprachigen Raum. Eine Discographie mit biographischen Angaben in 3 Bänden. Band2. Books on demand, Norderstedt 2019, S.1038–1040.
↑Douglas Sirk:La Habanera.Universum Film (UFA),30.Dezember 1937,abgerufen am 15.April 2021.
↑Stefana Ciortea-Neamțiu:Eine Vokalgruppe in den Dreißigern: 'Die Kardosch-Sänger'. Und ein Temeswarer dabei: Zeno Coste – Ingenieur und Tenor. In: Banater Zeitung. Temeswar 30.März 2022, S.3.
↑Josef Westner, Martina Wunsch:Wer hat Angst vor dem bösen Wolf? Die Kardosch-Sänger (Teil 1). In: Klaus Krüger (Hrsg.): Fox auf 78. Nr.33. Dietramszell November 2022, S.96–102.