Zirconiumnitrid kann nach den gleichen Verfahren wie Titannitrid dargestellt werden.
Gelbbraunes Zirconiumnitrid erhält man bei der Synthese aus den Elementen bei 1200°C.
Bei der Herstellung von Zirconiumnitrid aus Zirconium(IV)-chlorid durch das Aufwachsverfahren wird bei Gegenwart von Wasserstoff (H2 + N2 oder Ammoniak) eine tiefere Temperatur (2000 bis 2400°C) benötigt als in reinem Stickstoff (2900°C). Im letzteren Fall erfolgt die Abscheidung bedeutend langsamer als bei Anwesenheit von Wasserstoff. Durch Nitridieren von Zirconium-Drähten, d.h. durch Erhitzen in reinem Stickstoff erhält man selbst bei einer knapp unter dem Schmelzpunkt von Zirconium (1860°C) liegenden Temperatur nur sehr langsam Zirconiumnitrid und überdies in stark aufgelockertem, brüchigem Zustand.
Bei relativ niedrigen Temperaturen kann man definierte Zirconiumnitrid-Phasen durch die Ammonolyse von Zirconium-Halogeniden, insbesondere von Zirconium(IV)-iodid über die Zwischenstufe Zirconiumnitridiodid ZrNI erhalten. Bei 700°C bildet sich hauptsächlich braunes Zr3N4 (o-Zr3N4 mit einer Dichte von 6,32g/cm3 und der Raumgruppe Pnam), bei 750°C blaues Zirconiumnitrid ZrxN (x = 0,94–0,81), oberhalb 1000°C entsteht daraus das metallisch leitende gelbe Zirconiumnitrid.
Unter Hochdruckbedingungen bildet sich bei Ammonolyse oder Reaktion von ZrN mit Stickstoff ein Zirconiumnitrid Zr3N4 vom kubischen Th3P4-Typ mit der Raumgruppe I43d.
1234Georg Brauer (Hrsg.), unter Mitarbeit von Marianne Baudler u.a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band II, Ferdinand Enke, Stuttgart 1978, ISBN 3-432-87813-3, S. 1379.
12Dzivenko, Dmytro: High-pressure synthesis, structure and properties of cubic zirconium(IV)- and hafnium(IV) nitrides. Dissertation (2009), urn:nbn:de:tuda-tuprints-18742
↑Werner Martienssen, Hans Warlimont:Springer Handbook of Condensed Matter and Materials Data. Springer, 2005, ISBN 978-3-540-30437-1, S.470 (eingeschränkte Vorschauin der Google-Buchsuche).
↑B. W. Roberts, Survey of superconductive materials and critical evaluation of selected properties, J. Phys. Chem. Ref. Data 5, 581–822 (1976), doi:10.1063/1.555540